• Anja Fischer
  • Heinrich Sperling
Aktuell
  • Anja Fischer
  • Heinrich Sperling

LOVEBUS on tour

Overlanding Anja & Heinrich
🚌 In unserem syncro reisen wir flexibel und unabhängig
🌏 Aktuell sind wir unterwegs Richtung Osten
🧡 Mit offenen Herzen begegnen wir kleinen Abenteuern, großen Landschaften und Geschichten, die man nur unterwegs findet
Weiterlesen
  • 🇦🇲
    Zuletzt gesehen in
    Provinz Aragazotn

    Tsakhkari

    17. September in Armenien ⋅ ☀️ 14 °C

    Auf dem Weg weiter nach Süden fuhren wir an der westlichen Grenze Armeniens zu Aserbaidschan entlang. Schon von der Straße aus sahen wir immer wieder Militärposten. Westlich des Highways entdeckten wir ein Tal, das von beeindruckend hohen Felsformationen eingerahmt war und ziemlich einladend aussah.
    Über Jörgs Walkie-Talkie verabredeten wir uns kurzerhand, anzuhalten und auszukundschaften, ob und wie weit man in dieses Tal hineinfahren konnte. Wir schauten uns die militärischen Anlagen an und versuchten auf unseren Karten einen Weg zu finden – unser Kartenmaterial gab allerdings nicht besonders viel her.

    Während wir noch ratlos auf unsere Tablets starrten, kam plötzlich ein Fahrzeug mit Blaulicht angefahren. Die Border Patrol stieg aus und da wir direkt vor einem Militärposten standen, rechneten wir schon mit Ärger. Doch weit gefehlt: Nach einer kurzen Passkontrolle fragten uns die freundlichen Herren, ob wir Hilfe bräuchten.
    Als wir erklärten, was wir hier eigentlich vorhatten, zückte einer der Polizisten sein Handy. Er zeigte uns Bilder von einem wunderschönen Bergsee, den man durch dieses Tal erreichen konnte – inklusive Fotos von sich und seiner Frau beim Picknick dort. Er erklärte uns den Weg und fuhr anschließend sogar mit seinen Kollegen zum Militärposten, um für uns zu klären, was wir für die Weiterfahrt benötigten.

    Kurz darauf hatten wir eine Telefonnummer, bekamen per WhatsApp unser Border Permit und konnten tatsächlich losfahren.
    Was dann folgte, war ein echtes Abenteuer: links und rechts gewaltige Berge, eine anspruchsvolle Strecke und auf rund 8 Kilometern ordentlich Höhenmeter. Die Straße hatte es in sich und außer uns waren hier nur zwei Wanderer unterwegs. Je weiter wir ins Tal hineinfuhren, desto spektakulärer wurden die Ausblicke.
    Nach fast zwei Stunden Offroad-Gehoppel erreichten wir schließlich den See. Wir hatten alle glasige Augen und dieses riesengroße Glücksgefühl im Bauch – einfach ein Ort, bei dem einem das Herz aufgeht.
    Wir blieben ein paar Stunden, gingen eisbaden, erkundeten vorsichtig die teilweise verminte Umgebung und vesperten unsere Melone. Was für ein spontaner und spektakulärer Abstecher an einen unglaublich schönen Ort mitten im kaum zugänglichen Grenzgebiet.

    Und wieder mal sind es die ungeplanten Abzweigungen, die am Ende zu den besten Erlebnissen führen.
    Weiterlesen

  • Jermuk

    15. September in Armenien ⋅ ☀️ 20 °C

    Jermuk ist ein klassischer armenischer Kurort – bekannt für seine heißen Quellen, Mineralwasser und Thermalbäder. Wir haben uns die berühmte Wassergalerie angeschaut und sind anschließend ein bisschen durch den Ort geschlendert. Viel mehr als Hotels, Cafés und Kurort-Atmosphäre gibt es dort allerdings nicht zu entdecken – die klassischen Touri-Spots haben wir deshalb entspannt ausgelassen.
    Dafür haben wir einen richtig coolen Lost Place entdeckt: einen ausgestorbenen sowjetischen Kulturpalast. Wir konnten uns die alte Eingangshalle und sogar das ehemalige Schwimmbecken von innen anschauen – ein spannender Einblick in vergangene Zeiten.
    Mittags haben wir ein echtes Highlight gefunden: ein Restaurant direkt am Fluss, versteckt zwischen den Felsen. Man konnte draußen sitzen oder sich einen Platz in kleinen Fels- und Höhlenbereichen suchen. Also haben wir es uns mit Jörg richtig gut gehen lassen und sind dort deutlich länger hängen geblieben als ursprünglich geplant.
    Auf dem Weg zum Parkplatz haben wir noch kurz an einer heißen Quelle angehalten und uns ein warmes Fußbad gegönnt.
    Danach ging es durch den wunderschönen Canyon aus Jermuk hinaus. Über eine Schotterpiste fährt man direkt am wilden Fluss entlang, während links und rechts unzählige Basaltsäulen aus den Felsen ragen. Teilweise sind sie so regelmäßig und geometrisch angeordnet, dass es fast künstlich aussieht. Eine richtig spektakuläre Strecke – und genau die Art von Landschaft, für die wir solche Abstecher lieben.
    An unserem Schlafplatz angekommen, sind wir dann wieder auf Nadine und Patrick gestoßen und so hatten wir wieder mal einen schönen gemeinsamen Abend.
    Weiterlesen

