• Kloster Kykkos

    January 23 in Cyprus ⋅ ☁️ 11 °C

    Der Weg zum Kloster Kykkos ist bereits Teil des Erlebnisses. Von der Küste aus schraubt sich die Straße in endlosen Kurven durch die Troodos-Berge – gefühlt sind es eher tausend als hundert. Je höher man kommt, desto dichter werden die Wälder, die Luft wird kühler und die Landschaft deutlich grüner als unten am Meer. Allein diese Fahrt macht klar, warum dieser Ort über Jahrhunderte bewusst abgeschieden geblieben ist. An einigen Stellen lag sogar Schnee auf der Straße!

    Das Kloster selbst gilt als eines der bedeutendsten und wohlhabendsten Klöster Zyperns. Gegründet wurde es im 11. Jahrhundert zur byzantinischen Zeit und ist besonders eng mit der Verehrung der Jungfrau Maria verbunden. Im Mittelpunkt steht eine Ikone der Panagia, die der Überlieferung nach vom Evangelisten Lukas selbst gemalt worden sein soll. Diese Ikone ist bis heute vollständig verhüllt – sie wird niemals direkt gezeigt, was ihre spirituelle Bedeutung noch verstärkt.

    Architektonisch beeindruckt Kykkos vor allem durch seine reich verzierten Arkadengänge, die Mosaike und Fresken, die nahezu jede freie Fläche schmücken. Goldene Hintergründe, detailreiche Heiligendarstellungen und biblische Szenen erzählen hier Geschichte auf byzantinische Art. Besonders schön ist der Innenhof mit seinen zweistöckigen Bogengängen, die dem Kloster trotz seiner Größe eine ruhige, fast intime Atmosphäre geben.

    Da die Kantine bei unserem Besuch geschlossen war, blieb mehr Zeit für das Klostermuseum – und das war ein echtes Highlight. Die Ausstellung zeigt Artefakte aus fast tausend Jahren Klostergeschichte: reich bestickte liturgische Gewänder, kostbare Handschriften, Ikonen, Reliquien und sakrale Geräte aus verschiedenen Epochen. Viele Stücke stammen aus der byzantinischen Zeit und geben einen eindrucksvollen Einblick in die religiöse, kulturelle und politische Bedeutung des Klosters über Jahrhunderte hinweg..
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