Heute mache ich bei bestem Wetter eine Wanderung in Manarola. Schon die Ankunft ist ein Erlebnis. Das Dorf liegt malerisch in den Felsen, die Häuser kleben bunt und dicht übereinander, als wollten sie sich gegenseitig festhalten. Unten glitzert das Meer, oben ragen Weinberge und Terrassen empor, auf denen Oliven und Zitronen wachsen. Ich verstehe sofort, warum Manarola als einer der schönsten Orte der Cinque Terre gilt. Die Gassen sind schmal, voller Treppen, mit kleinen Läden und winzigen Cafés, in denen es nach Espresso und frisch gebackenem Focaccia duftet.
Doch noch spannender als der Ort selbst sind die Wanderwege, die von hier abzweigen. Ich starte auf einem der alten Pfade, die hoch über dem Meer verlaufen, ursprünglich angelegt von Winzern, die ihre Reben auf den steilen Hängen pflegten. Die Aussicht ist atemberaubend. Unter mir das tiefblaue Meer, vor mir die Felsküste, die sich endlos hinzieht. Immer wieder bleibe ich stehen, einfach nur um zu schauen. Jeder Schritt lohnt sich.
Ein besonders schöner Weg führt Richtung Corniglia, teils über Steinstufen, teils über kleine Feldwege, gesäumt von duftenden Kräutern und Weinreben. Zwischendurch höre ich das Rauschen des Meeres und das Zirpen der Zikaden, sonst nichts. Diese Mischung aus Ruhe, Sonne und Natur ist magisch.
Am Nachmittag kehre ich in Manarola zurück, trinke einen Cappuccino auf der Terrasse eines kleinen Cafés und schaue hinunter auf den Hafen. Fischerboote schaukeln sanft im Wasser, Kinder springen von den Felsen ins Meer, und die Sonne lässt die Farben der Häuser leuchten. Es ist einer dieser Momente, in denen man einfach nur dankbar ist, hier zu sein. Ich weiß schon jetzt: Ich komme wieder.Read more