  • Vayotssar

    14. September in Armenien ⋅ ☀️ 23 °C

    Da wir schon einmal im armenischen Hochland unterwegs waren, haben wir natürlich gleich noch den nächsten Vulkan mitgenommen: den Vayotssar. Der rund 2.580 Meter hohe, erloschene Vulkankegel hat einen etwa 125 Meter tiefen Krater.
    Schon die Fahrt zum Ausgangspunkt der Tour war unglaublich idyllisch – diesmal ging es nur mit Buschtaxi und Bulli zum Gipfel. Nadine und Patrick nahmen mit „Dumbo“ die Strecke außen herum, während Patrick kurzerhand mit dem Mountainbike zum Vulkangipfel kam.
    Anschließend ging es gemeinsam weiter Richtung Jermuk zu unserem nächsten Ziel. Am Stausee fanden wir einen richtig schönen Stellplatz und konnten erst einmal die Abendsonne genießen. Der Abend ging in die Nach über, mit Musik, Sterne gucken und gegen die Kälte tanzen - ein perfekter Abschluss für einen tollen Tag im armenischen Hochland.
    Weiterlesen

  • Armaghan

    13. September in Armenien ⋅ ⛅ 15 °C

    Zusammen mit Nadine und Patrick und ihrem Vario „Dumbo“ sowie Jörg mit seinem Buschtaxi haben wir uns auf eine Offroadtour zum Armaghan gemacht. Der Armaghan ist ein erloschener Vulkan und liegt auf 2.829 Metern Höhe.
    Die Auffahrt zum Gipfel war eigentlich easy und bot schon unterwegs immer wieder weite Blicke über die Landschaft. Oben angekommen wurde die Aussicht dann noch spektakulärer – und natürlich sind wir auch zum Kratersee runtergelaufen, wo tatsächlich auch ein paar Frösche wohnen.
    Der Weg nach unten hatte es dann allerdings mehr in sich als erwartet: ziemlich steil, dazu rutschiger Untergrund – da war Konzentration gefragt. Unten angekommen wurden wir dafür mit einer völlig anderen Landschaft belohnt. Weite Wiesen und Felder, durchzogen von mäandernden Flüssen, und jede Menge Platz. Dort haben wir uns einen schönen Stellplatz gesucht und den Nachmittag ganz entspannt in den Abend übergehen lassen. Wir haben alle zusammen Ucha gekocht, gegessen, geredet und gelacht – genau so, wie ein Offroadtag enden sollte.
    Weiterlesen

  • Sewansee

    13. September in Armenien ⋅ ☀️ 15 °C

    Bei bestem Wetter sind wir am Sewansee angekommen. Der natürliche See liegt auf rund 1.900 Metern Höhe, ist relativ flach und trotzdem riesig: ungefähr dreimal so groß wie der Gardasee. Der Sewansee ist außerdem der größte See Armeniens und des Südkaukasus.
    Hier haben wir uns mit Patrick und Nadine getroffen, die zum Surfen an den See gekommen waren. Leider war ausgerechnet an diesem Tag kaum Wind, sodass das mit dem Surfen nichts wurde.
    Auf dem Weg zum See hatten wir außerdem zufällig Jörg wiedergetroffen, den wir schon in Tiflis kennengelernt hatten. Am nächsten Morgen kam er ebenfalls zum See, und dann gab es erst einmal Pfannkuchen für alle.
    Danach hatten wir zusammen einen richtig schönen Tag am Sewansee – mit viel Sonne, ausgiebigen Gesprächen und natürlich Baden!
    Am nächsten Tag sind wir gemeinsam aufgebrochen und haben uns noch den Friedhof von Noratus angeschaut. Hier stehen hunderte armenische Khachkars – kunstvoll verzierte Kreuzsteine, die teilweise mehrere Jahrhunderte alt sind. Noratus gilt als die größte erhaltene Ansammlung solcher Kreuzsteine in Armenien.
    Weiterlesen

  • Ankunft in Armenien

    10. September in Armenien ⋅ ☀️ 20 °C

    Gestern hieß es für uns: Tschüss Georgien, hallo Armenien!
    Der Grenzübergang ging erstaunlich schnell. Die Georgier waren – wie so oft – eher mäßig an uns interessiert, dafür wurden wir auf armenischer Seite umso freundlicher und herzlicher empfangen. Es ist immer wieder faszinierend, wie sich innerhalb weniger Meter hinter einer Grenze plötzlich alles verändert: die Menschen, die Straßen, die Autos, die Häuser und irgendwie das ganze Lebensgefühl.
    Für unsere erste Nacht in Armenien haben wir uns einen entspannten Stellplatz nicht weit von der Hauptstraße gesucht und hatten eine wunderbar ruhige Nacht.
    Am nächsten Morgen sollte es eigentlich direkt zum Sewansee gehen. Aber die Hauptstraße war wegen eines Fahrradrennens gesperrt. Also haben wir eine Offroad-Umfahrung gesucht – schließlich findet sich ja meistens irgendein Weg.
    Die Tour war superschön und hat uns einen tollen ersten Eindruck von der armenischen Landschaft gegeben.
    Unsere vermeintlich clevere Umfahrung endete allerdings ausgerechnet mitten in der Straßensperrung. Die Cops schauten etwas verdutzt und verfrachteten uns kurzerhand an den Straßenrand. Und damit hatten wir plötzlich den vermutlich besten Zuschauerplatz der ganzen Tour: Als einzige Zivilisten standen wir an einer komplett menschenleeren Hauptstraße und konnten in aller Ruhe das Fahrradrennen samt Begleitfahrzeugen an uns vorbeiziehen lassen.
    Also Tenderino raus, gute Musik an, kalte Getränke aus dem Kühlschrank – und schon wurde aus der gescheiterten Umfahrung unsere ganz persönliche VIP-Tribüne bei der Tour d’Armenie.
    Armenien, der Start gefällt uns schon mal!
    Weiterlesen

