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Schottland

A 12-day adventure by Christoph & Sabine. Read more
  • Trip start
    June 1, 2026

    Tag 1: Ankunft in Edinburgh

    June 1 in Scotland 🌧 19 °C

    Ab Zürich fliegen wir mit EasyJet nach Edinburgh. Ankunft am späten Nachmittag.

    In Edinburgh gibts genau 1 Tramlinie: Sie führt vom Flughafen (westlich der Stadt) bis Newhaven im Nordosten, und hält fast genau vor unserem Hotel, dem "Smith's Place". Aufgefallen: Bezahlen per "Tap on – tap off"-System mit Kreditkarte. Genial! Erinnerungen werden wach an Dublin, wo für jede Busfahrt mit Münz bezahlt werden musste, ohne Rückgeld notabene.

    Im Hotel beziehen wir unser Zimmerlein, das sogar noch etwas kleiner ist als jenes letztes Jahr in Sevilla. Wer will, mag dort nachlesen. Aber wir sind ja unkompliziert.

    Gegen Abend bummeln wir zu Fuss nach Leith, das Hafenviertel von Edinburgh, besichtigen hier kurz die Docks und lassen uns dann im "Malone's" Pub nieder, wo wir bei Burger, Pommes und Bier auch noch in passiver Form an einem Pubquiz teilnehmen.

    Plan für morgen: Frühstücken, dann Stadt erkunden. Eine "free walking tour" haben wir bereits gebucht.
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  • Tag 2: Edinburgh

    June 2 in Scotland ☁️ 19 °C

    Häufig beginnen unsere Reisetage mit üppigem Frühstück. So auch heute: Also auf in den "Urban Jungle Brunch Room", gleich gegenüber unserer bescheidenen Bleibe.
    Nach Lachs-Avocado-Toast und "eggs benedict", frisch gepresstem Orangensaft, Kaffee und zwei dollen Zimtschnecken entscheiden wir wohlweislich, die weitere Esserei auf den Abend zu vertagen.

    Edinburgh entdecken war heute angesagt, und soviel sei vorgemerkt, wir haben uns schnell in die Stadt verliebt.

    Zuerst steuern wir Schallplatten- und Bücherläden an. Dabei halten wir unsere Kaufwut erstaunlich gut im Zaum – vorerst. Sabine kauft ein Buch im wunderhübschen "Topping & Company".

    Südlich des Edinburgh Castle befindet sich die Altstadt, und – wie wir schnell feststellen – die als "Royal Mile" bekannte Touristenmeile, wo es von Menschen nur so wimmelt und der übliche Souvenir-Ramsch feilgehalten wird.

    Unsere Free Walking Tour wird geleitet von Calum Ferguson und seiner Hündin Rowie. Ein absoluter Volltreffer: Der ausgebildete Schauspieler zeigt uns nicht nur die schönsten Plätze der Altstadt, sondern führt uns auch in die schottische Geschichte ein. Die Tour beginnt und endet im Greyfriars Kirkyard. Auf diesem Friedhof wachte ein Hund namens Bobby ganze 14 Jahre lang beim Grab seines verstorbenen Besitzers, was ihm Legendenstatus, eine Statue und ein nach ihm benanntes Pub einbrachte.

    Auch für Potterheads hat Edinburgh viel zu bieten. Schrieb doch Autorin JK Rowling einige Kapitel der Bücher in dieser Stadt, und liess sich von Plätzen und sogar von Namen auf Grabsteinen im Greyfriars Kirkyard inspirieren (Beispiel "Tom Riddell" und "William McGonagall").

    An der Free Walking Tour freuen wir uns über die Insidertipps unseres Guides. So landen wir zum Nachmittagsbier in der (nahezu touristenlosen) Rooftop-Bar "Cold Town House", später zum Abenedessen im "Ting Thai Teviot Place". Die Currys sind köstlich und bilden eine willkommene Abwechslung zu Pommes und Burger.

