Nach einem leckeren Frühstück im Hotel bin ich wieder los. Eigentlich dachte ich, ich muss noch shoppen gehen, aber das Angebot war überschaubar – also Plan geändert und runter zum Hafen. Von dort habe ich die Fähre nach Nólsoy genommen, direkt gegenüber von Tórshavn. Genau dorthin, wo ich heute früh schon den Sonnenaufgang gesehen hatte. Eine halbe Stunde über den Nólsoyarfjørður, frische Luft, kaum Wind, herrlicher Blick zurück auf Streymoy und die bunten Häuser von Tórshavn, die immer kleiner wurden.
Nólsoy selbst ist ein kleines, sehr ursprüngliches Dorf mit rund 200–250 Einwohnern. Die Siedlung liegt geschützt an der Ostseite der Insel, fast alle Häuser gruppieren sich rund um den kleinen Hafen. Typisch färöisch: schwarze Holzhäuser mit weißen Fenstern, dazwischen immer wieder kräftige Farben – rot, blau, grün. Vorne am Hafen steht die kleine Kirche von Nólsoy, schlicht, weiß, mit Blick aufs Meer – wie so oft auf den Färöern wirkt alles reduziert, aber stimmig.
Historisch war Nólsoy stark von Fischerei geprägt. Viele Männer waren Fischer oder Seefahrer, und das Meer war über Generationen Lebensgrundlage. Heute pendeln einige Bewohner nach Tórshavn, die Fähre ist also nicht nur für Touristen da, sondern echte Lebensader. Gleichzeitig ist die Insel ein wichtiger Ort für Natur- und Vogelbeobachtung: In den Klippen brüten große Kolonien von Sturmvögeln, und Nólsoy gilt als einer der besten Plätze, um die berühmten Färöer-Sturmschwalben zu sehen – allerdings eher nachts und in der Saison. Leider ist gerade noch gar keine Saison für Vögel.Read more
Traveler
Schon ein starker Kontrast zu den alten Dörfern, die Du zuvor besucht hast.