Tag 3: Edinburgh Castle u.a.
June 3 in Scotland
🌧 15 °C
Frühstück im «Sweetland Café»: Volle Dröhnung mit Bohnen, Wurst, Speck, Ei und jeder Menge Frittiertem, darunter auch eine sehr akzeptable Version von Rösti.
Danach watscheln wir im Regen südwärts ins Holyrood-Quartier, vorbei am Palast, der der britischen Königsfamilie hin und wieder als Residenz dient.
Erstes Ziel auch heute: Ein Schallplattenladen. «Backbeat Records» in einem wenig frequentierten Gässchen.
Der Laden scheint auf den ersten Blick geschlossen. Im Eingangsbereich des Nachbarhauses steht ein Mann, der uns anspricht. «Not a good day for working», lässt sich aus seinem starken schottischen Dialekt heraushören. Wie sich herausstellt, heisst der Mann Doug(las) und ist Besitzer des Plattenladens. Warum er nicht in, sondern neben seinem Laden steht, hat einen simplen Grund: Die Ladenfläche ist derart vollgestopft mit Ware, dass der gute Mann schlichtweg keinen Platz mehr darin findet. Keine Übertreibung!
Wir kommen schnell mit dem liebenswerten Schotten ins Gespräch, der uns eröffnet, dass er vor längerer Zeit mal in der Jungfrauregion in den Ferien war. Er führt sein Geschäft hier seit 1981.
Er fragt uns nach unseren musikalischen Vorlieben. Aus dem einzigen Stapel von Platten, den er von Hand einigermassen mühelos erreichen kann, kramt er ein Elton-John-Album (Goodbye Yellow Brick Road) und ein Live-Album von The Who hervor. Wir bezahlen dafür 50 Pfund und ziehen weiter.
Im Universitätsquartier queren wir den grosszügigen Meadows Park. Unser nächstes Ziel das «Maison de Moggy», ein Katzen-Café, betreten wir nicht (dafür hätten wir erstmal 14 Pfund pro Person Eintritt bezahlen müssen).
Highlight des Tages ist der Besuch des Edinburgh Castle. Wie für Burgen und Schlösser üblich, die in Museen umfunktioniert worden sind, wird man hier erschlagen mit Infos, Daten und Material aus Kriegs- und Nationalgeschichte, mit Rüstungen und Waffen, Kleiderstücken und allerlei sonstigen Utensilien. Es wird einem klar, dass in den letzten 600 Jahren irgendwie europaweit jeder mal gegen jeden Krieg geführt zu haben scheint. Es wurde geschossen und geschwertet, geballert und geköpft – letzteres vor allem dann, sobald Monarchie oder Religion im Spiel waren.
Zwei Dinge, die mir geblieben sind:
-Die Graffitis, hinterlassen von Kriegsgefangenen in den Gefängnistüren (sehr eindrücklich)
-Der Umstand, dass im 2. Weltkrieg 17'000 polnische Soldaten in Schottland stationiert waren und die schottische Ostküste gegen die Deutschen verteidigt hatten. Dies erklärt mir auf einmal, weshalb es in Edinburgh derart viele polnische Läden gibt.
Anschliessend: Feierabendbier im irischen Pub «O'Neill's», danach ein absolut köstliches Nachtessen im indischen Restaurant «Solti» in Southside Edinburgh.Read more





