  • Chronik von Georgien

    8. September in Georgien ⋅ ☀️ 17 °C

    Auf einem Hügel über dem Tbilisi Sea steht eines der beeindruckendsten Monumente, die wir in Georgien bisher gesehen haben: die Chronik von Georgien.
    Schon von Weitem wirken die 16 gewaltigen, bis zu 35 Meter hohen Pfeiler ziemlich spektakulär. Aus der Nähe wird es noch besser: Überall riesige Bronzereliefs mit Königen, Königinnen und georgischen Nationalhelden, dazu Szenen aus der Geschichte des Landes und aus dem Leben Christi. Im Grunde erzählt das ganze Monument die Geschichte Georgiens – politisch, geschichtlich und natürlich auch religiös.
    Begonnen wurde das gigantische Projekt 1985 vom georgischen Bildhauer Zurab Tsereteli. Fertig geworden ist es allerdings nie. Mit dem Ende der Sowjetunion kamen die Arbeiten weitgehend zum Erliegen – was man an einigen Stellen auch sieht. Der Wirkung tut das aber überhaupt keinen Abbruch.
    Wir fanden es mega interessant und vor allem wahnsinnig beeindruckend, zwischen diesen riesigen Pfeilern herumzulaufen. Dazu die Aussicht über den Stausee und ein Wind, der uns dort oben fast weggeblasen hat.
    Weiterlesen

  • Ananuri

    7. September in Georgien ⋅ ⛅ 24 °C

    Auf unserem Weg Richtung Norden haben wir natürlich auch einen Stopp in Ananuri eingelegt. Die alte Festungsanlage liegt an der Georgischen Heerstraße und thront über dem türkisblauen Zhinvali-Stausee.
    Ananuri besteht aus einer ziemlich gut erhaltenen Burganlage mit Wehrtürmen, Mauern und Kirchen. Besonders beeindruckend ist die große Muttergotteskirche aus dem 17. Jahrhundert mit ihren aufwendig verzierten Steinreliefs, die Kreuze und Weinreben darstellen. Man kann auch auf die Mauern und Türme klettern um die Aussicht zu genießen.
    Direkt unterhalb liegt der riesige Zhinvali-Stausee, der in den 1980er-Jahren entstand - bei niedrigem Wasserstand sollen sogar noch Überreste der damals überfluteten Siedlungen auftauchen.
    Die Kombination aus mittelalterlicher Festung, Kirchen, Bergen und dem leuchtend blauen Wasser im Hintergrund war auch bei trübem Wetter ziemlich spektakulär.

    Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Stop beim Denkmal der 300 Aragvier. Es erinnert an die georgischen Kämpfer aus dem Aragvi-Tal, die 1795 bei der Schlacht von Krtsanisi gegen die persische Armee kämpften und dabei fast vollständig fielen.
    Spannend fanden wir vor allem das Denkmal selbst: Es wurde 1959, also mitten in der Sowjetzeit errichtet. Der hohe, kantige Obelisk mit den steinernen Reliefs und den nach oben ragenden Speerspitzen wirkt monumental und typisch für die sowjetische Gedenkarchitektur. Ein interessanter Mix aus georgischer Nationalgeschichte und sowjetischer Monumentalarchitektur – und damit wieder ein Stück Geschichte, das man unterwegs so ganz nebenbei entdeckt.
    Weiterlesen

  • Nationalpark Tbilisi

    6. September in Georgien ⋅ ⛅ 22 °C

    Übers Wochenende sind wir raus aus Tbilisi und Richtung Norden gefahren – nach den aufgeheizten Tagen in der Stadt hatten wir dringend Lust auf ein bisschen Natur und vor allem kühlere Temperaturen.
    Schon unser Stellplatz am Fluss war dafür perfekt: ruhig, grün und angenehm kühl. Von dort ging es weiter in den Sabaduri Forest. Die kurvigen Straßen durch die weiten Laubwälder waren superschön zu fahren und wir konnten uns richtig gut vorstellen, wie spektakulär es hier im Herbst aussehen muss, wenn sich der ganze Wald bunt färbt.
    Unterwegs haben wir noch eine Bärenauffangstation besucht, in der neben den Bären auch einige Wölfe leben.
    Ansonsten haben wir einfach die Ruhe, die Wälder und die deutlich angenehmere Luft genossen. Genau die richtige kleine Auszeit und Abkühlung nach ein paar heißen Tagen in Tbilisi.
    Weiterlesen

  • Syncro Horizons

    6. September in den USA ⋅ ☀️ 27 °C

    Wir haben endlich was aus unseren Drohnenaufnahmen gemacht 🚌

    https://youtube.com/@syncrohorizons

    Auf unserem YouTube-Kanal sind die ersten Videos online. Nach und nach werden weitere Aufnahmen dazukommen – unregelmäßig, unkommerziell und unprofessionell, dafür persönlich und ehrlich 🧡

    Wenn ihr nichts verpassen möchtet, abonniert gerne unseren Kanal 🔔
    Weiterlesen