    Danach steigen wir auf den Calton Hill, ein Aussichtshügel in der Stadt. Nach ein paar lohnenswerten Panoramabildern lassen wir den Tag in einem Pub bei Bier und Yatzy ausklingen und schmieden nebenbei Pläne für den nächsten Tag.

    Wetter: Wechselhaft, aber bisher annehmbar. Ab und zu ein Regentropf. Meist bewölkt, selten sonnig. Milde, nicht zu warme Temperaturen.
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  • Tag 3: Edinburgh Castle u.a.

    June 3 in Scotland 🌧 15 °C

    Frühstück im «Sweetland Café»: Volle Dröhnung mit Bohnen, Wurst, Speck, Ei und jeder Menge Frittiertem, darunter auch eine sehr akzeptable Version von Rösti.
    Danach watscheln wir im Regen südwärts ins Holyrood-Quartier, vorbei am Palast, der der britischen Königsfamilie hin und wieder als Residenz dient.

    Erstes Ziel auch heute: Ein Schallplattenladen. «Backbeat Records» in einem wenig frequentierten Gässchen.
    Der Laden scheint auf den ersten Blick geschlossen. Im Eingangsbereich des Nachbarhauses steht ein Mann, der uns anspricht. «Not a good day for working», lässt sich aus seinem starken schottischen Dialekt heraushören. Wie sich herausstellt, heisst der Mann Doug(las) und ist Besitzer des Plattenladens. Warum er nicht in, sondern neben seinem Laden steht, hat einen simplen Grund: Die Ladenfläche ist derart vollgestopft mit Ware, dass der gute Mann schlichtweg keinen Platz mehr darin findet. Keine Übertreibung!

    Wir kommen schnell mit dem liebenswerten Schotten ins Gespräch, der uns eröffnet, dass er vor längerer Zeit mal in der Jungfrauregion in den Ferien war. Er führt sein Geschäft hier seit 1981.
    Er fragt uns nach unseren musikalischen Vorlieben. Aus dem einzigen Stapel von Platten, den er von Hand einigermassen mühelos erreichen kann, kramt er ein Elton-John-Album (Goodbye Yellow Brick Road) und ein Live-Album von The Who hervor. Wir bezahlen dafür 50 Pfund und ziehen weiter.

    Im Universitätsquartier queren wir den grosszügigen Meadows Park. Unser nächstes Ziel das «Maison de Moggy», ein Katzen-Café, betreten wir nicht (dafür hätten wir erstmal 14 Pfund pro Person Eintritt bezahlen müssen).

    Highlight des Tages ist der Besuch des Edinburgh Castle. Wie für Burgen und Schlösser üblich, die in Museen umfunktioniert worden sind, wird man hier erschlagen mit Infos, Daten und Material aus Kriegs- und Nationalgeschichte, mit Rüstungen und Waffen, Kleiderstücken und allerlei sonstigen Utensilien. Es wird einem klar, dass in den letzten 600 Jahren irgendwie europaweit jeder mal gegen jeden Krieg geführt zu haben scheint. Es wurde geschossen und geschwertet, geballert und geköpft – letzteres vor allem dann, sobald Monarchie oder Religion im Spiel waren.
    Zwei Dinge, die mir geblieben sind:
    -Die Graffitis, hinterlassen von Kriegsgefangenen in den Gefängnistüren (sehr eindrücklich)
    -Der Umstand, dass im 2. Weltkrieg 17'000 polnische Soldaten in Schottland stationiert waren und die schottische Ostküste gegen die Deutschen verteidigt hatten. Dies erklärt mir auf einmal, weshalb es in Edinburgh derart viele polnische Läden gibt.

    Anschliessend: Feierabendbier im irischen Pub «O'Neill's», danach ein absolut köstliches Nachtessen im indischen Restaurant «Solti» in Southside Edinburgh.
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  • Tag 4: Edinburgh, Dean Village / Stockbridge

    June 4 in Scotland 🌧 16 °C

    Heute geht's per Tram westwärts. Frühstück im Kellercafé «Painted Rooster».

