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  • Day6

    Ponte de Lima

    May 18 in Portugal ⋅ ☁️ 20 °C

    Ponte de Lima – Wo ein römischer Prokonsul einen Mythos zerstörte

    Im 2. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung übernahmen die Römer die Herrschaft in der Region um Ponte de Lima und bauten die namensgebende Brücke über den Fluss Lima. Dies machte die Gegend strategisch bedeutsam.
    Die Römer erkannten im Lima den mythischen Fluss Lethe, einen der fünf Flüsse zum Hades, der Unterwelt aus der antiken Mythologie. Lethe war in dieser Sagenwelt der Fluss des Vergessens und der Hinterhältigkeit. Die Seelen der Verstorbenen mussten das Flusswasser trinken um die Erinnerungen an ihre irdische Existenz auszulöschen.
    Doch wurde dieser Mythos im Jahre 137 vor unserer Zeitrechnung durch den römischen Prokonsul Decimus Iunius Brutus Callaicus jäh zerstört, als der Fluss den Vormarsch seiner Truppen zu verhindern drohte. Der Prokonsul durchquerte deshalb den Lima allein und rief seine Soldaten dann nacheinander beim Namen. Die Soldaten folgten nun ihrem Heerführer, da dieser ja offensichtlich sein Gedächtnis behalten hatte und durchquerten unbesorgt den Fluss. Heute findet man in Ponte de Lima in Erinnerung an die Episode auf der einen Flussseite eine Figur eines reitenden römischen Heerführers und auf der anderen römische Legionäre in Marschformation.

    Ponte de Lima in Portugal - Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten
    ► Die Ponte de Lima – die namensgebende Brücke der Stadt
    Ponte de Lima – Stadt mit langer Geschichte und historischen Sehenswürdigkeiten

    Archäologische Funde belegen, dass die Region um Ponte de Lima bereits in der Altsteinzeit besiedelt wurde. Nach der römischen Herrschaft wechselten sich die Goten, Sueben und Araber ab, bevor die Reconquista die Region wieder für die Christen zurückeroberte. Als Teil der Grafschaft Portucale erhielt der Ort unter seinem damaligen Namen Terra de Ponte im Jahr 1125 die Stadtrechte und gilt seitdem als älteste Stadt Portugals. Durch die Brücke über den Lima blieb die Stadt auch die folgenden Jahrhunderte strategisch wichtig, bevor sie dann nach und nach an Bedeutung verlor. Heute ist Ponte de Lima eine Kleinstadt mit etwa 3.000 Einwohnern.

    Der historische Ortskern Ponte de Limas steht unter Denkmalschutz und bietet die perfekte Kulisse für einen Einkaufsbummel durch die kleinen Läden oder für ein Getränk in einem der gemütlichen Straßencafes. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten erinnern dabei an die einst glorreiche Vergangenheit der Stadt. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist natürlich die namensgebende Brücke. Diese wurde im Laufe der Zeit immer wieder erneuert und erweitert, aber von der ursprünglichen römischen Brücke sind immer noch acht Rundbögen auf etwa 100 Metern erhalten. Im 14. Jahrhundert wurde die Brücke dann um 31 weitere Bögen und 277 Meter verlängert. Weitere historische Sehenswürdigkeiten in Ponte de Lima sind die beiden gotischen Türme, die die letzten Reste der mittelalterlichen Stadtmauer darstellen, eine ganze Reihe von Sakralbauten und eine Vielzahl historischer Herrenhäuser. Das Museu dos Terceiros, dessen Sammlung unter unter anderem im ehemaligen Kloster Santo Antonio dos Frades untergebracht ist, zeigt sakrale, ethnographische und archäologische Exponate aus der Region.

    Auf dem Jakobsweg durch Portugal

    Ponte de Lima liegt auf dem Camino Portugues, dem portugiesischen Jakobsweg. Diesen gibt es in zwei Varianten, einmal in der großen Variante von Lissabon bis Santiago de Compostela, dieser hat eine Länge von 620 Kilometer und eine kleine Variante von Porto nach Santiago de Compostela mit 250 Kilometer Länge. Der „kleine“ Jakobsweg ist der deutlich beliebtere, auch ist auf diesem die Infrastruktur besser ausgebaut. Klassischerweise benötigt man für den kleinen Jakobsweg zwei Wochen und das Ziel der vierten Etappe ist Ponte de Lima.

    Ponte de Lima – Im Herzen der Region Minho

    Ponte de Lima liegt im Norden Portugals in der Subregion Minho-Lima, etwa 80 Kilometer nördlich von Porto. Die Gegend wird begrenzt vom Atlantik mit seinen weißen Sandstränden im Westen und den Gebirgen von Peneda und Geres im Osten. Im Norden liegt die Grenze zu Spanien. Die Region ist als unberührtes und ursprüngliches grünes Paradies bekannt, nicht umsonst liegt der einzige Nationalpark Portugals, Peneda-Geres, hier. Für Wanderer ist das Minho ein Eldorado. Aber auch Kulturinteressierte kommen auf ihre Kosten, denn geschichtsträchtige Städte, wie Braga, Guimaraes oder eben Ponte de Lima, die zu den ältesten Portugals gehören, liegen ebenfalls dort. Auch kulinarisch bietet die Region einiges und bereichert damit die gesamte portugiesische Küche nachhaltig. Etwa mit dem Nationalgericht Caldo Verde. Die einfache Kartoffelsuppe wird meist mit Broa, dem typischen Maisbrot aus dem Minho serviert. Oder mit dem berühmten Vinho Verde. Der leichte und spritzige Wein ist das perfekte Getränk für laue Sommerabende.
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