  • Tiflis bei Tag

    1. September in Georgien ⋅ ⛅ 23 °C

    Tiflis ist eine dieser Städte, wo man einfach gerne rumspaziert: wunderschöne alte Häuser mit den typischen Holzbalkonen, kleine Gassen, große Plätze, Parks und jede Menge Cafés.
    Dazwischen steht immer wieder etwas komplett Neues und Modernes – wie die Friedensbrücke, die sich ziemlich futuristisch über den Fluss spannt und einen spannenden Kontrast zur teilweise etwas bröckeligen Altstadt bildet.
    Natürlich waren wir auch im Viertel rund um die berühmten Schwefelbäder unterwegs, wo Tiflis seinen Ursprung haben soll. Überhaupt macht es einfach Spaß, ohne großes Ziel durch die verschiedenen Viertel zu schlendern und zu schauen, was hinter der nächsten Ecke kommt.
    Weiterlesen

  • Tiflis bei Nacht

    31. August in Georgien ⋅ ☁️ 20 °C

    Tiflis gefällt uns tagsüber schon richtig gut – aber abends bekommt die Stadt nochmal eine ganz andere Stimmung.
    Den besten Überblick hatten wir vom Vergnügungspark auf dem Mtatsminda. Von dort oben liegt einem die ganze Stadt zu Füßen.
    Aber auch unten sind wir abends gerne unterwegs. Das Leben spielt sich hier viel draußen ab, die Restaurants und Terrassen sind voll und auf den Straßen ist bis spät am Abend ordentlich was los. Und da Tiflis kulinarisch einiges zu bieten hat, nutzen wir unsere Tage in der Stadt natürlich auch ausgiebig dafür, gut essen zu gehen.
    So laufen wir meistens noch lange durch die beleuchteten Straßen und Parks, kehren hier und da ein und genießen einfach das Stadtleben. Ein bisschen Großstadt zwischendurch ist auch mal wieder richtig schön.
    Weiterlesen

  • Uplisziche

    31. August in Georgien ⋅ ☁️ 19 °C

    Heute haben wir einen Abstecher nach Uplisziche gemacht – eine uralte Felsenstadt, die komplett in den weichen Sandstein geschlagen wurde.
    Die ersten Siedlungsspuren hier reichen über 3.000 Jahre zurück und über Jahrhunderte war Uplisziche ein wichtiger Handelsplatz an der Seidenstraße. In den Felsen wurden Wohnräume, Tempel und Vorratskammern (hauptsächlich für Wein) angelegt. Vor etwa tausend Jahren kamen christliche Kirchen dazu, die im Gegensatz zu den behauenen Felsen, aus Steinen errichtet wurden.
    Heute kann man kreuz und quer durch die alten Höhlen und Gänge laufen und von oben hat man einen richtig schönen Blick über das Tal und den Fluss Mtkvari.
    Weiterlesen

  • Kaukasus

    29. August in Georgien ⋅ 🌧 18 °C

    Der Kaukasus: Bergeketten und Gipfel, gewaltige Gletscher, reißende Flüsse in tief eingeschnittenen Schluchten und Straßen, bei denen man manchmal nicht weiß, ob man gerade noch auf einer Straße oder schon mitten im Geröllfeld unterwegs ist.
    Dazwischen liegen kleine mittelalterliche Dörfer, die mit ihren alten Wehrtürmen aussehen wie Filmkulissen. Kühe, Schweine und Pferde stehen oder laufen selbstverständlich auf der Straße herum. Gefühlt jedes dritte Auto hatte irgendwann einmal ein Leben in Deutschland: alte Transporter von Handwerksbetrieben, ausrangierte Lieferwagen und deutsche Firmenaufschriften. Und egal wie schlecht die Straße ist – irgendeinem Georgier hinter uns geht es garantiert nicht schnell genug. Dann wird gehupt, geflucht und bei der nächstbesten (oder schlechten) Gelegenheit überholt.
    Und an jedem Stellplatz haben wir Hunde. Kleine, große und teilweise riesige Exemplare und alle waren unglaublich lieb und entspannt.
    Der Kaukasus ist so vielseitig und hinter jeder Kurve wartet ein neuer Ausblick, ein neues Dorf oder die nächste absurde Situation auf der Straße.
    Weiterlesen

  • Shovi - Stalins Datscha

    28. August in Georgien ⋅ ☁️ 20 °C

    Shovi liegt ziemlich abgelegen im Kaukasus, im letzten Tal vor der Grenze zu Südossetien. Wir sind den ganzen Weg hier rein gefahren, weil mitten im Wald angeblich eine alte Datscha von Stalin steht – und diesen Lost Place wollten wir uns anschauen.
    Shovi war zu Sowjetzeiten ein beliebter Kurort, bekannt für Mineralquellen und die klare Bergluft. Heute steht diese riesige Holzvilla verlassen im Wald – ziemlich heruntergekommen, aber gerade deshalb ein richtig spannender Ort.
    Weniger schön ist die jüngere Geschichte von Shovi. Im August 2023 raste ein gewaltiger Bergrutsch aus Schlamm, Geröll und Wasser durch das Tal, begrub Teile des Ferienortes und riss mehr als 30 Menschen in den Tod. Die riesige Schneise ist bis heute deutlich zu sehen und macht erst richtig klar, welche unfassbaren Kräfte hier gewirkt haben.
    Wenn wir schon mal hier waren, wollten wir auch schauen, wie weit man Richtung Südossetien kommt. Nicht besonders weit, wie sich herausstellte: Am Militärposten war Schluss und wir wurden freundlich wieder zurückgeschickt.
    Weiterlesen