    Dean Village ist quasi ein Dorf mitten in Edinburgh, das früher ein Mühlendorf war. Entlang führt der Fluss Leith, dem wir bis nach Stockbridge entlangwandern. Stockbridge ist ein hübsches Wohnquartier etwas abseits der Hauptmeile, in dem wir uns für einige Zeit «vertöörlen». Es hat einige Krimskrams-Shops, aber auch Bücherläden und einen tollen Secondhand-Plattenladen. Wieder einmal haben wir zugeschlagen und fürchten langsam um die Platzverhältnisse in unseren Reisekoffern.

    Heute übrigens schottisches Wetter, wie es im Buch steht: Strahlende Sonne, Nieselregen, Wolkenbruch und Wind wechseln sich – manchmal auch in beliebiger Kombination – alle zehn Minuten ab.

    Der Inverleith Park im nördlichen Stadtteil bietet grandiose Fotosujets mit Weitblick auf die Altstadt und das Castle. Auf dem Weg dorthin kommen wir am Fettes College vorbei, über dessen Namen wir uns natürlich amüsieren. Alleine der Anblick dieser Schule mit Schlosscharakter lässt uns vermuten, dass Fettes College ein fettes Portemonnaie erfordert. Wikipedia bestätigt uns diese Annahme. Zu den Alumni gehört übrigens ein gewisser Tony Blair.

    Ausgedehnter Fussmarsch zurück in die Altstadt.
    Apéro im Pub «Fiddler's Arms» unterhalb des Castle. Fürs Abendessen kehren wir zurück zur traditionell schottischen Küche (nicht). Im Restaurant «Maki & Ramen» verdutzt uns zuerst einmal der Kellner, der bei jeder Neuankunft von Gästen zweimal mit einem Schläger auf eine Pauke haut, die an der Wand hängt.
    Das Curry-Ramen gehört zum Schärfsten, das ich in meinem Leben je gegessen habe.

    Leicht wehmütig verlassen wir die Altstadt in Richtung Hotel. Edinburgh hat uns begeistert!
    Morgen fassen wir den Mietwagen und fahren nordwärts. Ziel: Cairngorms National Park.
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  • Tag 5: Cairngorms National Park / Ballater

    June 5 in Scotland ☁️ 15 °C

    Die Koffer sind gepackt. Im Zentrum von Edinburgh holen wir unseren Mietwagen ab. Ein Prozedere, das irgendwie nie reibungslos abläuft. Der Angestellte von SIXT ist genervt darüber, dass wir nicht vorgängig online eingecheckt hatten (was gemäss E-Mail ganz klar fakultativ war).
    Letztlich dauert der manuelle Check-In nur ein paar Minuten, und der Mann, inzwischen etwas weniger genervt, empfiehlt uns anstelle eines Kleinwagens ein Upgrade auf einen SUV, weil passender für die unebenen Strassen in den Highlands. Wir folgen seinem Rat und fassen einen grauen Hybrid-SUV der Marke Vauxhall.

    Die Linksfahrerei im UK (warum???), in Kombination mit dem Steurrad rechts, hatte mir schon seit längerer Zeit ein wenig Sorgen bereitet. Aber mit einer aufmerksamen Co-Pilotin schaffe ich es relativ souverän (und sogar ohne nennenswerten Schreckmoment) aus der Edinburgher Innenstadt auf die Autobahn. Wir fahren nordwärts über die 2,5 Kilometer lange Meeresbrücke in die Region Fife.

    Anstatt hier den direkten Weg in Richtung Nationalpark zu wählen, fahren wir der Küste entlang. Zwischenstopp und lecker Frühstück – bzw. inzwischen ist es ein Mittagessen – im «Harbourmaster's Café» in Dysart. Auch am Elie Beach halten wir für einen kurzen Küstenspaziergang an, danach führt unser Weg nach St. Andrews, Heimatstadt des Golfsports. Sehenswert hier ist die Ruine der Kathedrale.

