• Dolinen bei Sivas

    August 8 in Turkey ⋅ ☀️ 32 °C

    Als wir morgens beschlossen, wieder gemeinsam weiterzufahren, war schon klar: Die Nacht wollen wir an einem der Dolinenseen bei Sivas verbringen. Nur wussten wir noch nicht so genau, ob man dort auch baden kann. Also haben wir vorsichtshalber noch einen Zwischenstopp an einem anderen See eingelegt.
    Am Tödürge Gölü angekommen, ging es erst einmal in ein kleines Fischrestaurant. Danach haben wir tatsächlich noch einen schönen Platz zum Baden gefunden und sind alle zusammen ins Wasser gesprungen. Bei der Hitze war die Abkühlung genau das Richtige. Der Tödürge Gölü ist übrigens kein gewöhnlicher See, sondern ein Karstsee, der unter anderem von Quellen am Seeboden und dem Acısu-Bach gespeist wird. Das Wasser ist deshalb ziemlich mineralreich und enthält viel Sulfat. Mit rund 3,5 km² ist er außerdem der größte See der Provinz Sivas und liegt auf knapp 1.300 Metern Höhe.
    Anschließend wollten wir den See noch umrunden – was sich dann als deutlich abenteuerlicher herausstellte als gedacht. Dafür wurden wir mit jeder Menge Vögeln belohnt. Wir haben Schlangenadler, Falken, Störche und Fischreiher gesehen, dazu unzählige andere Arten. Der Tödürge Gölü gilt tatsächlich als wichtiges Feucht- und Vogelgebiet.
    Danach ging es weiter zu unserem eigentlichen Ziel: den Dolinen bei Sivas. Und die sind wirklich etwas Besonderes. Die Gegend zwischen Sivas, Hafik, Zara und İmranlı gehört zu den bedeutendsten Gipskarstgebieten der Welt. Unter unseren Rädern liegt hier teilweise eine mehrere hundert Meter mächtige Gipsformation. Gips ist wesentlich leichter löslich als Kalkstein. Wasser sickert durch Risse und Klüfte, löst dabei langsam das Gestein und schafft unterirdische Hohlräume. Irgendwann kann die Oberfläche darüber instabil werden und einbrechen – so entstehen Einsturzdolinen.
    Das Ergebnis sieht teilweise fast aus wie eine Landschaft von einem anderen Planeten: unzählige runde und ovale Senken, dazwischen schmale Grate, steile Gipswände und immer wieder Wasserflächen. Manche der größeren Dolinen haben sich zu regelrechten Becken entwickelt und füllen sich mit Wasser.
    Für uns war das Ganze aber vor allem eines: ein ziemlich außergewöhnlicher Stellplatz für die Nacht.
    Read more