Dead Horse Point
April 16 in the United States ⋅ 🌬 17 °C
Nach dem (viel zu üppigen) Thai-Abendessen in Moab haben wir uns trotzdem noch ins Auto gesetzt und sind hoch zum Dead Horse Point gerast – in der Hoffnung, den Sonnenuntergang noch zu erwischen. Ganz hat es nicht mehr gereicht, wir kamen ein paar Minuten zu spät an.
Aber ehrlich gesagt: war völlig egal.
Die Sonne war gerade weg, der Himmel noch rot und orange angeleuchtet, und dieses Licht hat die ganze Landschaft fast noch spannender gemacht. Der Colorado River zieht sich unten wie eine grüne Schlange durch die Felsen, und die ganzen Schichten und Formationen kommen in diesem weichen Abendlicht richtig gut raus. Viel besser, als wir gedacht hätten.
Was man von oben besonders gut versteht: Diese Landschaft ist über Millionen von Jahren entstanden. Die verschiedenen Gesteinsschichten stammen aus ganz unterschiedlichen Zeiten – teils Meeresablagerungen, teils Wüstensand, der sich zu Sandstein verfestigt hat. Der Colorado River hat sich dann über unglaublich lange Zeit immer tiefer in dieses Plateau eingeschnitten und diese dramatischen Schleifen geformt. Diese fast perfekten Kurven nennt man „Goosenecks“ – und genau so eine liegt einem hier direkt zu Füßen.
Unten im Tal sind uns auch diese leuchtend blauen Becken aufgefallen – die sehen fast künstlich aus, und sind es auch. Das sind Verdunstungsbecken aus der Kalium- bzw. Salzgewinnung. Das Wasser wird hineingepumpt, verdunstet durch die Hitze, und je nach Mineralien färbt sich das Ganze in diese intensiven Blau- und Türkistöne. Ein total surrealer Kontrast zu den roten Felsen.
Richtig besonders war aber auch der Blick in die andere Richtung: Im Osten sieht man die La Sal Mountains, komplett schneebedeckt. Und genau dort hat sich dieses typische „Alpenglühen“ gezeigt – die Gipfel waren noch in warmes, rötliches Licht getaucht, während hier unten im Canyon schon alles langsam ins Dämmerlicht überging. Das hatte fast etwas Unwirkliches, wie zwei verschiedene Welten nebeneinander: unten die trockene, rote Wüstenlandschaft und dahinter diese fast alpine Kulisse.
Die Aussicht ist insgesamt schon beeindruckend – fast wie ein kompakter Grand Canyon, aber näher dran und irgendwie intensiver. Und vor allem: überraschend leer. Kaum Leute, totale Ruhe, nur der Wind und diese riesige Weite.
Wir überlegen echt, morgen nochmal hinzufahren – Tagesticket haben wir.Read more