    Gestärkt durch ein Gelato und ein Kaffee, nähern wir uns der «SnowRoads Scenic Route», eine ikonische Autostrasse durch den Cairngorms Nationalpark. Inzwischen fühle ich mich im «vertauschten» Fahren relativ sicher und steuere unseren Kahn mit flottem Tempo über die hügeligen Strassen.
    In der Nähe des Cairnwell-Passes machen wir einen kurzen Zwischenstopp. Einerseits ist hier die Landschaft wirklich atemberaubend. Andererseits ist der Magen meiner Beifahrerin der andauernden Kurvenfahrerei etwas überdrüssig geworden. Nach ein paar Fotos, einem währschaften Rülpser und einem Schluck Wasser kann die muntere Fahrt weitergehen.

    Gegen Abend treffen wir im «Crannach House Bed & Breakfast» ein, etwas östlich von Ballater. Hier übernachten wir einmal. Morgen gehts an den Loch Ness, danach auf die Isle of Skye.

    Nachtrag: Im Restaurant in Ballater, wo wir heute dinierten, fragte mich der indische Kellner auf einmal mit leuchtenden Augen nach unserer Nationalität. Als ich «Switzerland» antwortete, schien er etwas enttäuscht – und offenbarte auch gleich den Grund: Er hatte mich für einen georgischen Fussballer namens Khvicha Kvaratskhelia gehalten, der bei Paris St. Germain spielt. Ich würde ihm wirklich zum Verwechseln ähneln, meinte er.

    Ein Foto meines angeblichen Alter Egos ist diesem Post angehängt. Urteilt selber. =)
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  • Tag 6: Loch Ness / Dunvegan, Isle of Skye

    June 6 in Scotland ☁️ 14 °C

    Über 5 Stunden im Auto gesessen heute, daher gibts nicht wahnsinnig viel Spannendes zu erzählen.

    Erste Etappe: Ballater (im Cairngorms Nationalpark, siehe gestern) --> Loch Ness.
    Wir besuchen das berühmte Urquhart Castle, bzw. die ruinenhaften Überbleibsel davon.

    Weiterfahrt in Richtung Westen.
    Kurz bevor wir die Isle of Skye erreichen, machen wir einen Halt beim Eilean Donan Castle, für ein paar Fotos und eine kleine Stärkung.

    Ziel unserer heutigen Reise ist Dunvegan, ein 300-Seelen-Nest hoch oben auf der Isle of Skye. Wir steigen ab im «Blas Inn» (jaja, hihihihihi "schenkelklopf").

    Ein winziges Guesthouse der Marke «liebevoll». Zwei Zimmer gibts hier. Eines davon haben wir für 3 Übernachtungen gebucht. In den nächsten zwei Tagen wollen wir die Insel erkunden, von der gesagt wird, sie sei wunderschön. Bislang war die Kulisse eher neblig-wolkig-nass. Wir sind gespannt auf die nächsten Tage.

    Wir dinieren im Guesthouse: Frische Muscheln für mich, Fleischeintopf mit Kartoffelstock für Sabine – absolut lecker und preiswert.
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  • Tag 7: Skye, Talisker Bay / Neist Point

    June 7 in Scotland 🌬 12 °C

    Vorab eine Entschuldigung: Die Bilder heute sind kreuz und quer angeordnet. Aber ich muss schon froh sein, habe ich mal eine halbe Stunde am Stück durchgehend etwas so ähnliches wie Internet (ja, solange dauerts, bis 22 Bilder für diesen Post hochgeladen sind...)
    WLAN hier auf Skye ist so ein Thema für sich. Und bevor alle fragen: Hotspot ist nicht besser.

    Also, zum heutigen Tag: Frühstück in der Unterkunft, und zwar direkt im Zimmer! Wir haben einen kleinen (gefüllten) Kühlschrank und einen Korb mit Brötchen, Marmelade, Müesli etc., der sich im Verlauf des Tages auf wundersame Weise wieder auffüllt.

