• Velenje - Kohle, Kultur und Kühlschränke

    June 13, 2024 in Slovenia ⋅ ⛅ 15 °C

    Bis 1950 lebten hier kaum 1000 Menschen. In Folge der strategischen Enttscheidung des damaligen Staatsführers Josip Broz Tito, Jugoslawien autark und betreffend Rohstoffen zum Selbstversorger zu machen, begann man den wertvollen Rohstoff Kohle im grossen Stiel abzubauen: Braunkohle untertags und Xylit (schwach verkohltes Holz) im Tagbau. Der Brennstoff Kohle diente primär dazu, ein grosses thermisches Kraftwerk zu betreiben. Es kamen Menschen aus dem ganzen Lande, um hier zu arbeiteten und zu leben. darum musste eine Stadt gebaut werden: Nach dem Willen Titos keine triste Bergarbeiterstadt, sondern eine kleine, moderne Metropole (Nuovo Velenje) in der die Kultur aus ganz Jugoslawien gelebt wird.

    Nach einigem "Hinundher" durfte ich mich einer Besuchergruppe anschliessen und mit dem Schachtlift 214 m in die Tiefe fahren und den eindrücklichen Museumsteil besichtigen. Aktuell werden immer noch täglich 18000 m3 Kohle abgebaut. ...alles wird für den Betrieb von 3 Thermokraftwerken in Slowenien verwendet!! - (...leider durfte ich während der Führung nicht fotografieren.)

    Kühlschränke: Um auch Frauen zu beschäftigen wurden in einer kleinen Manufaktur Backofen hergestellt. Der Betrieb hat sich schnell vergrössert und der Name "Gorenje" (ehem kleines Dorf) steht heute für einen im europäischen Vergleich grossen Hersteller für Kühlschränke.

    Wir stehen auf dem perfekten städtischen Stellplatz direkt am See. Zufällig erfahren wir, dass der See künstlich angelegt wurde. Aus dem Untertage-Kohlenabbau entstanden grossräumige Mulden, die kurzerhand mit Wasser aufgefüllt und zum Naherholungsgebiet umfunktioniert wurden. So etwas geht gut in einer sozialistischen Autokratie! - Kleine Siedlungen und grossräumige Nutzflächen wurden kurzerhand aufgegeben rsp versenkt.

    Am Morgen haben wir unser "Hotel Sprinty" wieder bezogen und sind bei trockenen Strassen (!) losgefahren nach dem uns empfohlenen Dorf Radovlijca. Der historische Kern war den kurzen Stadtbummel wert.

    Wir fahren südlich der Karpaten weiter ostwärts. Das Bild hat sich geändert: Grosse Kulturflächen wechseln sich ab mit weniger schroffen Bergen: Das östliche Ende der Alpen meldet sich an.

    Nochmals ein Stadtbummel: Kammnik. Schöne alte Häuserzeilen, leider nicht sehr gepflegt und ziemlich ausgestorben.
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