Portara
August 15, 2021 in Greece ⋅ ☀️ 27 °C
Die Portara und der Apollon-Tempel in der Chora
Wahrzeichen der Insel Naxos ist das gigantische antike Tempeltor, die Portára. Es steht unübersehbar auf einer über eine Mole mit der Chóra verbundenen kleinen Insel („Palátia“) und begrüßt jeden Besucher schon bei der Ankunft im Hafen.
Der Apollon-Tempel
Das monumentale Tempeltor, das „Tor an sich“, besteht aus vier etwa 6 Meter langen und über 1 Meter dicken Marmorblöcken, die immerhin je knapp 20 Tonnen wiegen. Es gehört zu einem nur noch in wenigen Fundamenten erhaltenen archaischen Tempel, der um 530 v. Chr. begonnen, jedoch nie ganz vollendet worden ist. Er war dem Gott Apollon geweiht, dem Gott der Künste und Wissenschaften, aber auch des Ackerbaus und der Vegetation sowie der Orakel, der Heilkunst und des Lichts, der auf seiner nahegelegenen Geburtsinsel Delos und in Delphi seine Hauptheiligtümer hatte. Die Naxier hatten auf Delos bedeutende Bauwerke und Statuen errichtet (die Löwenallee, der Oikos und die Stoa der Naxier, die Statue der Artemis und der 9 Meter hohe Apollon-Koloss, der größte je aufgestellte Kouros). Bis zum Jahr 540 v. Chr. hatten die Naxier die Vorherrschaft über die Insel Delos inne; danach mussten sie sie an das vom Tyrannen Peisistratos geführte Athen abgeben. Vielleicht wollten sie deswegen nun auf ihrer eigenen Insel einen monumentalen Apollon-Tempel errichten. Es wird angenommen, dass schon seit der frühen archaischen Zeit ein kleines Heiligtum des Apollon auf der Palastinsel gelegen hat. Der Bau des Tempels wurde unter dem naxiotischen Tyrannen Lygdamis (Herrschaft von 538 – 524 v. Chr.) begonnen, aber nie vollendet; vermutlich wurde er mit dem Sturz des Tyrannen aufgegeben.
Vom Tempel sind außer dem Tor nur noch wenige Überreste erhalten.
Das im „Insel-ionischen“ Stil errichtete Tempelgebäude war ungewöhnlich groß angelegt (15,4 x 36,85 m) und sollte die Stärke der Insel Naxos eindrucksvoll demonstrieren. Der Innenbau hatte ähnliche Ausmaße wie bei den größten Tempeln Griechenlands, nur dass diese häufig noch von einem Säulengang umgeben waren. Auch für den Apollon-Tempel von Naxos ist vermutet worden, dass ein umlaufender Säulenring (Peristasis) geplant war; derartiges ist aber bei genauerer Analyse wohl nicht haltbar. Das Dach der Innenhalle wurde von zwei Reihen von je 4 Säulen gestützt, die die 4 Meter langen marmornen Dachbalken trugen. Die Seitenwände des Tempels standen an beiden Seiten vor und bildeten von je zwei Säulen gestützte Antenhallen.Read more