    Dann gehts los, eigentlich ohne fixen Plan, aber das dürftige Wetter (peitschender Regen, Wind und Kälte) treibt uns zuerst mal nach Carbost im Süden der Insel, wo wir die Talisker Whisky Distillery besichtigen möchten. Leider sind die Touren für heute bereits ausgebucht.

    Was tun in der Not? Mässig motiviert, unternehmen wir einen Spaziergang am Talisker Bay Beach, wo uns die "wilde Natur Schottlands", wie es Marketing-Genies vielleicht bezeichnen würden, erbarmungslos ins Gesicht weht.

    Immerhin, und das gilt für den ganzen Tag: Wir sehen geschätzte tausend Schafe! :-) Häufig traben diese auch einfach auf den Strassen herum, weshalb ein gutes Mass an Vorsicht geboten ist.

    Rückkehr nach Dunvegan, Lunch im Beizlein unserer Unterkunft, ein paar Partien Yatzy, ein Besuch im hiesigen Buchladen (Sabine kauft ein Buch) und wir sind bereit für den nächsten Abstecher: Neist Point Lighthouse, ein beliebtes Touristenziel im Nordwesten. Ab dem Parkplatz gibts eine rund 30-minütige Wanderung über Stock und Stein, bis wir beim Leuchtturm ankommen.

    Allmählich bessert sich das Wetter, und wir entscheiden uns spontan für ein drittes Ziel: Trumpan Church, die Ruine einer kleinen Kirche im Norden, mit einem umso grösseren Friedhof. Absolut fantastisch ist hier die Aussicht über die Ländereien aufs Meer. Erstaunlicherweise sind wir hier fast komplett alleine.

    Wir fahren zurück nach Dunvegan und essen wieder mal indisch (quasi erzwungenermassen, denn die meisten anderen Beizen sind voll). Sogar hier im Dorf gibts ein indisches Restaurant.
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  • Tag 8: Isle of Skye, Rundreise

    June 8 in Scotland 🌬 12 °C

    Heute lockeres View-Point-Hopping im nordöstlichen Teil der Isle of Skye.
    Vielleicht der schönste, ziemlich sicher aber auch der unangenehmste Tag unserer Ferien bisher. Mehr dazu später.

    Erstes Ziel: «The Fairy Glen», eine schöne Hügellandschaft, gefolgt vom «Rha Waterfall».
    Im nahen Örtchen Uig gönnen wir uns eine Stärkung. Sabine entscheidet sich für ein Schwarztee (mehr dazu später).
    Weiter in Richtung Norden sind wir überwältigt von der Landschaft, die sich entlang der Küstenroute präsentiert – die Isle of Skye in ihrer ganzen Schönheit. Wir fühlen uns stark an den Süden Irlands erinnert, den wir vor ein paar Jahren durchreist haben.

    Wir fahren bergwärts in Richtung Quiraing, ein beliebter Wanderberg auf der Insel, wo uns wieder mal eine Mütze voll Wind entgegenweht. Unsere geplante Kurzwanderung mutiert zu einer Kürzestwanderung, da uns die Querung eines steilen Übergangs auf dem Wanderweg zu gefährlich erscheint. Ausrutschen hätte sich hier definitiv nicht gelohnt. Wir staunen, dass es hier weder einen Zaun, noch ein Halteseil gibt.

    Also wieder talwärts, und hinab zum «Corran Beach». In der Nähe befindet sich ein Hafen mit Beizlein. Jetzt ist es an mir, ein Schwarztee zu bestellen. Auflösung folgt.

    Wir machen noch einen kurzen Halt beim «Kilt Rock Waterfall» (zwei Fotos und tschüss) und beim «Brother's Point», bevor wir Richtung Portree fahren.

    Portree ist der Hauptort der Isle of Skye. Gemessen an all den Mini-Käffern rund um die Insel, hat Portree mit seinen 2300 Einwohnern geradezu Grossstadt-Vibes. Wir essen im Pub «The Isle's Inn». Sabine wagt sich an die schottische Spezialität Haggis und mag es. Ich entscheide mich fürs Fischmenu. Der Vielfrass in mir ist ein wenig beleidigt über die kleine Portion, aber ein Dessert schafft Abhilfe.

