• Otavalo

    1 febbraio, Ecuador ⋅ 🌧 16 °C

    Wir wachen auf und es regnet in Strömen. Da wir auf einer Höhe von 3100 Metern sind, ist es auch entsprechend kalt. Zum Frühstück stellt Thomas die Heizung an und wir beschließen, wieder nach Cotacachi zu fahren und dort an einer Messe teilzunehmen. Von den Bergen ist nichts zu sehen. Es ist eine einzige milchige Nebelbrühe. In Cotacachi parken wir mitten am Marktplatz und gehen in die Kirche. Stündlich findet eine Messe statt und die Kirche ist gefüllt mit hauptsächlich Indigenen. Es ist ein buntes Bild. Besonders die Frauen in ihrem bunten Sonntagskleidern sehen wunderschön aus. Wir sitzen mitten drin. So nahe kommt man den Menschen sonst nicht. Wir beten, singen und hören gemeinsam die Worte aus der Bibel. Es ist ein sehr verbindender Gottesdienst. In der Reihe vor uns sitzt eine Frau, welche uns schon nett anlächelt. Als wir aus der Kirche kommen spricht sie uns an. Sie stellt sich als Blanca vor und ihren Mann. Wir setzen uns auf eine Parkbank und erzählen uns von unseren Familien und zeigen Bilder auf dem Handy. Das Paar ist in etwa in unserem Alter. Sie haben zwei erwachsene Töchter und bereits Enkel. Ihr Sohn ist mit 22 Jahren gestorben und sie sind bis heute sehr traurig. Spontan laden sie uns zu sich nach Hause zum Mittagessen ein. Das ist wirklich gastfreundlich. So was haben wir bisher noch nicht erlebt. Wir nehmen sie in unserem Buschen mit und fahren an den Ortsrand zu ihrem kleinen Haus. Zu Hause erwartet uns ihre Tochter und der neunjährige Enkelsohn. Sie begrüßen uns freundlich und dann zeigen sie uns ihr Haus und ihren Garten. Der Garten ist ein großes Maisfeld mit vielen Bohnen dazwischen, welche sich an den Maispflazen hochranken. So erspart man sich die Bohnenstangen. Auch Hühner ziehen sie. Im großen Ganzen sind sie Eigenversorger. Es gibt eine leckere Hühnersuppe zum Mittag. Vom eigenen Huhn und dem Gemüse aus dem Garten. Eine feste Arbeit hat keiner in der Familie. Sie leben so von der Hand in den Mund. Die Tochter hat mal in der Touristeninformation und mal als Kindergärtnerin gearbeitet. Danach setzen wir uns zusammen in das Wohnzimmer und unterhalten uns noch etwas. Wir bedanken uns für die unglaubliche Gastfreundschaft und für das Mittagessen, welches sie wirklich mit uns geteilt haben, da wir nicht eingeplant waren. Wir sind tief berührt von den netten und herzlichen Menschen. Wir tauschen noch WhatsApp Nummern aus und versprechen ihr, Bilder von der Reise zu schicken. Wir nehmen ihre Tochter und den Enkel noch mit nach Otavalo und setzen sie am Hauptplatz ab. Wir selber steuern einen Campingplatz etwas oberhalb der Stadt an. Wir klingeln und keiner macht auf. Zum Glück haben wir eine WhatsApp Nummer und rufen an. In zwei Minuten steht der Besitzer vor uns. Er ist rein indigen und super freundlich. Er zeigt uns den Stellplatz auf einer ebenen Wiese. Das Gelände ist eingezäunt und hat eine tolle Sicht auf Otavalo. Thomas meint, die Wiese wäre fest genug und nicht zu sumpfig. Also stellen wir uns hin und laufen noch durch die Stadt. In einer schönen Konditorei gönnen wir uns einen Sonntagskuchen und fallen dann voller neuer Eindrücke ins Bett.Leggi altro