Straßenblockade auf dem Weg nach Oaxaca
17 febbraio 2025, Messico ⋅ ⛅ 21 °C
Morgens spricht uns eine junge Holländerin beim Frühstück an, ob wir sie und ihren Freund bis zur Straße mitnehmen können. Sie wollen von dort mit dem Bus nach Oaxaca. Na klar, wir nehmen sie gerne mit und da wir auch nach Oaxaca fahren, können sie auch gerne mitkommen. Die beiden sind sehr sympathisch und unterhaltsam. Sie sind im Alter unserer Kinder und für ein halbes Jahr in Mittel- und Südamerika unterwegs. Sie sind die ersten Tage seit Mexiko Stadt in Mexiko und ganz begeistert vom Land. Wir halten noch an einem Tacostand, da die beiden seit gestern Mittags nichts gegessen haben. Die Bezahlautobahn geht glatt, bis es auf einmal einen Stau gibt. Die Autos fahren an den stehenden LKWs vorbei. Also sind wir auch ein Auto. An der nächsten Ausfahrt lasse ich von Google eine Alternativroute berechnen, da die Bezahlautobahn für die nächsten Kilometer gesperrt ist. Wir fahren ab und durch die nächste Stadt. Doch am Ausgang ist die Straße ebenfalls gesperrt. Demonstranten haben zwei Busse quergestellt und laufen laut skandieren mit Fahnen herum. Die Stimmung ist aufgeheizt. Thomas spricht einen der wartenden Fahrer an. Dieser meint das sei ein Streik und die Blockaden dauerten voraussichtlich bis 18 Uhr. Uff, das ist spät. Denn dann wird es dunkel und im dunklen wollen wir eigentlich nicht mehr fahren. Google zeigt uns noch einen Weg über die Berge. Also versuchen wir unser Glück. Die Straße ist auch erst sehr gut, aber schon bald landen wir auf einem kleinen Feldweg. Thomas hat Mühe, das Wohnmobil zu drehen. Also fahren wir wieder zurück in die Stadt und müssen uns dort wohl einen Stellplatz für die Nacht suchen und die Holländer ein Hotel. Wir fahren nochmal zur Blockade um zu sehen wie es da steht. Und, oh Wunder, die beiden Busse, welche die Straße blockiert haben kommen uns gerade in dem Augenblick entgegen. Die Straße wird von wem auch immer frei geräumt und die Autos werden durchgewinkt. Wir fahren auch durch. Die Stimmung ist aufgeheizt und einige von den Demonstranten tragen ihre Macheten offen zur Schau. Und da sind auch Feuer auf der Straße, welche wir mit mulmigen Gefühl umfahren. Da fällt Thomas auf, dass wir nicht mehr genug Diesel haben bis Oaxaca. Wir müssen also tanken. Es wird eine Reichweite von 60 Kilometer angezeigt und die nächste Tankstelle ist etwa 80Kilometer hinter den Bergen. Also müssen wir zurück und im Ort tanken. Echter Mist. Also wieder zurück an den Feuern vorbei und den wütenden Demonstranten. Zum Glück hat die Pemex dahinter Diesel. Wir tanken voll und fahren wieder durch die unheimliche Kulisse. Das reicht wirklich. Ich schau nach hinten und meine wir haben einen Platten. Thomas stoppt, zum Glück ist nichts. Wir fahren weiter durch eine wunderschöne Berglandschaft und erreichen Oaxaca kurz vor dem Dunkelwerden. Wir setzen die Holländer an einer Straßenecke ab, wo sie nur noch 3 Minuten zu ihrem Hotel zu laufen haben. Die beiden sind wirklich sehr sympathisch und wir haben uns während dieser abenteuerlichen Fahrt sehr nett mit ihnen unterhalten. Wir fahren auf einen Parkplatz in der Innenstadt welcher fünf Minuten vom Zocalo liegt. Dort können wir auch übernachten. Eine Französin hat uns diesen in Teotihuacan empfohlen. Als wir ankommen, ist es fast dunkel. Der Parkplatz stinkt erbärmlich und ist völlig heruntergekommen. Es stehen nur einige vergammelte Autos da. Der Besitzer bugsiert uns erst an die Seite. In einem Verschlag macht sich dort ein Mann ein kleines Feuer. Da wir dort nicht so richtig unter den Baum passen, stellt er ein anderes Auto weg und wir zwängen uns in die Parklücke. Neben uns steht ein Amerikaner, sonst nur Schrottautos. Aus dem Hinterfenster schaut man auf vergammelnde Melonen und Orangenschalen. Der Parkplatz ist gesäumt von Räumen mit einer Tür, vor der teilweise nur Stofffetzen hängen. In jeden dieser Räume leben ganze Familien mit mehreren Kindern. Das reinste Slum. Es ist Abends und wir haben keine richtige Alternative und wir sind fertig von der Fahrt mit den Blockaden. Also gehen wir in die Stadt etwas essen und ein Bierchen am Zocalo. Dann legen wir uns in unser Bett und machen die Augen zu. Was ein Tag.Leggi altro




ViaggiatoreAuweia, was für ein Tag 😖😣😖 wenigstens hattet ihr mit dem jungen Pärchen eine nette Begegnung gehabt. Sie waren sicher auch sowas von froh, euch getroffen zu haben und auch, dass ihre Weiterreise noch geklappt hat.
ViaggiatoreJa, war sehr nett
ViaggiatoreUnd wie sagt ein Reporterspruch „die schlechtesten Erfahrungen ergeben die besten Geschichten“ 🙃
ViaggiatoreKlar, aber immer erst hinterher 😉