Festung Lichtenau
4 gennaio, Germania ⋅ ☁️ -3 °C
Nach Heilsbronn war Lichtenau ein spannender Kontrast: weniger klösterlich, dafür klar militärisch geprägt. Die Stadt selbst ist klein und ruhig, fast unscheinbar – aber die Festung ist außergewöhnlich und dominiert den Ort vollständig. Sie gehört zu den bedeutendsten Renaissance-Festungen in Bayern und ist in ihrer Form nahezu vollständig erhalten.
Die Festung Lichtenau wurde im frühen 17. Jahrhundert vom Fürstbistum Eichstätt errichtet, in einer Zeit, in der Feuerwaffen die Kriegsführung grundlegend verändert hatten. Entsprechend ist die Anlage streng geometrisch aufgebaut: ein fast regelmäßiges Polygon mit mächtigen Bastionen an den Ecken, umlaufenden Wallanlagen, breiten Gräben und klaren Sichtachsen. Alles folgt der Logik der Verteidigung – nichts ist zufällig, nichts dekorativ.
Besonders eindrucksvoll ist der Rundgang um die Festung. Von außen erkennt man sehr gut die Massivität der Sandsteinmauern, die niedrige, gedrungene Bauweise der Bastionen und die klare Trennung zwischen zivilem Ort und militärischem Sperrgebiet. Die Mauern wirken nicht hoch, sondern breit und schwer – typisch für Festungen, die Kanonenkugeln standhalten sollten. Gerade im Winter, wenn Schnee die Linien betont, kommt diese Geometrie besonders gut zur Geltung.
Im Inneren der Festung liegen Kasernenbauten, Verwaltungsgebäude und der markante runde Turm, der weniger repräsentativ als funktional gedacht war. Anders als Burgen des Mittelalters sollte diese Anlage keine Macht demonstrieren, sondern Kontrolle sichern und Angriffe abschrecken. Dass sie nie ernsthaft zerstört wurde, macht sie heute zu einem seltenen Beispiel nahezu unveränderter Festungsarchitektur der frühen Neuzeit.
Der Spaziergang um die Anlage ist ruhig, fast meditativ. Man bewegt sich entlang der Gräben, blickt immer wieder auf Mauern, Bastionen und die geschlossene Form der Festung – und merkt schnell, wie sehr dieser Ort auf Abgrenzung und Ordnung ausgelegt war. Im Zusammenspiel mit der verschneiten Landschaft wirkt Lichtenau heute friedlich, fast still, und gerade dieser Gegensatz zur ursprünglichen Funktion macht den Besuch besonders reizvoll.Leggi altro


















ViaggiatoreEichstätter Bischof? Lichtenau war doch der Nürnberger Stachel in der Markgrafschaft Ansbach? 🤔