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A6 - die Tourismus-Schilder

Wie oft sind wir schon auf der A6 gefahren? So oft, zu oft. Wir versuchen ja immer so viel von den Sehenswürdigkeiten mitzunehmen. Jetzt einmal strukturiert und aufgezeichnet. Mal schauen wie das kommt. Leggi altro
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    Waldenburger Berge - Schloss Waldenburg

    5 gennaio, Germania ⋅ ☁️ -2 °C

    Auf dem Heimweg war noch die Waldenburg dran. Sehr schön!! Perfektes Drohnen-Wetter.

    Die Waldenburger Berge bilden einen markanten Höhenzug im Nordosten Baden-Württembergs und gehören geologisch wie landschaftlich zum Keuperbergland. Sie trennen das Kochertal vom Hohenloher Becken und erreichen Höhen von über 500 Metern. Durch die steil abfallenden Hänge und die ausgedehnten Wälder waren sie historisch schwer zugänglich und landwirtschaftlich nur eingeschränkt nutzbar. Gleichzeitig boten sie strategische Vorteile: Überblick über das Umland, natürliche Abgrenzung von Territorien und Schutz durch die Topografie. Diese Kombination erklärt, warum sich hier früh Herrschaftssitze entwickelten.

    Im Zentrum steht Waldenburg, dessen Geschichte eng mit dem Haus Hohenlohe verbunden ist. Waldenburg wird bereits im 13. Jahrhundert erwähnt und entwickelte sich früh zu einem wichtigen Sitz der hohenlohischen Linien. Die Stadt selbst blieb stets klein, da ihre Funktion weniger im Handel oder Handwerk lag, sondern in Verwaltung und Hofhaltung. Die Lage auf dem Bergsporn bestimmte den Grundriss und begrenzte Wachstumsmöglichkeiten, was bis heute im kompakten Stadtbild sichtbar ist.

    Dominierendes Bauwerk ist das Schloss Waldenburg, dessen Ursprünge auf eine mittelalterliche Burganlage zurückgehen. Diese diente zunächst der Sicherung des Territoriums und der Kontrolle der umliegenden Wege. Im Laufe der Jahrhunderte verlor die Anlage ihre rein militärische Funktion und wurde schrittweise zu einer Residenz ausgebaut. Besonders im 16. und 18. Jahrhundert erfolgten umfangreiche Umbauten, bei denen wehrhafte Elemente zurücktraten und repräsentative Wohn- und Verwaltungsräume in den Vordergrund rückten. Das Schloss spiegelte damit den Wandel des Adels von militärischer Herrschaft zu landesherrlicher Verwaltung wider.

    Waldenburg war über lange Zeit Haupt- oder Nebensitz verschiedener Linien der Familie Hohenlohe. Die Stadt profitierte davon durch Arbeitsplätze im Umfeld des Hofes, durch kirchliche Einrichtungen und durch eine gewisse politische Bedeutung innerhalb der Region. Gleichzeitig blieb sie abhängig vom Schloss, was ihre Entwicklung stärker prägte als wirtschaftliche Eigenständigkeit. Mit der Mediatisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts verlor das Haus Hohenlohe seine landesherrlichen Rechte, das Schloss blieb jedoch im Familienbesitz und behielt seine Bedeutung als kultureller und historischer Mittelpunkt.

    Die Waldenburger Berge selbst wurden über Jahrhunderte vor allem forstwirtschaftlich genutzt. Holz war der wichtigste Rohstoff, ergänzt durch Viehhaltung auf den Höhen und in den angrenzenden Tälern. Große Siedlungen entstanden nicht, was dazu beitrug, dass sich die Landschaft vergleichsweise geschlossen erhalten hat. Verkehrswege führten überwiegend durch die Täler, während die Höhen eher Verbindungspunkte zwischen Herrschaftsgebieten darstellten als eigenständige Wirtschaftsräume.

    Heute lassen sich in Waldenburg und den Waldenburger Bergen die verschiedenen historischen Schichten gut ablesen: die mittelalterliche Burg als Ausgangspunkt, der Ausbau zur frühneuzeitlichen Residenz, die begrenzte Stadtentwicklung und die landschaftliche Prägung durch Wald und Höhenlage. Schloss Waldenburg steht dabei weniger für einzelne Ereignisse als für die langfristige Kontinuität hohenlohischer Herrschaft in dieser Region und für die Rolle der Höhenzüge als politische und geografische Orientierungspunkte im nördlichen Baden-Württemberg.
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  • Stiftskirche Öhringen

    5 gennaio, Germania ⋅ ☁️ -5 °C

    Weiter geht die Reise, diesmal wieder zurück – und der erste Stopp könnte kaum schöner sein. Bei klarem Winterwetter erreichen wir die Stiftskirche Öhringen, die mitten im historischen Zentrum von Öhringen liegt. Es ist kalt, wir sind praktisch alleine unterwegs.