  • Schaschlikgewitter

    27. August in Georgien ⋅ 🌧 23 °C

    Von Ushguli aus ging es Richtung Süden, wo wir uns die beeindruckenden Felssäulen angeschaut haben – ein bisschen wie das Elbsandsteingebirge: Steile Felswände und riesige Säulen.
    Unser Fahrtag hatte sich ordentlich gezogen und so haben wir das geplante Schaschlik auf den nächsten Tag verschoben.
    Als wir am nächsten Tag gerade loslegen wollten, brach ein heftiges Gewitter über uns herein. Wir hatten „in weiser Voraussicht“ schon Markise und Tarp aufgebaut – was sich dann bei dem Sturm als Herausforderung herausstellte. Zeltstangen, Tarp und Markise wollten sich verselbstständigen und wir standen im strömenden Regen draußen und hielten einfach alles fest. Autotür öffnen oder irgendetwas loslassen? Keine Chance. Also hieß es: ausharren.
    Und keine Stunde später: strahlend blauer Himmel, als wäre nie etwas gewesen. Also haben wir den Schaschlik gegrillt und aus dem völlig verregneten Start wurd ein herrlicher Abend mit gutem Essen und hausgemachtem Chacha - in der typischen, unettiketierten PET-Flasche natürlich!
    Weiterlesen

  • Shkhara Gletscher

    24. August in Georgien ⋅ ☀️ 19 °C

    Den letzten richtig sonnigen Tag wollten wir unbedingt noch nutzen, um zum Shkhara-Gletscher zu wandern. Der liegt am Fuß des Shkhara, mit 5.193 Metern der höchste Berg Georgiens und einer der höchsten Gipfel des gesamten Kaukasus. Der Gletscher selbst ist – wie die meisten großen Gletscher des Kaukasus – über viele Jahrtausende entstanden und ein Überbleibsel deutlich kälterer Klimaperioden. Heute zieht er sich allerdings immer weiter zurück.
    Also hieß es mal wieder: früh aufstehen. Auf dem Weg zum Wanderparkplatz kamen uns drei deutsche Wanderer entgegen, die sich gerade mit einer Wasserdurchquerung beschäftigten. Da im Lovebus noch Platz war, haben wir sie kurzerhand eingesammelt und ihnen zumindest diesen Teil der Wanderung erspart.
    Auf der kurzen gemeinsamen Fahrt haben wir dann beschlossen, einfach zusammen weiterzuwandern. Und das war eine ziemlich gute Entscheidung. Wir haben uns auf Anhieb super verstanden und vor lauter Quatschen war unser Wandertempo eher gemütlich. Trotzdem waren wir mit die Ersten, die morgens am Gletscher ankamen – und das sollte sich noch auszahlen.
    Wir konnten bis ganz nach vorne zur Eishöhle laufen und standen plötzlich direkt vor dieser riesigen Eismasse. Schon von weitem ist der Gletscher beeindruckend, aber wenn man unmittelbar davorsteht, bekommt das Ganze noch einmal eine völlig andere Dimension. Über einem türmt sich das Eis, überall knackt und tropft es und aus der Gletscherhöhle schießt das Schmelzwasser ins Tal. Ein wirklich spektakulärer Moment.
    Während unserer ausgiebigen Fotosession wurde uns dann allerdings ziemlich schnell vorgeführt, warum man an so einem Gletscher nicht allzu sorglos herumstehen sollte. Mit der stärker werdenden Sonne fing das Eis ordentlich an zu tauen und plötzlich kam Geröll über den Gletscher herunter. Für uns definitiv das Zeichen, langsam wieder Abstand zu gewinnen. Wir waren genau rechtzeitig dort gewesen – die Besucher nach uns konnten schon nicht mehr so nah an die Eishöhle heran. Früh aufstehen hat sich also mal wieder gelohnt!
    Mit gebührendem Abstand zum Eis gab es erst einmal eine ausgiebige Frühstückspause mit Gletscherblick, bevor wir uns wieder auf den Weg ins Tal machten. Und da merkten wir dann auch, wie gut unsere frühe Startzeit gewesen war: Uns kamen inzwischen große Wandergruppen entgegen und auf dem vorher noch ziemlich leeren Weg wurde es zunehmend voller.
    Unten angekommen, haben wir die Wanderung ganz entspannt in einem kleinen Bergcafé in der Sonne ausklingen lassen. Danach ging es zu fünft zurück zu unserem Stellplatz am Fluss – inklusive eigenem kleinen Privatstrand.
    Und nach einer Wanderung zum Gletscher gibt es natürlich kaum einen besseren Abschluss als ein Bad im eiskalten Bergfluss. Also wurde noch eine Runde eisgebadet. Kalt genug war das Wasser jedenfalls – Gletscherfeeling bis zum Schluss.
    Weiterlesen

