• El Dorado - Laguna de Guatavita

    17. december 2025, Colombia ⋅ ☁️ 15 °C

    Die Nacht war kühl und ruhig. Morgens überlegen wir, uns ob wir einen Uber zu der Lagune bestellen. Da jedoch keiner im Angebot ist und auch Camillo sagt, die Straße sei gut zu befahren, nehmen wir das Buschen. Erst verpassen wir den Abzweig, den Google uns anzeigt. Wir fahren zurück, biegen ab und fahren eine kleine unbefestigte Straße entlang. Zunächst an Häusern vorbei und dann an Wiesen mit weidendem Vieh. Wie in Österreich, nur die Straße ist eher ein Wanderweg. Teilweise haben wir super steile Anstiege auf unbefestigtem Geröll. Thomas gibt echt Gas, aber es ist grenzwertig. An dem Gasthof am Ausgang des Wanderweges zur Lagune gibt es einen großen Parkplatz. Wir stellen das Buschen ab und sind froh, nicht mehr weiter fahren zu müssen. Der Busfahrer des Kleinbusses meint, er würde in etwa 40 Minuten zum Eingang fahren. Wir können gerne mitfahren. Wir trinken noch einen Kaffee und beschließen dann doch zu laufen. Die Straße ist ziemlich schlecht, aber zum Wandern gut. Nach knapp einer Stunde sind wir am Eingang. Wir kaufen ein Ticket. Man kommt nur in geführten Gruppen an die Lagune und im Moment gibt es nur spanischsprachige Führungen von den Rangern. Das ist Pech. Wir gehen rein und da ist eine Gruppe mit einer lustigen Führerin, welche fließend Englisch spricht. Sie lädt uns freundlich ein, in der Gruppe mitzugehen. Das nehmen wir dankbar an. So bekommen wir einige Hintergrundgeschichten zur El Dorado Lagune mit. Die Lagune wurde von den Indianern als der Bauch ihrer Göttin Pacha Mama verehrt. Daher wurden viele goldene Figuren als Opfergaben in den Se geworfen. Als die Spanier auf der Suche nach dem legendären Indianergold an den See kamen, fanden sie tatsächlich viele goldene Figuren und dachten das sagenhafte El Dorado gefunden zu haben. Nun war die Frage, wie man an das viele Gold auf dem Grund des Sees kommen sollte. Man kam irgendwann auf die Idee, einen Teil der Seitenwand des Vulkansees zu sprengen und so den See auszutrocknen. Da man allerdings nicht wusste wie tief der See war, floss nur ein Teil des Wassers ab. An dem freigelegten Ufer fand man viele goldene Figuren, aber ganz konnte man den See nicht austrocknen. Daher liegt es bis heute in dem Bereich der Legenden, ob hier wirklich das sagenhafte Gold der Indianer liegt. Unser Weg hoch an den Kraterrand des Sees ist sehr steil und anstrengend. Die Führerin ist unterhaltsam und nett. Oben angekommen, bietet sich ein grandioser Blick auf die grün bis türkis schimmernde Lagune. Je nach Sonneneinstrahlung wechselt sie ihre Farbe. Wir laufen im Halbrund darum herum. Leider sind viele Touristengruppen unterwegs und so ist dieses wunderschöne Naturerlebnis sehr überlaufen. Wir sind mehr als 3.000 Meter hoch und haben einen genialen Blick auf das Umland. Wir lassen die Gruppen vorbeiziehen, bedanken uns bei der Führerin und genießen zum Schluss noch einige ruhige Minuten. Dann laufen wir zu unserem Buschen. Der Wirt des Restaurants verkauft Thomas einen teuren geräucherten Schweinebauch und die Information, den unbefestigten Weg noch einige hundert Meter entlang zu fahren und dann nach links auf eine geteerte Straße abzubiegen, welche an den aufgestauten See von Guatape führt. Das sei sehr viel komfortabler als der ungeteerte Schüttelweg, den uns der Google hochgeschickt hat. Sollen wir das glauben? Ich laufe den weg nochmal sicherheitshalber ein paar Meter ab. Ja, den ungeteerten Teil können wir schaffen. Thomas beschließt, dem Wirt zu glauben. Das war eine gute Entscheidung. Nach ein paar hundert Metern unbefestigten Weges entpuppt sich die Straße als tatsächlich voll geteert. Zu Anfang neu und glatt wie ein Kinderpopo, dann etwas älter mit Schlaglöchern und aufgerissenen Stücken. Aber kein Vergleich zu der unbefestigten Straße die wir gefahren sind. Diese Straße ist wirklich einfach. Es ist unglaublich, welchen Mist einen Google schickt und wenn man die Gegend nicht kennt, weiß man es nicht anders. So fahren wir recht entspannt zurück, gehen in den Ort superlecker Forelle essen und lassen den Abend gemütlich ausklingen.Læs mere