    Aus dem Schlosspark konnte ich die Drohne gut starten. Wieder ein paar schöne Bilder von oben.

    Die Stiftskirche prägt Öhringen seit Jahrhunderten. Ursprünglich im 11. Jahrhundert als romanische Basilika begonnen, wurde sie später gotisch überformt und im Inneren mehrfach verändert. Besonders eindrucksvoll ist der klare, hohe Raum mit seinen Pfeilern und Gewölben, der trotz seiner Größe eine erstaunliche Ruhe ausstrahlt. Man spürt sofort, dass dieser Ort über Generationen hinweg religiöses und geistliches Zentrum der Region war. Das ehemalige Chorherrenstift spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte Hohenlohes und machte Öhringen früh zu einem kulturellen Mittelpunkt.

    Ein kurzer Rundgang, ein paar Fotos im klaren Licht, ein Moment zum Durchatmen – genau der richtige Einstieg für die Rückreise. Und natürlich das gute Frühstück im Mark-Café nicht zu vergessen.
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  • Weinsberg - Burg Weibertreu

    4 gennaio, Germania ⋅ ☁️ -1 °C

    Zum Schluss ging es noch nach Weinsberg hinauf zur Burg Weibertreu, einem Ort, der stark von Geschichte und Symbolik lebt. Die Burg liegt oberhalb der Stadt auf einem markanten Hügel und ist schon von weitem sichtbar. Auch wenn heute nur noch Ruinen erhalten sind, ist ihre Bedeutung für die regionale und nationale Geschichte bis heute präsent.

    Die Burg entstand vermutlich im 11. Jahrhundert und war strategisch wichtig, weil sie den Zugang ins Weinsberger Tal und die Verkehrswege Richtung Heilbronn und Neckar kontrollierte. Berühmt wurde sie jedoch nicht durch militärische Stärke, sondern durch eine Begebenheit aus dem Jahr 1140. Nach einer Belagerung im Konflikt zwischen den Staufern und den Welfen erlaubte König Konrad III. den Frauen der Burg, diese mit dem zu verlassen, was sie tragen konnten. Statt Wertgegenständen trugen die Frauen ihre Männer hinaus. Diese Tat begründete den Namen Weibertreu und machte die Burg zu einem Symbol für Loyalität, Klugheit und Menschlichkeit inmitten von Krieg und Machtpolitik.

    Historisch wechselte die Burg mehrfach den Besitzer und verlor mit der Zeit ihre militärische Bedeutung. Sie verfiel schließlich und wurde nicht wieder aufgebaut, was ihr heutiges Erscheinungsbild als Ruine erklärt. Genau das verleiht dem Ort aber eine besondere Wirkung. Die Mauern, Türme und Grundrisse sind noch gut ablesbar, ohne geschlossen zu wirken. Man bewegt sich durch Geschichte, nicht durch ein rekonstruiertes Denkmal.

    War doch ein netter Ausflug. 24 Schilder/ Sehenswürdigkeiten zwischen Schwabach um dem Stuttgarter Kreuz an der A6. Müssen wir bei Gelegenheit fortführen. Jetzt geht es die A81 nach Stuttgart zu Abendessen … die A81 ist dann eine weitere Reise wert, von Würzburg zum Schloss Neuschwanstein. Sicherlich hat es hier auch viele braune Schilder.
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  • Sammlung Würth - Künzelsau

    4 gennaio, Germania ⋅ ☁️ -2 °C

    Jetzt waren wir in der Sammlung Würth in Künzelsau, genauer gesagt im neuen Museum.

    Die Sammlung Würth ist keine klassische Museumssammlung, sondern eine der größten privaten Kunstsammlungen Europas, aufgebaut über Jahrzehnte von Reinhold Würth. Kunst ist hier kein Nebenschauplatz, sondern fester Bestandteil der Unternehmenskultur. In Künzelsau, dem Stammsitz des Unternehmens, wird das besonders deutlich. Die Museen sind nicht repräsentative Anhängsel, sondern selbstverständlicher Teil des Ortes. Kunst gehört hier zum Alltag, nicht nur zum Sonntagsprogramm.

    Das neue Museum wirkt sehr offen und zurückhaltend zugleich. Nichts lenkt vom Inhalt ab, alles ist darauf ausgelegt, den Werken Raum zu geben. Große Fenster holen die Landschaft nach innen, gleichzeitig entsteht eine Ruhe, die man nach der Fahrt durch Städte und Geschichte fast körperlich wahrnimmt. Der Ort zwingt einen nicht zur Aufmerksamkeit, sondern lädt dazu ein. Man bleibt stehen, schaut, geht weiter, kommt zurück. Kein klassisches Durchschleusen, sondern ein freies Bewegen.

