• Durch die Prärie in Montana

    July 3, 2024 in the United States ⋅ ☀️ 21 °C

    Wir fahren am nächsten Morgen noch über die Grenze nach North Dakota, nachdem wir die interessante Stahlkonstruktion der Eisenbahnbrücke bewundert haben. Am Zusammenfluß des Missouri mit dem Yellowstone River ist eine Touristeninformation. Hier haben wir Internet und versuchen herauszufinden, wo morgen am Independence Day etwas los ist. Thomas möchte diesen Tag zusammen mit Amerikanern feiern und nicht draußen alleine in der Wildnis sein. Nur hier sind wir in der Wildnis. Die weit verstreuten Ortschaften im Osten von Montana bringen es meist nichtmals auf 100 Einwohner. Das Mädchen an der Info kommt aus dem angrenzenden Dorf in North Dakota. Hier würde der Nationalfeiertag mit einem Autorennen und Picknick im Park gefeiert, erzählt sie uns mit leuchtenden Augen. Wir googeln weiter und finden eine Stadt mit Namen Lewistown, welche auf unserem Weg Richtung Glacier Park liegt und ein Programm für den Unabhängigkeitstag bietet. Erst Pancake-Frühstück, dann Parade, danach Livemusik im Park und Abends Feuerwerk. Klingt gut, also machen wir uns dahin auf. Auch der Osten von Montana ist genauso wie der Westen von North Dakota weites hügeliges grünes Land, mit einigen kleinen Ortschaften und Farmen dazwischen. Ansonsten nur Weideland, Rinder und ein endloser Himmel. Doch leider ziehen an diesem Himmel immer wieder Gewitter auf. Es wird so richtig Dunkel und dann pladdert es los. Wir kommen gerade an dem winzigen Ort Richy vorbei, halten vor dem Saloon und springen über den Wasserfluß, der sich am Bordsteinrand gebildet hat, in die Kneipe. Wir wollten eigentlich einen Hamburger essen, aber hier riecht es nicht nach Essen und es sitzen ein paar Leute an der Bar und trinken. Wir gesellen uns also dazu und bestellen ein Bierchen um den Regen abzuwarten. Wir kommen schnell mit der Barkeeperin ins Gespräch und auch mit dem Mann links neben uns. Er stammt aus einer Farm in der Nähe und war sogar schon mal in Grand Teton, aber beruflich. Weiter ist er noch nicht rausgekommen, erzählt aber von seiner Großmutter, welche aus Deutschland kam und so gutes Essen gekocht hat. Wir erzählen vom dicht besiedelten Deutschland, woraufhin er fragt ob es bei uns dann alle 10 bis 15 Meilen einen Ort gäbe. Wir müssen innerlich lachen – wenn das für den Mann dicht besiedelt ist, kann er sich Deutschland auch nicht ansatzweise vorstellen. Der Regen hat aufgehört und wir fahren weiter durch die riesige Weite und wirklich absolut nichts. Nach etwa 50 Meilen kommt der nächste Ort. Wir halten an und tatsächlich gibt es diesmal im Saloon auch einen Hamburger zu essen. Natürlich nehmen wir die Gelegenheit wahr und fahren nun nicht mehr hungrig weiter Richtung Lewistown. Etwa eine halbe Stunde davon entfernt meint Thomas, wir können uns auch einen Schlafplatz suchen und morgen dann eine halbe Stunde bis Lewistown fahren. Die nächste öffentliche Straße fahren wir rein, einen Hügel hoch durch ein paar lichte Bäume und finden ober vor einem Viehgatter einen schönen waagrechten Platz auf den wir uns für die Nacht hinstellen. Die Sicht ist einmalig über die weiten Hügel von Montana und der Abend verabschiedet sich mit einem herrlichen Sonnenuntergang darüber.Read more