Abschluss der Westalpentour
July 5, 2025 in Germany ⋅ ☀️ 30 °C
Letzter Halt: Lörrach – Der Abschluss einer ganz besonderen Reise
So, jetzt sitzen wir hier – am Verladebahnhof in Lörrach. Im Schatten. Mit einem kühlen Bier in der Hand und frischer Currywurst mit Pommes vor uns. Es ist ruhig, entspannt, fast schon idyllisch. Besser kann man eigentlich gar nicht ankommen. Und auch das Drumherum ist top: freundliches Personal, leckere Snacks, Sitzgelegenheiten, der Zug steht bereit, die Motorräder sind verladen, das Gepäck schon verstaut – alles ganz tiefenentspannt. Ein echter Wohlfühlmoment. Und gleichzeitig: ein Moment des Ankommens. Und auch ein bisschen des Abschieds.
Denn hinter uns liegt jetzt unsere Westalpentour. Und wenn wir zurückblicken, dann war das nicht einfach nur eine Motorradtour. Es war eine Reise. Eine Reise durch Landschaften, Stimmungen, Höhenmeter – und irgendwie auch ein bisschen zu uns selbst.
Gestartet sind wir in Österreich, dann ging’s weiter durch die Schweiz, nach Italien – und schließlich tief hinein in die französischen Alpen. Jeder Tag brachte neue Eindrücke, neue Straßen, neue Überraschungen. Und jeder einzelne hatte etwas Besonderes.
Ein Tag sticht besonders heraus: der Moment oben auf dem Col de la Bonette – oder genauer gesagt: an der Cime de la Bonette, mit ihren unglaublichen 2802 Metern der höchste anfahrbare Punkt Europas. Und ja, man merkt es. Man ist plötzlich woanders. Die Luft, die Farben, die Stille. Diese Weite. Es war, als wäre man auf einem anderen Planeten. Eine Mischung aus Erde und Mond. Um uns herum: Nichts als Berge. Über uns: ein tiefblauer Himmel. Und dazwischen: ein paar Gleichgesinnte, Biker wie wir, die diesen Ort genauso ehrfürchtig genossen haben. Es war ein magischer Moment – und perfekter hätte es nicht passen können, denn es war Sabrinas Geburtstag. Wir haben einfach da oben gesessen, ein kleines Picknick gemacht, die Aussicht genossen. Kein Weiter, kein Müssen. Einfach nur Sein. Einer dieser seltenen Momente, die sich tief einprägen.
Aber es waren nicht nur die großen Namen, die beeindruckt haben. Auch die vielen kleinen, oft unbekannten Pässe und Strecken haben ihre Spuren hinterlassen. Da war der Col du Pilon direkt am Morgen unseres letzten Tourtags. Sonne, blauer Himmel, direkt hoch zur ersten Passhöhe – was für ein schöner Start in den Tag. Oder der Weißensteinpass, nicht hoch, aber mit bis zu 22 % Steigung ein echter Kracher, besonders nach all den Tagen auf dem Sattel. Schmal, kurvig, eng – und ganz am Schluss nochmal ein echtes Highlight.
Dazwischen immer wieder Strecken, die uns einfach nur lächeln ließen: Schmale Straßen, durch kleine grüne Täler, entlang von Bächen. Alles voller Leben – Schmetterlinge, Felsen, Lichtspiele. Und das Gefühl, dass es ruhig auch noch ein paar Stunden so weitergehen dürfte. Manchmal fühlte es sich an, als hätte sich die Straße extra für uns ausgesucht.
Und dann waren da auch noch die letzten Pässe, die sich fast versteckt haben. Passwang zum Beispiel – mit seinen 946 Metern kein Riese, aber mit perfektem Belag, tollen Kurven und einem Wetter zum Niederknien. Und dazwischen: Kleine Stopps, gemütliche Gasthäuser, kühle Getränke, nette Menschen. Und immer wieder dieses eine Gefühl: Freiheit.
Jetzt sitzen wir hier. Und wissen: Es ist zu Ende. Aber nicht im Sinne von „vorbei“, sondern eher im Sinne von „vollendet“. Es war rund. Es war intensiv. Es war wunderschön. Und ja, die Beine sind müde, aber das Herz ist voll. Voll mit Erinnerungen an Pässe, Panorama, Hotels, Restaurants, Picknick – und ganz viel Gefühl.
Danke, ihr Alpen.
Danke, ihr Straßen.
Danke, du Tour.
Es war uns eine Ehre. Und ein Traum.Read more
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