    Künzelsau selbst ist dabei ein spannender Kontrast. Eine kleine Stadt im Jagsttal, wirtschaftlich stark geprägt durch Würth, international vernetzt und gleichzeitig tief im Hohenloher Land verwurzelt. Ohne das Unternehmen wäre der Ort heute ein ganz anderer. Mit Würth ist hier eine ungewöhnliche Verbindung entstanden: ländlicher Raum, Weltmarktführer, internationale Kunst. Das wirkt nicht aufgesetzt, sondern erstaunlich stimmig.
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  • Kirchberg/Jagst - Kunst und Natur

    4 gennaio, Germania ⋅ ☁️ -2 °C

    In Kirchberg an der Jagst haben wir diesmal nur einen kurzen Halt gemacht. Wir waren hier schon einmal ausführlicher, deshalb blieb es bei einem schnellen Rundgang und ein paar Drohnenaufnahmen aus der Luft. Und genau dafür eignet sich Kirchberg besonders gut, denn die Lage und die Geschlossenheit der Stadt erschließen sich von oben fast noch eindrucksvoller als zu Fuß.

    Kirchberg liegt wie eine kleine Insel auf einem Bergrücken über dem Jagsttal. Die Stadt ist klar abgegrenzt, kompakt und nahezu vollständig von Mauern, Hängen und Landschaft umgeben. Zentrum und dominierendes Bauwerk ist das Schloss Kirchberg, das die Stadt nach außen hin prägt. Ursprünglich als Burganlage gegründet, wurde es im 18. Jahrhundert zur Residenz der Fürsten von Hohenlohe-Kirchberg ausgebaut. Diese fürstliche Phase hat Kirchberg stark geprägt, auch wenn die Stadt nie groß wurde. Statt Expansion entstand ein sehr geschlossenes, fast idealtypisches Stadtbild.

    Beim Blick von oben sieht man sofort, wie eng Stadt, Schloss und Landschaft miteinander verzahnt sind. Die Dächer drängen sich aneinander, die Straßen verlaufen kurz und funktional, alles ist auf den Höhenrücken konzentriert. Nach außen fällt das Gelände steil ab in das Jagsttal, das die Stadt wie ein natürlicher Schutzring umgibt. Genau diese Lage erklärt auch die historische Bedeutung Kirchbergs als Verwaltungs- und Herrschaftssitz im ländlichen Raum.

    Heute ist Kirchberg weniger Residenzstadt als Kulturort. Kunst, Musik und Veranstaltungen spielen eine große Rolle, vor allem im Schloss und in den historischen Gebäuden der Altstadt. Gleichzeitig ist die Natur allgegenwärtig. Das Jagsttal, die Hänge, die Felder und Wälder beginnen direkt hinter den letzten Häusern. Diese Nähe von gebauter Geschichte und Landschaft macht den besonderen Reiz des Ortes aus.

    Da wir hier schon einmal länger waren, hat sich der kurze Drohnenflug fast wie eine Zusammenfassung angefühlt. Kein neues Erkunden, sondern ein Wiedersehen von oben. Kirchberg braucht keine langen Erklärungen, weil sich vieles auf einen Blick erschließt: eine kleine Stadt mit fürstlicher Vergangenheit, eingebettet in eine ruhige, weite Landschaft. Kunst und Natur liegen hier nicht nebeneinander, sondern greifen ineinander. Genau deshalb reicht manchmal schon ein kurzer Stopp, um sich wieder daran zu erinnern, wie besonders dieser Ort ist.
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  • Crailsheim - Türme an der Jagst

    4 gennaio, Germania ⋅ ☁️ -2 °C

    Crailsheim ist eine Stadt, die ihre Bedeutung weniger aus Repräsentation oder Residenz bezieht, sondern aus Lage, Funktion und Bewegung. Sie liegt an der Jagst, an einer alten Verkehrsachse zwischen Franken, Schwaben und Bayern, und war über Jahrhunderte Grenzstadt, Handelsplatz und militärischer Sicherungspunkt. Diese Rolle hat Crailsheim stärker geprägt als Kirchen oder Klöster – und genau das spiegelt sich bis heute im Stadtbild wider.

    Die Jagst war dabei nie nur idyllischer Fluss, sondern Teil des Verteidigungssystems. Crailsheim entwickelte früh Befestigungen, weil hier Übergänge, Handelswege und politische Grenzen zusammenliefen. Die Stadt lag lange im Spannungsfeld zwischen den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, dem Herzogtum Württemberg und später verschiedenen territorialen Interessen. Diese Grenzlage machte Crailsheim angreifbar, aber auch wirtschaftlich relevant.

