• Fahrt nach Matagalpa

    16. april 2025, Nicaragua ⋅ ☀️ 25 °C

    Nach einer rühigen Nacht werden wir von Brüllaffen geweckt. Wir frühstücken und beobachten dabei die Affen, wie sie von Baum zu Baum klettern. Ganze Horden. Es ist wie vor einer Affen-Autobahn. Super interessant. Wir verabschieden uns von Michael, welcher wirklich meint, er schafft es in Zukunft nicht mehr. Wir wünschen ihm alles Gute. Vielleicht stellen sich seine Gäste wieder ein. Seine Lodge ist wunderschön und tierreich. Weiter geht es nach Matagalpa. Heute haben wir uns mehr als 200 Kilometer vorgenommen. Das ist viel für Nicaragua. Und dann werden wir von der Polizei rausgewinkt. Thomas hätte einen Motorradfahrer bei einer durchgezogenen Mittellinie überholt. Das stimmt zwar, aber wir streiten alles riegeros ab. Er will unseren richtigen Führerschein. Unsere vorgezeigte Kopie nützt nichts. Thomas behauptet, sein Führerschein sei im Hotel. Es gibt einiges Hin und Her. Am Ende lässt er uns einfach weiterfahren. Was ein Glück. Wir hoffen, dass er sich nichts notiert hat und wir bei der Ausreise Schwierigkeiten bekommen. Ansonsten geht die Fahrt glatt. Wir steuern die Kaffeeplantage eines weiteren Deutschen an. Leider ist diese nicht so richtig ausgeschildert. Als wir an einer Weggabelung sind und uns Google eine wirklich abeteuerliche Strecke anzeigt, steigen wir aus und suchen den richtigen Weg, Zum Glück hatte Google nicht Recht und wir können den besseren Weg bis zu der Kaffeeplantage fahren. Jürgen, der Eigentümer, begrüßt uns freundlich. Wir können auf seinem Parkplatz stehen und gerne zum Abendessen kommen. Es gibt ausgezeichnete Würstchen und eine nette Unterhaltung mit einem deutschen und einem schweizer Gast, welche schon ziemlich alt sind und mit wesentlich jüngeren nicaraguanischen Frauen liiert sind. Jürgen ist der gleiche Jahrgang wie ich und in den 80er Jahren im Rahmen eines DAAD Programms nach Nicaragua gekommen. Er war glühender Sozialist und von der nicaraguanischen Revolution begeistert. Er heiratete eine nicaraguanische Frau, gründete eine Familie und die Kaffeeplatage. Eigentlich war er Englischlehrer. Aber die Realität in Nicaragua hat ihn eingeholt. Aus dem sozialistischen Befreier ist mittlerweile ein Diktator geworden und Jürgen ist sehr zynisch geworden. Für den Sozialismus hat er nur noch Verachtung. Das sind schon extreme Lebensgeschichten.Læs mere