• Tsakhkari

    September 17 in Armenia ⋅ ☀️ 14 °C

    Auf dem Weg weiter nach Süden fuhren wir an der westlichen Grenze Armeniens zu Aserbaidschan entlang. Schon von der Straße aus sahen wir immer wieder Militärposten. Westlich des Highways entdeckten wir ein Tal, das von beeindruckend hohen Felsformationen eingerahmt war und ziemlich einladend aussah.
    Über Jörgs Walkie-Talkie verabredeten wir uns kurzerhand, anzuhalten und auszukundschaften, ob und wie weit man in dieses Tal hineinfahren konnte. Wir schauten uns die militärischen Anlagen an und versuchten auf unseren Karten einen Weg zu finden – unser Kartenmaterial gab allerdings nicht besonders viel her.

    Während wir noch ratlos auf unsere Tablets starrten, kam plötzlich ein Fahrzeug mit Blaulicht angefahren. Die Border Patrol stieg aus und da wir direkt vor einem Militärposten standen, rechneten wir schon mit Ärger. Doch weit gefehlt: Nach einer kurzen Passkontrolle fragten uns die freundlichen Herren, ob wir Hilfe bräuchten.
    Als wir erklärten, was wir hier eigentlich vorhatten, zückte einer der Polizisten sein Handy. Er zeigte uns Bilder von einem wunderschönen Bergsee, den man durch dieses Tal erreichen konnte – inklusive Fotos von sich und seiner Frau beim Picknick dort. Er erklärte uns den Weg und fuhr anschließend sogar mit seinen Kollegen zum Militärposten, um für uns zu klären, was wir für die Weiterfahrt benötigten.

    Kurz darauf hatten wir eine Telefonnummer, bekamen per WhatsApp unser Border Permit und konnten tatsächlich losfahren.
    Was dann folgte, war ein echtes Abenteuer: links und rechts gewaltige Berge, eine anspruchsvolle Strecke und auf rund 8 Kilometern ordentlich Höhenmeter. Die Straße hatte es in sich und außer uns waren hier nur zwei Wanderer unterwegs. Je weiter wir ins Tal hineinfuhren, desto spektakulärer wurden die Ausblicke.
    Nach fast zwei Stunden Offroad-Gehoppel erreichten wir schließlich den See. Wir hatten alle glasige Augen und dieses riesengroße Glücksgefühl im Bauch – einfach ein Ort, bei dem einem das Herz aufgeht.
    Wir blieben ein paar Stunden, gingen eisbaden, erkundeten vorsichtig die teilweise verminte Umgebung und vesperten unsere Melone. Was für ein spontaner und spektakulärer Abstecher an einen unglaublich schönen Ort mitten im kaum zugänglichen Grenzgebiet.

    Und wieder mal sind es die ungeplanten Abzweigungen, die am Ende zu den besten Erlebnissen führen.
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