  • Ushguli

    23. August in Georgien ⋅ ☀️ 21 °C

    Von Mestia aus ging es für uns weiter Richtung Ushguli – immer tiefer hinein in die spektakuläre Bergwelt Swanetiens. Schon die Dörfer unterwegs sind ziemlich faszinierend: uralte Steinhäuser, enge Gassen und überall die typischen swanetischen Wehrtürme, die teilweise schon seit dem Mittelalter über den Häusern aufragen. Die Türme gehörten früher einzelnen Familien und dienten nicht nur zur Verteidigung gegen Angreifer, sondern auch als Rückzugsort bei den berüchtigten Familienfehden. Viele dieser alten Häuser und Türme stehen bis heute – und werden teilweise tatsächlich noch genutzt.
    Auf dem Weg nach Ushguli mussten wir mit unserem Lovebus natürlich am Love Tower anhalten. Wenn schon ein Turm so heißt, können wir ja schlecht einfach vorbeifahren. Und so hatten wir auch endlich die Gelegenheit, einen dieser alten swanetischen Türme von innen zu bestaunen. Dicke Steinmauern, mehrere Stockwerke, winzige Öffnungen und steile Holzleitern – gemütlich ist anders, aber ziemlich beeindruckend, wenn man sich vorstellt, wie die Menschen hier früher gelebt haben.
    Ushguli selbst wirkt auf den ersten Blick fast wie ein verlassenes mittelalterliches Dorf. Kleine, ziemlich rustikale Steinhäuser, dazwischen die alten Wehrtürme und kaum etwas, das nach einem „normalen“ bewohnten Ort aussieht. Aber sobald man ein bisschen durch die Gassen schlendert, merkt man: Hier wird tatsächlich noch gelebt. Hinter den jahrhundertealten Mauern befinden sich Wohnhäuser, Ställe, kleine Unterkünfte, Cafés und Restaurants – manchmal alles irgendwie gleichzeitig.
    Die Dörfer von Ushguli gehören zum UNESCO-Welterbe und liegen auf über 2.000 Metern Höhe, eingerahmt von den gewaltigen Gipfeln des Großen Kaukasus. Die jahrhundertelange Abgeschiedenheit hat dafür gesorgt, dass hier unglaublich viel von der traditionellen swanetischen Architektur erhalten geblieben ist.
    Und verlassen ist Ushguli spätestens auf den zweiten Blick sowieso nicht. Überall laufen Wanderer mit Rucksäcken herum, Pferde werden für Touren gesattelt, Geländewagen kommen und gehen und in den kleinen Cafés und Guesthouses herrscht ordentlich Betrieb. Ein ziemlich trubeliger Ort – nur eben in einer Kulisse, die aussieht, als wäre seit dem Mittelalter kaum Zeit vergangen.
    Weiterlesen

  • Panoramaplatz

    23. August in Georgien ⋅ ☀️ 13 °C

    Wer in Erdkunde aufgepasst hat, weiß vielleicht: Der vermeintlich höchste Berg Europas liegt gar nicht in den Alpen, sondern im Kaukasus. Der Elbrus ist mit 5.642 Metern deutlich höher als der Mont Blanc und liegt – zumindest nach der gängigen geografischen Grenzziehung – auf der europäischen Seite des Kaukasus. Ganz einig ist man sich bei der Grenze zwischen Europa und Asien allerdings nicht. Aber egal wie man es dreht: Der Elbrus ist der höchste Berg des Kaukasus. Und den wollten wir unbedingt sehen.
    Das Problem: Zwischen uns und dem Elbrus liegen noch ein paar ziemlich stattliche Viertausender. Nach einiger Recherche hatte Anja schließlich einen Touranbieter gefunden, der für rund 200 Euro Sonnenauf- und Sonnenuntergangstouren zur Kirche des Erzengels Gabriel auf etwa 2.500 Metern Höhe anbietet. Von dort soll man einen spektakulären Blick auf Elbrus, Ushba und Tetnuldi haben.
    Also hat Anja den Standort der Kirche und eine mögliche Route dorthin herausgefunden. Und unsere Logik war ziemlich einfach: Was die Georgier mit ihren Mitsubishi Delicas schaffen, schaffen wir mit unserem Bulli auch - so zumindest die Theorie.
    Die ersten Kilometer waren zwar schon offroad, aber noch nicht wirklich dramatisch. Je weiter es nach oben ging, desto mehr änderte sich das allerdings. Zu Geröll, tief ausgefahrenen Spurrillen, Matschlöchern und engen Kurven kamen irgendwann Steigungen dazu, die zu Fuß kaum machbar sind.
    An einer besonders steilen Stelle brauchten wir drei Anläufe und Anja musste aussteigen, damit der Bulli ein paar Kilo weniger den Berg hochschleppen musste. Aber: Wir haben es geschafft.
    Oben angekommen stand bereits die Gruppe der Sunset-Tour an der Kirche – und die Blicke waren ziemlich eindeutig. Offenbar hatte niemand damit gerechnet, dass plötzlich zwei Deutsche mit so einem Bulli dort oben auftauchen. Und so wurden wir mal wieder selbst zum Fotomotiv für die anderen Touristen.
    Der Sonnenuntergang war dann einfach nur grandios. Nach und nach verschwanden die Tourfahrzeuge wieder im Tal und irgendwann hatten wir diesen unglaublichen Ort komplett für uns allein. Um uns herum die Berge des Kaukasus, über uns eine klare Sternennacht und ein so heller Mond, dass die ganze Landschaft fast unwirklich aussah.
    Aber der nächste Morgen hat das Ganze tatsächlich noch einmal getoppt.
    Wir hatten uns extra einen Wecker gestellt, um den Sonnenaufgang nicht zu verpassen. Als wir aus dem Bulli gekrochen kamen, war die Sunrise-Tour allerdings schon da – und unser Auto wurde bereits wieder fleißig fotografiert.
    Und dann dieser Sonnenaufgang: Völlig klare Sicht, ein 360-Grad-Panorama über den Kaukasus und die schneebedeckten Gipfel ringsherum. Es war einfach irre und einer dieser Momente, bei denen man gar nicht so richtig weiß, wohin man zuerst schauen soll.
    Als die Touristen wieder verschwunden waren, kamen zwei Einheimische zur Kirche. Im Gepäck hatten sie einen riesigen Haufen frisch gebackenes Brot und irgendwann winkten sie uns zu sich.
    Und so saßen wir morgens um acht an einer kleinen Kirche auf 2.500 Metern Höhe im Kaukasus, aßen frisches Brot und tranken Chacha aus abgesägten Plastikflaschen. Dazu bekamen wir eine ausführliche Predigt über diesen heiligen Ort, über Liebe, Familie und Frieden. Was für ein Frühschoppen.
    Und was für ein Ort. Hier sagen die Bilder tatsächlich mehr als tausend Worte.
    Weiterlesen

