• Vyn

    February 25 in Sweden ⋅ ☁️ 2 °C

    Toll – am Abend haben ein Auto gemietet und sind einfach rüber nach Schweden gefahren. Einmal über die Øresundbrücke, dann durch die dunkle Landschaft von Skåne Richtung Ostsee. Ziel: Vyn von Daniel Berlin – dieses geniale Restaurant ganz im Süden von Schweden, irgendwo bei Simrishamn, direkt am Meer gelegen.

    Wir kamen natürlich später als geplant. 18:30 Uhr war die Idee – 19:30 Uhr standen wir dann vor der Tür. Dunkel, winterlich, ein bisschen Schnee in den Beeten, die Bäume dramatisch angestrahlt – fast schon wie eine kleine Inszenierung. Und trotzdem: total entspannt empfangen. Kein Stress, kein erhobener Zeigefinger. Einfach: „Schön, dass ihr da seid.“

    Und dann ging es auch schon los. Ein Menü, das sich nicht aufdrängt, sondern erzählt. Nordisch, klar, präzise. Extrem produktfokussiert. Jeder Gang wirkte reduziert, aber voller Tiefe. Auf einem der Bilder sieht man dieses perfekt rosa Stück Fleisch – auf den Punkt gegart, saftig, mit einer dunklen, intensiven Jus. Großartig.

    Dazu Weinbegleitung – unter anderem ein Brunello di Montalcino, der wunderbar mit der kraftvolleren Aromatik harmoniert hat. Die Gläser im warmen Licht, der Raum minimalistisch, viel Holz, ruhige Atmosphäre. Kein unnötiger Schnickschnack – alles sehr skandinavisch klar.

    Was ich besonders stark fand: Trotz des 2-Sterne-Niveaus keinerlei Steifheit. Sehr aufmerksam, aber nie überpräsent. Man fühlt sich als Gast wirklich gewollt.

    Nach dem Essen dann nur noch ein paar Schritte – denn wir haben gleich im Hotel übernachtet, das zum Restaurant gehört. Architektur zum Runterkommen. Warme Materialien, klare Linien, tolle Details – sogar die Tür mit den geschnitzten Naturmotiven war ein kleines Kunstwerk. Draußen die nächtliche Gartenanlage mit Lichtinszenierung im Schnee – fast schon meditativ.

    Ein Abend, für den sich jede Minute Autofahrt gelohnt hat.
    Von Kopenhagen raus in die schwedische Nacht – und kulinarisch ganz weit vorne angekommen.
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