    Morgen verabschieden wir uns von der Isle of Skye, definitiv mit einem weinenden Auge. Die Insel ist traumhaft – besonders dann, wenn das Wetter mitspielt, so wie heute.

    Was uns heute tagsüber derart geplagt hat? Wüssten wir auch gerne. Fakt ist, dass wir heute beide innert weniger als 30 Minuten zweimal äusserst akut die Toilette aufgesucht haben – sie am Vormittag, ich am Nachmittag.
    Wir haben das Leitungswasser im Verdacht. Wer weiss. Fortsetzung folgt hoffentlich nicht.

    Morgen gehts von der Insel-Insel wieder zurück aufs Insel-Festland. Nächste Station: Glencoe.
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  • Tag 9: Bye Skye / Harry Potter / Glencoe

    June 9 in Scotland ☁️ 11 °C

    Tagwacht in Dunvegan früher als normal: Abfahrt kurz vor 8.00h. Rund 75 Minuten dauert die Fahrt nach Armadale ganz im Süden der Isle of Skye. Ab hier setzen wir mit einem Fährschiff nach Mallaig über, zurück aufs «Festland» der Insel Grossbritannien.

    Kurzer Spaziergang am Strand mit dem klingenden Namen «Silver Sands of Morar».
    Auf der folgenden Autoroute kommen wir vorbei an drei Film Locations aus der Harry-Potter-Serie:
    -Loch Eilt (Szene mit Lord Voldemort an Dumbledores Grab --> müssen wir auslassen, da der Weg zum View Point zu sumpfig ist)
    -Glenfinnan Viadukt, hierüber dampft im Film der Hogwarts Express (nettes Fotosujet)
    -Loch Shiel, dient im dritten Potter-Film als «See bei Hogwarts».

    Sabine ist voll in ihrem Potter-Element. Hier ein «Best of» ihrer heutigen Aussagen:
    «Es isch scho seehr harrypotterig hie.»
    «Wes irgendwo hie ä Ruine het, de isches Hogwarts.»
    «Lug! Dert isch Hagrid's Hütte!» (deutet auf ein Haus in der Ferne)
    «Ah, Hedwig flügt ono umenand» (zeigt auf eine Möwe)
    «Oooh, James Potter!» (zeigt begeistert auf einen grasenden Hirsch)
    «Da drin schwümmt der Riesenkraken» (deutet auf den Loch Shiel)
    «Ab hie fahrt dr Hogwarts Express» (später in Fort William)

    In Fort William gönnen wir uns wieder mal Pub-Food und gehen auf Mini-Einkaufstour. Da ich das schottische Wetter überschätzt habe und mir langsam die Pullover ausgehen, kaufe ich einen flauschigen Pulli aus Schafswolle.
    Einen Buchladen gibts hier auch noch. Sabine kauft nichts. Primär deshalb, weil der Platz im Koffer langsam knapp wird.

    Wir tuckern weiter dem wunderschönen Loch Linnhe entlang südwärts. Unser B&B für die nächsten drei Nächte befindet sich in der Nähe des Örtchens Ballachulish. Robert, der Gastgeber, zeigt uns unser Zimmer mit Seesicht. Wir sind begeistert.

    Zum Znacht gehts ins Dorf in einen Pizzaladen (eines der wenigen Restaurants in der Umgebung, das heute geöffnet hat), dann machen wir einen Spaziergang ab unserem Guesthouse den Berg hinauf zu einem schönen Aussichtspunkt mit Blick auf See und umliegende Berge bei Sonnenuntergang. Richtig romantisch!