  • Ab in die Berge

    21. August in Georgien ⋅ ☀️ 29 °C

    Nach unseren Erfahrungen mit Bergen und Nebel wollten wir diesmal nichts dem Zufall überlassen. Die Wettervorhersage versprach für die nächsten drei Tage Sonne und vor allem Weitsicht – also nichts wie los in den Kaukasus!
    Bevor wir Poti verlassen haben, wurden natürlich noch einmal Vorräte eingekauft, Wasser aufgefüllt und der Bulli vollgetankt. Dann ging es entlang des Enguri über Jvari weiter Richtung Berge.
    Schon die Anfahrt war ziemlich spektakulär. Die Straße führt an einem riesigen Stausee entlang, der von türkisblauem Gletscherwasser gespeist wird. Dazu überall Hochspannungsleitungen, die sich durch die Berge ziehen.
    Und spätestens hier merkt man auch, warum viele der Straßen und Pässe im Kaukasus nur in den Sommermonaten befahrbar sind. Immer wieder liegen riesige Schieferbrocken und Geröll auf der Fahrbahn, ganze Stücke der Straße sind weggebrochen oder nur noch einspurig passierbar. Kombiniert mit der Fahrweise der Georgier wurde schon die Anreise zu einem kleinen Abenteuer.
    Dafür wurden wir hinter fast jeder Kurve mit neuen Ausblicken belohnt. Die Berge tauchen immer wieder in völlig unterschiedlichen Formationen vor einem auf, die Täler werden enger und die Gipfel höher.
    Wir freuen uns riesig auf den Kaukasus. Vor allem Heinrich, denn der hatte hier bisher immer Pech mit dem Wetter. Diesmal sieht es tatsächlich so aus, als könnte es perfekt werden.
    Weiterlesen

  • Poti

    18. August in Georgien ⋅ 🌙 25 °C

    Nach dem High Life in Batumi war uns erstmal wieder nach etwas Ruhe. Also ging es weiter Richtung Poti, wo wir zwei Nächte direkt am Strand verbracht haben. Poti ist eine wichtige Hafenstadt am Schwarzen Meer, die mit der industriellen Revolution gross geworden ist. Die Planstadt wird von unzähligen Villen im Stil der Nationalromantik umrandet. Außerdem gibt es einige bekannte Kurorte und Strände, darunter auch den sogenannten magnetischen Strand. Der eisenhaltige, schwarze Sand soll durch seine magnetischen Eigenschaften eine heilende Wirkung haben und wird schon seit vielen Jahren für Kuren und zur Erholung genutzt. Unser Stellplatz im Pinienwald war durch eine grüne Wiese mit dem magnetischen Strand verbunden. Dort grasten morgens Kühe und tagsüber haben wir beobachtet, wie die Einheimischen kommem und gehen. Ein ziemlich cooler Ort, um einfach mal die Füße hochzulegen und nichts zu machen.Ein Hund hatte uns offenbar besonders ins Herz geschlossen. Wir nannten ihn Wiggles und er ist uns zwei Tage lang nicht von der Seite gewichen.

    Ansonsten ist nicht viel passiert – und genau das war auch mal schön.
    Weiterlesen

  • Batumi

    17. August in Georgien ⋅ ⛅ 24 °C

    Unser erster Stopp in Georgien war Batumi – und das hat uns komplett überrascht. Wir hatten eher eine etwas verschlafene Stadt am Schwarzen Meer erwartet und fanden stattdessen eine ziemlich mondäne Küstenstadt vor, die alles bietet, was man sich für einen Urlaub nur wünschen kann: Luxushotels, Parks und Promenaden, Casinos und Nachtclubs, unzählige richtig gute Restaurants und dazwischen jede Menge fancy Hochhäuser.
    Und dann gibt es noch die kleine, wunderschöne Altstadt mit ihren spektakulären Jugendstilhäusern in allen Variationen. Prächtige Fassaden, verspielte Details und einige liebevoll restaurierte Gebäude.
    Batumi entwickelte sich vor allem ab dem 19. Jahrhundert zu einer bedeutenden Hafen- und Handelsstadt. Durch den Ausbau des Hafens und die Anbindung an die Eisenbahn wurde die Stadt zu einem wichtigen Umschlagplatz für Öl und andere Waren aus dem Kaukasus. Der damalige Reichtum hat bis heute Spuren hinterlassen – vor allem in den vielen prächtigen Häusern der Altstadt.
    Wir sind jedenfalls völlig begeistert von Batumi und werden definitiv irgendwann nochmal wiederkommen.
    Weiterlesen

