• Riomaggiore

    April 3, 2025 in Italy ⋅ ⛅ 17 °C

    Riomaggiore ist einer dieser Orte, die man von Fotos her kennt, und genau deshalb hatte ich große Erwartungen. Bunte Häuser, steil übereinandergeschichtet, ein kleiner Hafen, das Meer ganz nah – das klang nach Postkartenidylle. In Wirklichkeit war ich aber ziemlich enttäuscht. Als Stadt lohnt sich Riomaggiore für mich so gar nicht. Die engen Gassen sind schnell durchlaufen, viele Läden sind rein touristisch, und der Ort wirkt ein wenig überfüllt und seelenlos. Nach den charmanten Plätzen in Manarola oder Vernazza kommt hier kaum Stimmung auf. Vielleicht liegt es daran, dass sich alles auf die wenigen Hauptwege konzentriert, vielleicht auch daran, dass der Ort einfach zu stark auf Tagestourismus ausgelegt ist.

    Trotzdem hat die Umgebung einiges zu bieten. Wer gern wandert, findet rund um Riomaggiore wunderschöne Wege. Die alten Verbindungsrouten zwischen den Dörfern der Cinque Terre sind legendär, und einige der steilen Pfade starten direkt oberhalb der Stadt. Besonders schön ist der Weg Richtung Manarola, der sich über Terrassenfelder und durch Olivenhaine schlängelt. Von oben sieht man das Meer glitzern, und manchmal weht der Duft von Kräutern und wildem Rosmarin herüber. Diese Landschaft ist einzigartig, rau und trotzdem harmonisch.

    Für mich war Riomaggiore also weniger ein Ziel als ein Ausgangspunkt. Ich habe schnell gemerkt, dass ich lieber in die Natur laufe, als mich durch die überfüllten Gassen zu schieben. Die Wanderstrecken hier sind spektakulär, die Aussicht grandios, aber die Stadt selbst bietet wenig, das hängen bleibt. Trotzdem war es den Stopp wert, allein wegen der Landschaft.
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