Noch ein blaues Wunder
16.–17. maj 2024, Spanien ⋅ ☁️ 22 °C
Chefchauen war tatsächlich (vorerst 😉) unsere letzte Station in Marroko und auf dem Weg nach Ceuta sagten wir wehmütig und gesättigt zu gleich „Auf Wiedersehen“ zu diesem Land, dass uns sooo viel geboten hat.
Ceuta - ein spanische Enklave auf dem afrikanischen Kontinent - gehört vollumfänglich zu Spanien und damit zur EU. Anders als auf der Hinreise nach Tanger Med, wo mehr oder minder die Straße von Gibraltar die physische EU-Außengrenze darstellte, war diese nun auf dem Land - und erschreckend erkennbar.
Bereits ca. 20km vor der Grenze nahm die Polizeipräsenz schlagartig zu. Der Küstenstreifen wurde massiv überwacht und an der Grenze selbst waren die Zäune hoch, gesichert und unüberwindbar.
Lange her, aber ich konnte mich nebulös an 1989 erinnern, als ich damals im Juni einen Schulausflug in die noch existierende DDR machte und an der Grenze Ähnliches erlebt habe. Beate musste sofort an das Lied „Grenzen“ von Dota Kehr denken. Warum Grenzen? Warum kann man nicht „Erdenbewohner*in“ sein?
Das übernächste Auto vor uns - BMW mit deutschem Überführungskennzeichen - wurde vom marokkanischen Grenzhund ausgewählt und anschließend von drei Grenzpolizisten auseinandergenommen. Gefunden wurde nix und die Grenzer vertrauten daraufhin jedoch dennoch eher ihrem Hund als dem Autobesitzer. Denn dieser musste nach 45min Überprüfung dann erst recht rechts raus und das Auto wurde nun komplett auseinandergenommen.
Als wir dran waren, waren sofort 3 Dinge klar: der Grenzer war erstens sehr freundlich, zweitens sehr gewissenhaft und drittens war das alles kein Vergleich zum entspannten Zoll bei der Einreise. Diesmal also alle Türen und Klappen auf, Hund außen rum, Hund innen rein, Hund im Flur, Hund im Bad und Hund unter dem Tisch mit dem kleinen Fach - Bingo! Da waren eben auch die Medikamente und die Souvenirs. Unsichtbares Schwitzen bei uns Drei, Greta nervös aber ruhig und nach genauerer Überprüfung dann Entwarnung. „Hey Friend!“ sagte plötzlich der Grenzer. „You german guys have always the best tools. Can I buy this lamp - you get the money at once!“
Tja, dass war die per USB-aufladbare große schwere Stabtaschenlampe, die der Opa Greta geschenkt hatte. Es kam also kein Deal in Frage. Der Grenzer lachte, legte den Arm um mich und wünschte uns eine gute Fahrt - durch einen langen engen Zaunkorridor nach Europa!
Endlich und ungläubig waren wir mit einem Mal wieder in einer anderen Welt. Es sah aus wie in Spanien, denn es war ja Spanien. Vertraute Reklameschilder und Handelsketten, europäische Beschilderung … yes, we did it! Entspannter Ablauf an der Fähre und dann ging’s in knapp 1 Stunde nach Algeciras - wo wir knapp 7 Wochen vorher gestartet waren.
Aber irgendwie hatte sich seither so einiges verändert, denn als wir an unserem angestrebten Campingplatz am Rand von Sevilla ankamen, mussten wir feststellen, dass dieser rappelvoll und der dazugehörige Pool rappelleer war. Der Plan, ein paar Tage entspannt zu stehen, Greta einen Pool zu gönnen und dazwischen mal Sevilla zu erkunden, löste sich in Luft aus. Denn es gab schlichtweg keinen anderen Campingplatz und so musste ein Plan B her. Und dieser lautete Marie auf der Finca anzurufen und unseren geplanten Abstecher dorthin ein paar Tage vorzuziehen.
Stimmungsmäßig hat uns das ganz schön auf dem falschen Fuß erwischt. Wir dachten nach Marokko würde es in Europa nun wieder leichter, unkomplizierter und vertrauter sein. Stattdessen mussten wir feststellen, dass uns die 7 Wochen Marokko einfach auch verändert hatten und wir unseren Blick nun erstmal wieder neu justieren mussten.Læs mere







RejsendeWenn ihr Dora Kehr hört, dann die Songempfehlung für „Rennrad“ und „Für die Sterne“ :) LG <3
RejsendeIch mag beide Songs super gerne :-)