• Fort Matanzas und die Atlantikküste

    29. marts 2024, Forenede Stater ⋅ ☀️ 20 °C

    Am nächsten Morgen ist entgegen der Vorhersage gutes Wetter, weiter geht es die Küste entlang, diesmal zum Fort Matanzas, einem alten spanischen Fort aus dem 16. Jhdt. Wir bekommen gerade noch zwei Tickets für das nächste Boot (das Fort liegt auf einer Insel) in etwa einer guten Stunde. Wir spazieren noch etwas durch den Park, der zu dem Fort gehört und weiter am Strand entlang, eine schöne Strandwanderung. Wir sehen viele Vögel, vor allem die Pelikane sind sehr eindrucksvolle große Tiere. Schließlich gehen wir wieder zurück und sind dann pünktlich am Steg. Bestimmt zehnmal werden alle darauf hingewiesen, daß es drüben keine Toiletten gibt und das Boot erst in etwa einer Stunde wieder zurück ist. Das ist ein sehr großer Unterschied zu Deutschland, hier gibt es überall Toiletten, sie sind immer kostenlos und meist recht sauber (bisher jedenfalls, toi toi toi). Da können wir uns eine gute Scheibe abschneiden.
    Das Fort ist nicht groß, aber malerisch und fast vollständig original. Es war hier wichtig, um den Zugang zu St. Augustine über den hier mündenden Fluß zu verteidige. Große englische Kriegsschiffe konnten wegen des flachen Wassers nicht durch, und die kleineren Schaluppen konnten durch die Kanonen des Forts in Schach gehalten werden. Der Name Matanzas (spanisch für Schlachten) kommt übrigens von einem Massaker, das der spanische Admiral Menendez de Aviles (der Gründer von St. Augustine gut 50 Jahre nach Ponce de Leon) hier an den vorher bereits hier lebenden Franzosen verübt hatte.
    Wir fahren weiter und genießen den blauen Himmel über den weißen Stränden, trotz des immer noch kalten Windes, bis wir zu den ersten Ausläufern von Daytona Beach gelangen. Waren vorher die Küstenabschnitte zwar nicht umgebaut, aber mit maximal zweistöckigen Strandhäusern oder Villen bebaut, fangen hier nun die Hochhäuser an. Wir biegen ab nach Westen, wir haben uns eine Kirche ausgesucht, an der wir heute am Karfreitag den Gottesdienst feiern möchten. Als wir ankommen, ist aber alles völlig still, kein Mensch da. Hier gibt es bestimmt nicht den auf der Webseite angekündigten Gottesdienst um 17:00. Es ist eine Telefonnummerangegeben, aber da ist nur ein Anrufbeantworter. Ein älteres Ehepaar kommt noch, die hatten sich auch auf die Webseite verlassen. Die ältere Dame merkt, daß wir aus Deutschland sind und redet mit uns auf deutsch weiter. Sie ist aus Bamberg und in den 50ern ausgewandert, ihre Oma hat immer deutsch mit ihr gesprochen. Es kommt eine weitere Frau, die meint, der Pfarrer habe noch gestern auf den Gottesdienst hier heute um 17:00 verwiesen. Sie ruft ihre Freundin an, die ist Sekretärin im Pfarramt. Ja, der Gottesdienst findet um 17:00 statt, aber in der anderen Kirche der Gemeinde, etwa 20min entfernt, fast schon in Daytona. Also zurück ins Buschen und weiter gefahren. Wir kommen dann natürlich leider zu spät und bekommen noch etwa den halben Gottesdienst mit. Sehr schön, auch mit einigen Gospels, aber kein Abendmahl am Karfreitag. Es ist - mit Ausnahme des Pfarrers und der Organistin - eine rein weiße Veranstaltung. Nach der Kirche fahren wir weiter, wir haben einen Bootsslip in Google ausfindig gemacht, da wollen wir essen, mit Sicht auf den See. Es ist sehr schön, so daß wir beschließen, hier auch über Nacht zu bleiben. Wir fahren noch etwas um die Ecke zur Bootsrampe, damit wir noch ein paar Bäume zwischen uns und der Straße haben. Es steht schon ein anderes Auto auf der anderen Seite, das sind Nacht-Angler, die am Steg mit Lampen ihren Fang einbringen wollen. Nicht sehr gesprächig, so daß wir uns in unser Buschen zurückziehen. Es wird eine sehr angenehme ruhige Nacht und am nächsten Morgen ein Frühstück mit tollem Blick über den See. Ein faszinierendes Bild mit den Seerosen, die im mystischen Morgennebel verschwinden, bis sich so langsam die Sonne durchsetzt.
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