• Grand Canyon West

    March 21 in the United States ⋅ ☀️ 31 °C

    Von meiner Unterkunft in Kingsman aus sind es etwa 120 km bis zum Grand Canyon West. Das nutze ich für einen Tagesausflug.

    Der Grand Canyon West liegt auf indigenem Territorium und wird von den Hualapai bewirtschaftet. Das führt dazu, dass mein Nationalpark Pass nicht gilt, sondern ich für den Eintritt knapp 115 $ zahlen muss. Finde ich heftig, aber es sind immerhin Ziplining und ein Skywalk enthalten. Und der Tag wird so beeindruckend, dass es mir am Ende nicht leid tut um das Geld.

    Um lange Wartezeiten zu vermeiden, starte ich mit dem Ziplining am Hualapai Point. Die Amerikaner lachen sich schlapp, als wir über das Mindestgewicht informiert werden. Ich rechne hektisch amerikanische Pfund in deutsche Kilo um. Es reicht gerade so. Die Fahrt ist schön und bietet eine grandiose Aussicht, ist aber recht kurz und auch nicht wahnsinnig schnell. Letzteres könnte am Gewicht liegen - die anderen sind deutlich schneller unten. 😅

    Als Nächstes gehe ich einen kleinen Trail. Zum Glück ist es hier oben nicht ganz so brütend heiß wie die letzten Tage. Am Aussichtspunkt habe ich einen grandiosen Blick in den Canyon hinunter, bis zum Colorado Fluss. Und: Ich begegne auf der gesamten Strecke niemandem.

    Den Eagle Point kann man über einen Skywalk erkunden. Der ist kleiner als erwartet, aber der senkrechte Blick nach unten ist schon toll. Es gibt auch eine interessante Ausstellung über die Hualapai. Ich scheine leider die einzige zu sein, die sich die Informationstafeln durchliest.

    Am Guano Point erwartet mich mein persönliches Highlight. Man kann auf eine Anhöhe kraxeln, von der aus man einen grandiosen Blick in den Canyon hat. Mit der Zeit wird das Licht immer weicher und die Touristen immer weniger. Irgendwann sitze ich alleine dort oben. Es fühlt sich an wie auf dem Dach der Welt. Ich kann mich gar nicht losreißen.

    Traurige Randnotiz: Der Wasserverbrauch von Industrie, Landwirtschaft und Städten ist so hoch, dass der Colorado, der einst diesen gigantischen Canyon geschaffen hat, in Mexiko nur noch als Rinnsal ankommt und es bis zum Meer gar nicht mehr schafft.

    Müde, zufrieden und mal wieder mit Sonnenbrand (man durfte keinen Rucksack mitnehmen, daher habe ich unter anderem die Sonnencreme und die Hosenbeine im Auto gelassen) komme ich abends zurück in meine Unterkunft. Inklusive Fahrzeit war ich 11 Stunden unterwegs, und bin noch ganz beseelt von all den Eindrücken.

    Frage an alle, die schon mal hier waren: Ich habe für den Südrand des Canyons einen Rundflug gebucht. Jetzt frage ich mich, ob die Perspektive vom Flugzeug aus so viel anders ist als vom Rand des Canyons. Sollte ich den Flug stornieren?
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