• Kvalvika Beach

    Jun 30–Jul 1 in Norway ⋅ 🌬 11 °C

    Nachdem die treuen Suuntofollower die letzten beiden Tage in die Röhre geguckt haben, wurde heute wieder der Hiking-Gear aus der Garage geholt und nach einem späten Frühstück nach einem Fußballtraumata gegen Paraguay das Ziel Kvalvika-Beach ins Auge gefasst. Das ist der wahrscheinlich schönste Strand Norwegens und erst Recht der Lofoten aber man muss sich die Füße wund wandern um ihn zu erreichen.
    Gleichzeitig mit diesem ambitionierten Ziel trifft heute auch wieder meine Unfähigkeit die norwegische Wetter-App Yr zu lesen und zu verstehen mit dem Hammer.
    Nach 40Minuten lockerer flockiger Fahrt mit Lasse erreichen wir den Parkplatz. Es ist bedeckt also zieh ich alles an, was ich finden kann und stopfe die Regenjacke und Regenponcho und Wasser in den Rucksack bevor es losgeht. 10,4km und knapp 400hm - here we go. Wie schwer kann das schon werden. Ich greife nicht vor wenn ich sage - SEHR. Nach 2min verwandelt sich der Wanderweg in das übliche Moorweg-Holzbalancieren. Danach springe ich wieder wie PrinceOfPersia von Stein zu Stein um nicht in den Match treten zu müssen. Die Strecke ist traumhaft schön, vorbei an zwei großen Trinkwassersehen zum Kvalvika Strand. Aber es ist und wird immer matschiger. Nach einem Drittel der Strecke denk ich so, bloß gut dass es ein Rundweg ist und ich hier nicht zurück muss.
    Nach der Hälfte der Strecke zum Strand passiert es dann. Ich tauche hüftabwärts mit dem linken Bein einmal komplett in den morastigen Modder ein - hier kurzer Flashback zum Film 126 Hours einfügen - Ich schaffe es aus eigener Kraft wieder raus aber habe fortan eine rote rechte Seite und eine braune linke Seite. Die Waschmaschine wird heute sowas von laufen. Weiter geht’s ein Indianer kennt keine Umkehr. Nach 3/4 der Strecke zum Beach kommt mit einer Dreier Gruppe entgegen, die mir abraten weiter als bis zum Beach zu gehen. Wär ich doch nur so intelligent gewesen gleich umzukehren aber ich will mir die Stelle selber angucken, wo es nicht mehr weiter gehen soll.
    Der Strand - kurzum wunderschön und bei Sonne und 15-20Grad wahrscheinlich durch nichts zu toppen und jeden Meter wert. Aber dort endet der Weg oder Path. Ich kann einfach keinen Weg finden, der mich heile auf die andere Seite der Bucht bringt. Kurzum, den ganzen schönen malerischen Weg wieder zurück. Meine Stimmung ist auf dem Tiefpunkt. Just in diesem Moment schaltet Petrus alle Schleusen frei und stellt den Föhn auf eine solide Windstärke 5 ein - Christian hätte sich über Top-Wellen zum Surfen gefreut. Wenigstens wird so dass was nass wird, gleich wieder trocken geföhnt. Irgendwie fast schon praktisch. Nach einem Viertel des Rückwegs flieg ein Pärchen an mir vorbei mit Kleinkind in der Rückenkrachse, dass seine Eltern zu unmenschlichen Leistungen peitscht mit einem Deutschen im Schlepptau, der froh ist jetzt bis zum Auto nur noch stupide die Schritte machen zu müssen, die sie vormachen. Ich bin sehr froh, dann wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Aus Dankbarkeit will ich die drei noch ein Stück mitnehmen, aber sie lehnen ab, da ihr Auto nur ein kurzes Stück weiter steht.
    Zu Hause im AirBnB wird die letzte Nudelration gekocht, Norwegen ins Achtelfinale gejubelt und die Waschmaschine malträtiert.
    Mal gucken was der letzte Wandertag morgen so für mich bereithält.
    Read more