    Die Türme an der Jagst sind Überreste dieses mittelalterlichen Befestigungssystems. Sie waren eingebunden in Stadtmauer, Tore, Gräben und den natürlichen Schutz des Flusstals. Besonders bekannt sind der Weiße Turm und der Liebfrauenturm. Der Weiße Turm diente als Wehr- und Beobachtungsturm und markierte einen wichtigen Abschnitt der Stadtbefestigung in unmittelbarer Nähe zum Wasser. Von hier aus konnte man den Flusslauf kontrollieren, Annäherungen früh erkennen und Zugänge zur Stadt sichern. Seine massive Bauweise zeigt deutlich, dass Verteidigung Vorrang vor Repräsentation hatte.

    Der Liebfrauenturm war Teil eines weiteren Sicherungspunktes nahe eines ehemaligen Stadttores und stand in engem Zusammenhang mit kirchlichen und städtischen Strukturen. Auch er erfüllte weniger eine symbolische Funktion als eine sehr praktische: Schutz, Kontrolle, Ordnung. Gemeinsam bildeten die Türme Fixpunkte in einem klar durchdachten Verteidigungsring, der Crailsheim über Jahrhunderte Sicherheit geben sollte.

    Im Zweiten Weltkrieg wurde Crailsheim stark zerstört, deutlich stärker als viele der kleineren Orte entlang eurer Route. Große Teile der historischen Bebauung gingen verloren, was erklärt, warum die Stadt heute moderner und weniger geschlossen wirkt als etwa Rothenburg, Feuchtwangen oder Dinkelsbühl. Gerade deshalb kommt den erhaltenen Türmen eine besondere Bedeutung zu. Sie sind nicht nur Relikte des Mittelalters, sondern auch Ankerpunkte der Erinnerung in einer Stadt, die sich nach 1945 neu erfinden musste.

    Heute stehen die Türme nicht mehr für Abwehr, sondern für Orientierung. Sie strukturieren den Stadtraum, begleiten Spaziergänge entlang der Jagst und verbinden Landschaft mit Geschichte. Anders als Burgen oder Klöster wirken sie nüchtern, fast sachlich – und genau das passt zu Crailsheim. Die Stadt war nie ein Ort des Glanzes, sondern einer des Übergangs, der Bewegung, des Durchgangs.
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  • Festspielstadt Feuchtwangen

    4 gennaio, Germania ⋅ ☁️ -2 °C

    Feuchtwangen gehört zu den geschichtsträchtigsten Städten Mittelfrankens und vereint auf bemerkenswerte Weise klösterliche Ursprünge, städtisches Selbstbewusstsein und kulturelle Kontinuität. Der Ort entstand bereits im 9. Jahrhundert rund um ein Benediktinerkloster und entwickelte sich früh zu einem geistlichen und wirtschaftlichen Zentrum an wichtigen Handelswegen zwischen Franken und Schwaben.

    Das Kloster prägte Feuchtwangen über Jahrhunderte. Es war nicht nur religiöser Mittelpunkt, sondern auch Grundherr, Bildungsort und wirtschaftlicher Motor. Nach der Säkularisation verlor das Kloster zwar seine geistliche Funktion, doch die bauliche Struktur blieb erhalten und bildet bis heute das Herz der Stadt. Besonders eindrucksvoll ist der Kreuzgang Feuchtwangen, der zu den am besten erhaltenen romanischen Kreuzgängen Süddeutschlands zählt. Seine klaren Arkaden, die ruhige Geometrie und der geschlossene Innenhof vermitteln eine fast zeitlose Atmosphäre. Der Ort wirkt nicht museal, sondern lebendig und selbstverständlich in den Stadtraum eingebettet.

    Direkt angrenzend liegt die ehemalige Stiftskirche, heute evangelische Stadtkirche, die die klösterliche Vergangenheit mit der späteren bürgerlichen Entwicklung verbindet. Mit der Reformation wurde Feuchtwangen früh evangelisch, was die Stadt kulturell und politisch neu ausrichtete. Aus dem geistlichen Zentrum wurde eine selbstbewusste Amts- und Marktstadt, die von Handel, Handwerk und regionaler Bedeutung lebte.

    Der Marktplatz ist Ausdruck dieser Entwicklung. Er gehört zu den größten und geschlossensten Marktplätzen Frankens und zeigt Feuchtwangen von seiner städtischen Seite: breite Fläche, farbige Bürgerhäuser, Gasthöfe und Läden. Hier spielt sich bis heute das Alltagsleben ab. Dass man hier ganz selbstverständlich in einer Bäckerei sitzt, etwas isst und den Platz beobachtet, passt perfekt zur Stadt – Geschichte ist präsent, aber nicht aufdringlich.

