Death Valley
April 23 in the United States ⋅ ☀️ 16 °C
Nach ein paar Tagen in Las Vegas haben wir uns wieder eingesammelt und sind raus aus der Stadt – kaum verlässt man den Strip, ist plötzlich wieder nur Wüste. Unser Ziel: das Death Valley. Für die Nacht hatten wir uns das Longstreet Inn and Casino ausgesucht. Wirklich ein kurioser Ort – irgendwo im Nirgendwo, ein paar Gebäude, ein kleines Casino, sonst einfach nichts.
Am nächsten Morgen sind wir früh los und ins Death Valley hineingefahren. Und „hinein“ trifft es wirklich – es geht stetig bergab, bis man irgendwann unter dem Meeresspiegel ist. Am Badwater Basin liegt man bei etwa minus 86 Metern, damit ist es der tiefste Punkt Nordamerikas. Schon ein seltsames Gefühl, wenn man weiß, dass man unter dem Meeresspiegel steht und trotzdem weit und breit kein Wasser sieht.
Die Landschaft ist über Millionen Jahre entstanden. Das Tal gehört zu einem sogenannten Grabenbruchsystem: Die Erdkruste wird hier auseinandergezogen, einzelne Bereiche sinken ab, während daneben Gebirge nach oben gedrückt werden. Deshalb diese starken Gegensätze auf engem Raum – unten das Tal, daneben direkt hohe, schroffe Berge. Wind und seltene, aber heftige Regenfälle formen das Ganze weiter und schneiden diese tiefen Rillen und Furchen in die Hänge.
Am Zabriskie Point sieht man das besonders gut. Diese hellen, gelblichen Hügel wirken wie gefaltet oder zerknittert. Die Farben kommen von unterschiedlichen Mineralien im Gestein, vor allem Eisen, das für die rötlichen Töne sorgt. Im Morgenlicht leuchtet das Ganze nochmal deutlich stärker.
Im Badwater Basin dann ein komplett anderes Bild. Eine riesige, weiße Salzfläche, die fast wie Schnee aussieht. Wenn man darüber läuft, knirscht es unter den Füßen. Das Salz bleibt zurück, weil Wasser aus den umliegenden Bergen ins Tal fließt und dort wieder verdunstet. Regen fällt hier kaum, im Schnitt vielleicht 50 Millimeter im Jahr, aber wenn er kommt, dann oft kurz und heftig. Das Wasser sammelt sich kurzzeitig im Tal und verschwindet dann wieder.
Die Bedingungen sind extrem. Im Sommer steigen die Temperaturen regelmäßig über 50 Grad, der gemessene Rekord liegt sogar noch deutlich darüber. Gleichzeitig kann es morgens überraschend kühl sein. Die Luft ist trocken, Schatten gibt es kaum, und man merkt schnell, wie wenig Platz hier für Leben ist.Read more



