  • Gülegüle

    16. August in Türkei ⋅ ☁️ 21 °C

    Heute haben wir die Türkei am Schwarzen Meer verlassen. Unsere letzte Nacht verbrachten wir noch einmal ruhig an einem Stellplatz direkt am Fluss. Heute Morgen klingelte der Wecker früh, denn wir wollten vor der Rush Hour an der Grenze sein.
    Ganz so reibungslos wie erhofft lief es dann allerdings nicht. Wir mussten getrennt über die Grenze: Anja zu Fuß, Heinrich mit dem Bulli. Bei Anja ging es erstaunlich schnell, allerdings waren die türkischen Grenzbeamten nicht gerade bester Laune. Dazu kamen die Sprachbarriere und ein etwas komplizierter Sonderfall: Wir waren zwischendurch ohne Auto aus der Türkei ausgereist, was bei der Ausreise mit dem Bulli dann irgendwie doch für einige Fragen sorgte.
    Bei Heinrich zog sich die Abfertigung deshalb ordentlich in die Länge. Irgendwann war aber alles geklärt, die Stempel waren gesetzt, alle Strafzettel bezahlt und nach insgesamt rund zwei Stunden standen wir tatsächlich auf der georgischen Seite.
    Damit liegt die Türkei nun hinter uns – und vor uns liegt ein neues Land mit neuen Straßen, neuen Landschaften und hoffentlich ganz vielen neuen Abenteuern.
    Weiterlesen

  • Kaçkar Nationalpark

    15. August in Türkei ⋅ ☁️ 14 °C

    Eigentlich wollten wir von Çatköy aus direkt weiter Richtung Schwarzmeerküste und schließlich nach Georgien. Dann haben wir uns aber spontan umentschieden und sind stattdessen durch den Kaçkar Dağları Milli Parkı gefahren.
    Die ersten 15 Kilometer hatten wir sogar noch Glück mit dem Wetter und wir konnten zumindest erahnen, wie unglaublich die Aussicht und das Bergpanorama hier bei gutem Wetter sein müssen. Gegen Mittag zog es dann allerdings wieder komplett zu und den Großteil der Strecke sind wir durch dichten Nebel gefahren.
    Umso überraschender war es, als wir plötzlich mitten in einem richtigen Touridorf herauskamen. Nach der ganzen Einsamkeit in den Bergen standen auf einmal überall Mietwagen mit arabischen Urlaubern und große Familiengruppen aus dem Irak. Offensichtlich ist die Gegend hier ein ziemlich beliebtes Urlaubsziel.
    Und das merkt man auch an der Infrastruktur: Jeder Wasserfall ist direkt mit dem Auto erreichbar und so ausgebaut, dass wirklich niemand mehr weit laufen muss. Dazu gibt es Çay und Köfte an jeder Ecke, Touribusse, Souvenirshops, Schaukeln über Flüssen und Tälern, jede Menge Instagram-Spots und dazwischen wilde Hunde.
    Für uns ging es weiter Richtung Schwarzes Meer. Entlang der Strecke reihten sich noch Raftingangebote, Terrassenrestaurants direkt am Fluss und immer wieder Teefelder an den steilen Berghängen mit kleinen Cottages dazwischen. An den Teeterrassen standen die typischen Stelzenhäuser, die hier scheinbar einfach irgendwo in die Hänge gebaut werden.
    Alles war dabei von Nebelschwaden und nasskaltem Wetter eingehüllt. Nach den trockenen und heißen Wochen im Landesinneren fühlte sich das nach einer anderen Welt an - wie im Regenwald.
    Irgendwann erreichten wir schließlich die Autobahn entlang der Schwarzmeerküste und waren damit nach vielen einsamen Bergkilometern auch wieder mitten die Zivilisation.
    Weiterlesen

  • Ikizdere - Catköy

    14. August in Türkei ⋅ 🌫 15 °C

    Die nächste Offroadtour sollte uns wieder auf über 3.000 Meter bringen – diesmal mit Aussicht auf das vergletscherte Kaçkar-Gebirge. Die Gipfel sind teilweise sogar im Sommer noch schneebedeckt und versprechen eigentlich ein ziemlich spektakuläres Bergpanorama.
    Bevor es am nächsten Morgen wieder hoch hinausging, haben wir uns im Tal am Fluss noch mit frischen Forellen eingedeckt. Zur Stärkung für die nächsten Kilometer gab es abends an einem Picknickplatz eine richtig leckere Ucha – eine klare russische Fischsuppe.
    Die Fahrt am nächsten Tag hat sich dann allerdings ganz schön gezogen. Statt der angekündigten tollen Ausblicke gab es vor allem Nebel und bunte Blumen am Pistenrand. Der Nebel war teilweise so dicht, dass wir nicht einmal die Kühe vor uns auf der Straße gesehen haben. Schade um die eigentlich fantastische Aussicht auf die Berge, aber die Fahrt durch dieses riesige Nebelmeer hatte trotzdem ihren ganz eigenen Reiz.
    Entlang der Strecke sind uns außerdem immer wieder ziemlich kreative Konstruktionen für die Honigproduktion aufgefallen. Teilweise hingen ganze Holzfässer hoch oben an den Felsen und wurden mit Flaschenzügen nach oben und unten bewegt. Der Grund dafür: Schutz vor Bären, die natürlich ebenfalls ziemlich gerne an den Honig kommen würden.
    Irgendwann ging es wieder bergab und am Ende der Berge landeten wir erneut im Flusstal. Dort haben wir einen richtig schönen Schlafplatz direkt am Ufer gefunden. Der Fluss macht zwar ordentlich Krach, aber immerhin hört man dadurch die Autos auf der Straße nicht mehr.
    Weiterlesen