    Im 20. Jahrhundert erhielt Feuchtwangen eine weitere kulturelle Dimension durch die Kreuzgangspiele, die den historischen Ort bis heute überregional bekannt machen. Theater im Kreuzgang verbindet Architektur, Geschichte und Gegenwart auf eine sehr natürliche Weise und zeigt, wie lebendig dieses Erbe genutzt wird.

    Feuchtwangen wirkt insgesamt offener und urbaner als viele andere fränkische Kleinstädte, ohne seine Ruhe zu verlieren. Die Stadt erzählt keine Geschichte von Macht oder militärischer Stärke, sondern von geistigem Leben, Markt, Bürgertum und kultureller Kontinuität.
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  • Herrieden - Stiftsbasilika

    4 gennaio, Germania ⋅ ☁️ -2 °C

    Herrieden ist eine der ältesten Städte Mittelfrankens und wirkt bis heute stark von ihrer kirchlichen Vergangenheit geprägt. Der Ort liegt ruhig an der Altmühl und war über Jahrhunderte geistliches, wirtschaftliches und strategisches Zentrum der Region. Anders als viele kleine fränkische Städte ist Herrieden nicht aus einem Markt herausgewachsen, sondern aus einem frühmittelalterlichen Kloster – das prägt den Charakter bis heute.

    Herz und Ursprung der Stadt ist die Stiftsbasilika St. Vitus. Ihre Geschichte reicht bis ins 8. Jahrhundert zurück, als hier ein Benediktinerkloster gegründet wurde. Später wurde es in ein Chorherrenstift umgewandelt, das über lange Zeit erheblichen Einfluss in Franken hatte. Die heutige Kirche entstand im 18. Jahrhundert und ist ein eindrucksvolles Beispiel fränkischen Barocks, ohne dabei überladen zu wirken.

    Architektonisch fällt die klare, ausgewogene Form sofort auf. Die Basilika ist groß, breit gelagert und bewusst monumental, aber nicht verspielt. Der Innenraum ist hell und weit, getragen von einer ruhigen Ordnung. Stuck, Fresken und Altäre sind vorhanden, ordnen sich aber einem sehr harmonischen Gesamteindruck unter. Besonders prägend ist die Weite des Raumes – man hat nicht das Gefühl, in einer reichen Residenzkirche zu stehen, sondern in einer Kirche, die auf Dauer, Würde und geistige Präsenz ausgelegt ist.

    Historisch bedeutend ist St. Vitus auch als Ausdruck der Macht des Stifts Herrieden, das eng mit den Bischöfen von Eichstätt verbunden war. Das Stift war nicht nur religiös, sondern auch wirtschaftlich und politisch ein Schwergewicht. Herrieden profitierte davon und entwickelte früh städtische Strukturen, Befestigungen und eine klare Ordnung rund um das Stiftsgelände.

    Die Stadt selbst ist überschaubar, aber gut gegliedert. Die Altstadt mit ihren Toren, Mauerresten und Bürgerhäusern schmiegt sich um das ehemalige Stift. Alles wirkt ruhig, fast gelassen, ohne touristische Überformung. Herrieden strahlt eine Selbstverständlichkeit aus: kein Ort, der beeindrucken will, sondern einer, der weiß, was er war und was er ist.

    Gerade als kurzer Stopp entfaltet Herrieden eine besondere Wirkung. Nach Festung, Kloster, Marktstadt und Minnesängerstadt fügt sich die Stiftsstadt wie ein ruhiger, würdevoller Abschluss in die Route ein – weniger spektakulär, aber historisch tief verwurzelt und architektonisch sehr geschlossen.
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  • Minnesängerstadt Wolframs-Eschenbach

    4 gennaio, Germania ⋅ ☁️ -3 °C

    In der Wolframs-Eschenbach, der bekannten Minnesängerstadt, sind wir diesmal nur durchgefahren – aber selbst das reicht, um einen starken Eindruck zu bekommen. Schon die Einfahrt durch das massive Stadttor macht klar, dass dieser Ort historisch weit über seine heutige Größe hinausgewachsen ist. Die Stadtmauer, die Tore und der kompakte Grundriss zeigen, wie bedeutend Wolframs-Eschenbach im Mittelalter war.

    Der Ort ist eng verbunden mit Wolfram von Eschenbach, einem der wichtigsten Dichter des deutschen Mittelalters und Autor des „Parzival“. Diese literarische Bedeutung prägt die Stadt bis heute, auch wenn man nur kurz hindurchfährt. Der Stadtturm, die wuchtigen Sandsteinmauern und die dicht stehenden Fachwerkhäuser vermitteln sofort ein geschlossenes, fast bilderbuchhaftes Altstadtbild.