    Idee für morgen: Wanderung im Gebiet Glen Etive, der Ort, wo im Film «Skyfall» James Bond seinen Gegenspieler Silva zum Shodown herausgefordert hat. Für Nachmittag / Abend steht die Hafenstadt Oban auf unserem Tagesplan.
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  • Tag 10: Glen Etive (Skyfall) / Glen Coe / Oban

    June 10 in Scotland ☁️ 11 °C

    Heute haben wir die Locations aus gleich drei berühmten Filmen abgeklappert.

    Am Vormittag fuhren wir ins Glen Etive, ein Nebental des Glen Coe. Im Film «Skyfall» ist zu sehen, wie James Bond seinen Aston Martin am Strassenrand parkt und zusammen mit seiner Chefin M ins Tal blickt. Genau diesen Spot haben wir gefunden, siehe Direktvergleich in den Bildern. Sogar die Steine im Fluss sind noch am selben Ort!

    Einem Insidertipp folgend, machten wir danach nicht kehrt, sondern fuhren bis zuhinterst ins Tal, was sich für diverse Fotos lohnte. Spaziergang am Loch Etive.
    Auf der Rückfahrt sehen wir einen Hirsch.
    «Ooh», macht Sabine.
    «Wie heisster?», frage ich (in Erwartung der Antwort «James Potter», so wie gestern)
    «Ke Ahnig, hane nid gfragt», sagt sie verständnislos.
    «Nid James Potter?»
    «Nei, dä heimer dänk geschter scho gseh!»

    Im Glen Coe halten wir bei einem Wald namens «An Torr» für eine Wanderung, die allerdings eher zu einem Gehüpfe von Stein zu Stein verkommt, stets darum bemüht, die Sumpfstellen zu umgehen. Wandern in Schottland ist ja schön und gut, aber da es hier (zumindest im Juni) praktisch täglich regnet, sind die Wanderwege ein einziger Morast.

    Wir steigen noch kurz – aber steil – auf einen Hügel, um einen Blick auf den «Hagrid's Hut» zu erhaschen, eine Stelle, an der in einem Potter-Film die Hütte von Hagrid stand. Da dort inzwischen aber keine Hütte mehr steht, ist das Ganze ein wenig witzlos.

    Stärkung im «Clachlaig Inn» direkt am Waldrand, danach fahren wir in Richtung Süden in die Hafenstadt Oban. Aufstieg zum Aussichtspunkt beim McCaig Tower, einem amphiteater-artigen Gebilde, danach Stadtbummel und Abendessen (heute Pasta beim Italiener). Auf der Rückfahrt halten wir kurz beim Stalker Castle, bekannt aus dem Monty-Python-Film «Ritter der Kokosnuss».

    Was tun wir morgen? Die Planung steht noch aus. Gebucht ist bisher einzig das Fischrestaurant fürs Dinner.
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  • Tag 11: A rainy day in Inveraray

    June 11 in Scotland 🌧 12 °C

    Sogar für schottische Verhältnisse war der Tag heute regnerisch. «Liquid sunshine» nennen die Einheimischen diesen Wetterzustand übrigens.

    Wir fuhren in Richtung Süden nach Inveraray, ein Ort am Loch Fyne, eine gute Stunde von Glencoe entfernt.
    Sehenswert hier ist vor allem das Schloss, in dem noch heute der aktuelle Duke of Argyll lebt, ein schottischer Adliger, zusammen mit seiner fünfköpfigen Familie. Weite Teile des Schlosses sind jedoch offen zur Besichtigung, und als Museum eingerichtet.

    Das Schloss mit seinen vielen Zimmern, die den Lebensstil im Herrenhaus im 18. und 19. Jahrhundert aufzeigen, hat uns sehr gefallen.
    Irgendwie war es beeindruckend, Skulpturen hier ausgestellt zu sehen, die von Louise, der künstlerisch begabten früheren Duchess of Argyll (und Tochter der englischen Königin Viktoria) gefertigt wurden.
    Randnotiz: Dieselbe Louise (weitere Vornamen: Caroline Alberta) ist übrigens Namensgeberin der Provinz Alberta in Kanada, sowie des Wintersportorts Lake Louise. Dieser Ort dürfte Ski-Weltcupfans ein Begriff sein.

