• Chäsalp

    February 13 in Switzerland ⋅ ☁️ 6 °C

    Am Freitagnachmittag sind wir losgefahren, haben unterwegs alle eingesammelt – eigentlich mit dem Plan, entspannt anzukommen und vielleicht noch einen Kaffee zu trinken. Doch schon nach einer Stunde standen wir im Stau. Und es wurde leider nicht wirklich besser. Kilometer für Kilometer schoben wir uns Richtung Zürich.

    Statt frühem Aperitif sind wir dann ziemlich pünktlich um 20:00 Uhr in der Chäsalp angekommen – unserem Restaurant für den ersten Abend.

    Die Chäsalp liegt oberhalb der Stadt am Zürichberg im ehemaligen „Alten Tobelhof“ und wirkt wie eine Mischung aus Alphütte und Stadtrestaurant. Viel Holz, gemütliche Stuben, eine große Terrasse mit Blick über Zürich – und eine Speisekarte, die sich fast ausschließlich um Käse dreht. Über 15 verschiedene Fondues stehen zur Auswahl, dazu Raclette-Varianten und alpine Klassiker.

    Zum Start gab es eine schöne Fleischplatte mit Bündner Fleisch und Möschbröckli – dünn geschnitten, würzig, genau richtig als Auftakt. Danach zwei unterschiedliche Fondues: ein klassisches Moitié-Moitié (Gruyère und Vacherin) und das „Stiereblut“-Fondue mit Chili.

    Das Stiereblut war unser Favorit. Kräftig, cremig, mit einer angenehmen Schärfe, die sich langsam aufbaut, aber nie zu dominant wird. Serviert im traditionellen Caquelon über dem Rechaud, dazu frisches Brot, kleine gekochte Kartoffeln, Essiggurken und Silberzwiebeln. Besonders die Kartoffeln haben perfekt funktioniert – sie nehmen den geschmolzenen Käse fast noch besser auf als Brot.

    Fondue ist ja eigentlich simpel: Käse, Weißwein, Knoblauch, etwas Kirsch. Aber die Kunst liegt im Gleichgewicht. Die richtige Mischung aus Gruyère und Vacherin sorgt für Cremigkeit, der Wein für die leichte Säure, die Hitze muss konstant bleiben, damit nichts gerinnt. Und am Ende geht es sowieso weniger um Technik als um Gemeinschaft – alle sitzen um einen Topf, tauchen ein, lachen, diskutieren, trinken ein Glas Wein mehr als geplant.

    Nach einer leckeren Nachspeise ging es später zurück in die Stadt. Vor dem Apartment sind wir noch durch die Altstadt geschlendert – enge Gassen, warmes Licht, ruhige Stimmung. Trotz Stau war es am Ende genau der richtige Start ins Wochenende: Freunde, Käse, ein bisschen Chili – und das Gefühl, jetzt wirklich in Zürich angekommen zu sein.
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