    Auffällig ist, wie konsequent Wolframs-Eschenbach seine historische Substanz bewahrt hat. Die Straßen sind schmal, leicht geschwungen, das Kopfsteinpflaster und die alten Fassaden erzeugen selbst im Vorbeifahren eine ruhige, beinahe feierliche Stimmung. Anders als viele Orte wirkt die Stadt nicht dekorativ herausgeputzt, sondern authentisch und gewachsen.

    Notiert. Hier kann man mal länger anhalten oder auch von uns mit dem Rad hinfahren.
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  • Festung Lichtenau

    4 gennaio, Germania ⋅ ☁️ -3 °C

    Nach Heilsbronn war Lichtenau ein spannender Kontrast: weniger klösterlich, dafür klar militärisch geprägt. Die Stadt selbst ist klein und ruhig, fast unscheinbar – aber die Festung ist außergewöhnlich und dominiert den Ort vollständig. Sie gehört zu den bedeutendsten Renaissance-Festungen in Bayern und ist in ihrer Form nahezu vollständig erhalten.

    Die Festung Lichtenau wurde im frühen 17. Jahrhundert vom Fürstbistum Eichstätt errichtet, in einer Zeit, in der Feuerwaffen die Kriegsführung grundlegend verändert hatten. Entsprechend ist die Anlage streng geometrisch aufgebaut: ein fast regelmäßiges Polygon mit mächtigen Bastionen an den Ecken, umlaufenden Wallanlagen, breiten Gräben und klaren Sichtachsen. Alles folgt der Logik der Verteidigung – nichts ist zufällig, nichts dekorativ.

    Besonders eindrucksvoll ist der Rundgang um die Festung. Von außen erkennt man sehr gut die Massivität der Sandsteinmauern, die niedrige, gedrungene Bauweise der Bastionen und die klare Trennung zwischen zivilem Ort und militärischem Sperrgebiet. Die Mauern wirken nicht hoch, sondern breit und schwer – typisch für Festungen, die Kanonenkugeln standhalten sollten. Gerade im Winter, wenn Schnee die Linien betont, kommt diese Geometrie besonders gut zur Geltung.

    Im Inneren der Festung liegen Kasernenbauten, Verwaltungsgebäude und der markante runde Turm, der weniger repräsentativ als funktional gedacht war. Anders als Burgen des Mittelalters sollte diese Anlage keine Macht demonstrieren, sondern Kontrolle sichern und Angriffe abschrecken. Dass sie nie ernsthaft zerstört wurde, macht sie heute zu einem seltenen Beispiel nahezu unveränderter Festungsarchitektur der frühen Neuzeit.

    Der Spaziergang um die Anlage ist ruhig, fast meditativ. Man bewegt sich entlang der Gräben, blickt immer wieder auf Mauern, Bastionen und die geschlossene Form der Festung – und merkt schnell, wie sehr dieser Ort auf Abgrenzung und Ordnung ausgelegt war. Im Zusammenspiel mit der verschneiten Landschaft wirkt Lichtenau heute friedlich, fast still, und gerade dieser Gegensatz zur ursprünglichen Funktion macht den Besuch besonders reizvoll.
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  • Merkendorf - Historische Krautstadt

    4 gennaio, Germania ⋅ ☁️ -3 °C

    Nach der Festung ging es weiter nach Merkendorf, eine kleine Stadt, die auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, beim genaueren Hinsehen aber sehr viel fränkische Geschichte und Alltag in sich trägt. Merkendorf liegt ruhig zwischen Ansbach und Gunzenhausen und war über Jahrhunderte ein landwirtschaftlich geprägter Ort, der trotzdem städtische Strukturen entwickelt hat.

    Der historische Kern ist klar erkennbar: kompakt, überschaubar und geprägt von Fachwerk, Sandstein und kurzen Wegen. Mittelpunkt ist das alte Rathaus Merkendorf, ein klassisches fränkisches Rathaus mit Fachwerkobergeschoss und massivem Sockel. Es steht nicht monumental, sondern fast bescheiden am Platz – genau das passt gut zum Charakter des Ortes. Hier ging es nie um große Repräsentation, sondern um Verwaltung, Marktleben und Gemeinschaft.

    Sehr typisch für Merkendorf ist das Krautbauernbrunnen vor dem Rathaus. Die Figuren zeigen einen Krautbauern und eine Krautfrau mit Waage und Korb voller Kohlköpfe. Sie erinnern an die jahrhundertelange Tradition des Krautanbaus, für die Merkendorf in der Region bekannt war. Weißkraut war hier kein Nebenerwerb, sondern Lebensgrundlage, Handelsware und Identität. Der Brunnen ist deshalb weniger Denkmal als Selbstporträt der Stadt.

