• Golfküste von Alabama und Mississippi

    5. april 2024, Forenede Stater ⋅ ☀️ 20 °C

    Am nächsten Morgen sind wir die ersten an der Fähre, der Mann am Kassenhäuschen hatte noch gar nicht auf, aber er verkauft uns das Ticket und läßt uns durch. Wir kommen dann als erste auf die Fähre und stehen wirklich ganz vorne in der Mitte. Die Fähre führt noch nicht direkt auf das Festland, sondern zunächst auf Dauphin Island. Das ist eine wohltuende Ausnahme in Alabama, hier ist die gesamte östliche Hälfte der Insel zunächst nur mit kleinen zweistöckigen Ferienhäusern und kurz danach gar nicht mehr verbaut. Wir machen eine sehr lange Strandwanderung, Dauphin Island ist wirklich ein Juwel. Westlich von uns auf dem Festland gibt es große Brände, da sollte Naturpark sein, wahrscheinlich sind es wilde Feuer („wildfire“). Wir fahren über eine hohe Brücke auf das Festland und dann auf dem küstennahen Highway in einem Bogen um das Naturschutzgebiet (und die Brände) herum und kommen nach kurzer Fahrt nach Mississippi. Das ist nun ganz anders als Alamaba. Hier sind anstelle der Hochhäuser große Villen am Strand, sehr eindrucksvoll – allerdings führt die Straße noch zwischen den Häusern und dem Strand entlang. Am schönsten ist es in Gulfport und in Long Beach. Wir wollen eigentlich an einem RV-Park des Casinos übernachten, das ist kostenlos, wenn man das Casino besucht. Leider stellt sich heraus, daß es nicht kostenlos, sondern sogar ziemlich teuer ist und man ein entsprechendes Voucher für das Casino erhält, das man dort verspielen kann – nicht unser Ding. Wir fahren weiter und picknicken an einem sehr schönen Strandparkplatz. Kaum sind wir fertig, kommt eine Stimme um die Ecke, die sagt, „na, Ihr Wiesbadener, wie geht es Euch hier in Mississippi?“. Es ist Harald, der eigentlich aus der Nähe von Kassel stammt und vor mehr als 30 Jahren nach Colorado ausgewandert ist. Nun ist er Rentner und macht nur noch kleinere Jobs, vor allem scheint er Autos für Bekannte zu überführen. Wir unterhalten uns eine ganze Weile, er lädt uns sogar ein, bei seinen Freunden – auf deren Haus er gerade aufpasst – vor der Einfahrt zu halten, aber wir wollen dann doch lieber auf den Campground, den wir uns schon ausgesucht hatten. Das ist ein „Fishing Campground“, d.h. es sind lauter Angler, die hier ihre Wohnwagen bzw. meist eher Auflieger stehen haben und in der Angelsaison hier herkommen. Wir fahren hinein, keiner ist da – wir können uns ja morgen noch anmelden. Wir finden einen super Platz, direkt am Wasser und es wird – abgesehen von der Eisenbahn, die zwei/dreimal vorbeifährt und an jedem Bahnübergang laut hupt – eine sehr ruhige Nacht.Læs mere