    Zweite Randnotiz: Der aktuelle Duke of Argyll – er hört auf den klangvollen Namen Torquhil – ist Weltmeister im Elefantenpolo.

    Zurück zum heutigen Programm. Abgesehen von zwei Stopps bei der St. Conan Kirch sowie beim Kilchurn Castle (beide am Loch Awe) haben wir heute nicht viel mehr zustandegebracht. Rückfahrt durchs Glen Coe, Apéro im «Clachlaig Inn» (wo wir gestern schon waren), dann lecker Dinner in einem nahen Seafood-Restaurant.

    Wohl oder übel, müssen wir uns bereits mit der Rückreise beschäftigen: Ab morgen fahren wir in zwei Etappen zurück nach Edinburgh. Die erste Etappe führt in die Stadt Stirling.

    Auf dem Weg liegt der Loch Lomond, Namensgeber des Lieblings-Whiskys von Kapitän Haddock aus Tim & Struppi. Klar, dass wir uns morgen in der Nähe eine Tour in einer Destillerie gönnen.
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  • Tage 12/13: Loch Lomond / Conic Hill / Stirling

    Jun 12–13 in Scotland 🌬 15 °C

    Freitagmorgen checkten wir aus unserem Guesthouse in Glencoe aus. Wir fuhren ein letztes Mal durchs Glen Coe, weiter in Richtung Süden an den Loch Lomond.

    Nach ein paar Fotostopps und einem Zwischenhalt im Städtchen Luss, fuhren wir ans östliche Seeufer an den Fuss des Conic Hill, ein beliebter Aussichtshügel. Schon auf halber Höhe war das Panorama auf den Loch Lomond umwerfend. Wir entschieden spontan, den ganzen Hügel zu erklimmen (immerhin 350 Höhenmeter).

    Für den späteren Nachmittag hatten wir eine Führung in der Whisky-Destillerie Glengoyne gebucht, zwischen Loch Lomond und Glasgow. Unser Guide Vivienne erklärte uns mit viel Körpereinsatz, wie Whisky entsteht.
    Glengoyne ist eine kleine Destillerie. Im Vergleich mit Marktführern wie Johnnie Walker geradezu winzig: Was bei Glengoyne in einem ganzen Jahr an Whisky gewonnen wird, schafft Walker in zwölf Stunden!

    Ich wagte es nicht, Vivienne zu erzählen, dass ich Whisky eigentlich nur in Mixtur zusammen mit Cola aus meinen Flegeljahren kenne; eine Bergpredigt in vaterländisch-schottischem Singsang wäre mir gewiss gewesen.
    Doch auch Whiskybanausen wie ich waren bei der anschliessenden Degustation fasziniert davon, wie ein einziger (!) beigefügter Tropf Wasser den Geschmack eines puren Whisky verändern kann.

    Wir fuhren weiter nach Stirling, bezogen unser Guesthouse bei einem sehr sympathischen Host namens Stuart, der uns mit Ausgehtipps für den Abend versorgte.
    Im «No. 2 Baker Street» Pub wandten wir uns, nach der Whisky-Hochkultur vom Nachmittag, wieder den seichteren Gewässern zu: Bei reichlich Bier, Fish&Chips und zu den Klängen einer amüsanten Coverband namens «Broken Angel» feierten – oder bedauerten – wir das unweigerliche Ende unserer Schottlandferien.

    «Highlights in den Highlands», könnte man abschliessend kalauern.
    Ernsthaft, für mich persönlich waren es wohl die schönsten Ferien meines Lebens – auch wenn viele Regenbilder anderweitige Vermutungen begünstigen. =)

    Christoph really likes Scotland (and so does Sabine). <3

    Der Samstag noch in aller Kürze: Fahrt an den Flughafen Edinburgh, Mietwagen abgeben, Flug mit Easyjet nach Zürich, per Zug nach Interlaken, Bus nach Bönigen. Ankunft kurz vor 19.00h.
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    Trip end
    June 12, 2026