    Beim Spaziergang durch die Straßen fällt auf, wie gut erhalten und gepflegt viele Häuser sind. Fachwerk, kleine Fenster, farbige Läden – alles wirkt ruhig und stimmig, ohne touristisch inszeniert zu sein. Auch die alten Stadttore und Mauerreste sind noch ablesbar und zeigen, dass Merkendorf einst befestigt war, wenn auch nicht in der Größenordnung einer Festungsstadt wie Lichtenau.

    Im Winter wirkt der Ort besonders entschleunigt. Schnee auf den Dächern, kaum Verkehr, leere Plätze – man hat fast das Gefühl, durch ein Dorf zu gehen, das bewusst die Zeit langsamer laufen lässt. Merkendorf erzählt keine große Geschichte von Macht oder Religion, sondern von Arbeit, Markt, Landwirtschaft und Gemeinschaft. Gerade nach den monumentalen Eindrücken von Heilsbronn und Lichtenau ist dieser Stop ein leiser, aber sehr stimmiger Abschluss: bodenständig, ehrlich und typisch fränkisch. Heimat.
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  • Münsterstadt Heilsbronn

    4 gennaio, Germania ⋅ ☁️ -3 °C

    Die Heilsbronn wird nicht umsonst als Münsterstadt bezeichnet. Der Ort liegt ruhig zwischen Nürnberg und Ansbach und ist stark geprägt durch seine klösterliche Vergangenheit. Obwohl Heilsbronn heute eine eher kleine Stadt ist, hatte sie im Mittelalter eine enorme religiöse, politische und wirtschaftliche Bedeutung für Franken.

    Zentrum und Ursprung der Stadt ist das Münster Heilsbronn, die ehemalige Klosterkirche der Zisterzienserabtei. Das Kloster wurde 1132 gegründet und entwickelte sich rasch zu einem der wichtigsten Zisterzienserklöster Süddeutschlands. Die Kirche selbst ist ein eindrucksvolles Beispiel frühgotischer Zisterzienserarchitektur: bewusst schlicht, klar gegliedert, ohne übermäßigen Schmuck. Genau diese Zurückhaltung verleiht dem Münster eine besondere Größe und Ruhe. Der Bau wirkt streng und monumental zugleich, mit hohen Mauern, langen Linien und einem sehr ausgewogenen Gesamtbild.

    Historisch besonders bedeutend ist Heilsbronn als Grablege der fränkischen Hohenzollern. Zahlreiche Markgrafen von Brandenburg-Ansbach fanden hier ihre letzte Ruhestätte, was dem Kloster über Jahrhunderte großen Einfluss und Wohlstand sicherte. Nach der Reformation wurde das Kloster aufgehoben, das Münster blieb jedoch erhalten und wurde evangelische Pfarrkirche. Viele der ursprünglichen Klostergebäude sind bis heute erhalten und prägen den Stadtkern: Abteigebäude, Wirtschaftsgebäude, Refektorium und das Kornhaus geben einen guten Eindruck davon, wie groß und organisiert das Klosterleben einst war.

    Die Altstadt von Heilsbronn schließt sich direkt an das ehemalige Klostergelände an. Sie ist kompakt, gut erhalten und geprägt von fränkischem Fachwerk, kleinen Plätzen und kurzen Wegen. Der Stadtturm mit seiner Uhr markiert bis heute den historischen Mittelpunkt und erinnert daran, dass Heilsbronn im Mittelalter Stadtrechte und eine eigenständige Bedeutung hatte. Trotz der Geschichte wirkt der Ort nicht überladen oder touristisch inszeniert, sondern eher ruhig, bodenständig und authentisch.
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  • Neuendettelsau - Diakonie und Mission

    4 gennaio, Germania ⋅ ☁️ -3 °C

    Nach Heilsbronn führte uns der Weg noch durch Neuendettelsau, einen Ort, der ganz anders geprägt ist als die bisherigen Stationen – weniger durch Altstadt oder Markt, dafür durch Diakonie, Bildung und Mission. Schon beim Durchfahren merkt man sofort: Neuendettelsau ist kein klassischer fränkischer Flecken, sondern ein gewachsener Campus-Ort mit eigener Struktur und eigener Geschichte.

    Zentrum und prägendes Element ist die Diakoneo, eines der größten diakonischen Unternehmen Süddeutschlands. Die Wurzeln reichen ins 19. Jahrhundert zurück, als der Pfarrer Wilhelm Löhe hier eine evangelisch-diakonische Bewegung aufbaute, die weit über Franken hinauswirkte. Von Neuendettelsau aus gingen Missionare, Diakonissen und Lehrer in die ganze Welt, vor allem nach Nordamerika, Südamerika und Asien. Der Ort war damit weniger lokal ausgerichtet als viele vergleichbare Städte, sondern von Anfang an international geprägt.

    Das zeigt sich bis heute im Ortsbild. Große, parkartige Anlagen, ehemalige Schwesternhäuser, Schul- und Verwaltungsgebäude, Krankenhäuser und soziale Einrichtungen liegen locker verteilt, fast wie eine eigene kleine Stadt in der Stadt. Alles wirkt funktional, ruhig und auf Gemeinschaft ausgelegt. Historische Gebäude stehen hier nicht zur Repräsentation, sondern im Dienst einer Idee: Bildung, Pflege, Seelsorge und soziale Verantwortung.

    Auch kirchlich ist Neuendettelsau stark geprägt. Die evangelisch-lutherische Tradition ist allgegenwärtig, sichtbar an Kirchen, Ausbildungsstätten und geistlichen Zentren. Gleichzeitig wirkt der Ort nicht streng oder abgeschlossen, sondern offen und modern. Die Diakonie ist hier kein Museum, sondern gelebter Alltag.

    Beim Durchfahren entsteht der Eindruck eines Ortes, der weniger von Vergangenheit erzählt als von Kontinuität. Während Heilsbronn, Feuchtwangen oder Herrieden ihre Geschichte vor allem aus Kloster und Mittelalter beziehen, steht Neuendettelsau für ein anderes Kapitel fränkischer Geschichte: das 19. Jahrhundert, soziale Reformen, protestantische Prägung und weltweite Vernetzung.
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  • Abenberg - Historische Burgstadt

    4 gennaio, Germania ⋅ ☁️ -3 °C

    In Abenberg waren wir diesmal nicht zum ersten Mal, sondern eher wie so oft zwischendurch – ein Ort, den man kennt und der gerade deshalb immer wieder neu wirkt. Schon von weitem bestimmt die Burg Abenberg das Bild. Sie liegt hoch über der Stadt auf einem markanten Höhenrücken und macht sofort klar, warum Abenberg als historische Burgstadt bezeichnet wird. Die Burg ist der Ursprung des Ortes, ohne sie hätte sich hier keine Stadt entwickelt. Ihre Anfänge reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück, als die Grafen von Abenberg hier ihren Herrschaftssitz errichteten. Die Lage war strategisch perfekt: Schutz, Kontrolle über das Umland und Sichtweite über wichtige Wege. Nach dem Aussterben der Grafen ging die Burg an das Hochstift Bamberg über und blieb über Jahrhunderte Verwaltungs- und Amtssitz. Sie verlor zwar an politischer Eigenständigkeit, blieb aber funktional wichtig und wurde weiter ausgebaut und genutzt.

    Mit der Säkularisation im 19. Jahrhundert endete diese Rolle. Die Burg verlor ihre Verwaltungstätigkeit und hatte verschiedene Nutzungen, bis man ihren historischen Wert wieder stärker erkannte. Heute ist sie kein Machtsymbol mehr, sondern ein kultureller Ort, der offen genutzt wird. Besonders prägend ist das Klöppelmuseum, das an die lange Tradition der Klöppelspitze erinnert. Diese Handwerkskunst ist eng mit Abenberg verbunden und verleiht der Stadt eine ganz eigene Identität, die sich deutlich von anderen fränkischen Orten unterscheidet.

    Abenberg selbst ist klein, überschaubar und sehr geschlossen gewachsen. Die Altstadt liegt direkt unterhalb der Burg, mit kurzen Wegen, Sandsteinhäusern, Resten der Stadtbefestigung und einem ruhigen, fast privaten Charakter. Nichts wirkt großstädtisch oder auf Besucher ausgerichtet. Man merkt schnell, dass Abenberg nie Residenzstadt war, sondern immer Verwaltungsmittelpunkt für den ländlichen Raum. Diese Bodenständigkeit prägt den Ort bis heute.

    Heute leben in Abenberg rund fünfeinhalbtausend Menschen. Wirtschaftlich ist die Stadt nicht industriell geprägt, sondern von Handwerk, kleinen Betrieben, Dienstleistungen und Landwirtschaft im Umland. Viele pendeln in die größeren Zentren wie Schwabach, Roth oder Nürnberg. Tourismus spielt eine Rolle, aber leise und unaufgeregt – getragen von der Burg, der Altstadt, Veranstaltungen und der Einbindung in Rad- und Wanderwege. Wachstum steht hier nicht im Vordergrund, sondern Stabilität und Lebensqualität.
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    Inizio del viaggio
    1 gennaio 2026