• (13) CO: Medellin, Voldemort, Kunst

    14 febbraio, Bolivia ⋅ ☁️ 24 °C

    Dies ist der Inbegriff einer lateinamerikanischen Großstadt, sagt Herman von Real Tours über Medellin: voll, laut, heiß, stickig, schmutzig, unsicher. Aber dennoch: Die Menschen hier, die Paisa, sind stolz auf ihre Stadt, es wurde auch viel erreicht in einer mehr als schwierigen Zeit von Terror, Kriminalität, Drogen und sozialen Gegensätzen. Das einzige U-Bahn System des Landes zum Beispiel mit Minutentakt und vor allem blitzsauber (da kann sich sogar München ,noch eine Scheibe abschneiden). Dazu massive Anstrengungen in Bildung und viele soziale Projekte, um den vielen jungen Menschen Möglichkeiten abseits der Kriminalität aufzuzeigen (davon später mehr).
    Wenn man von Medellin spricht, spielt vor allem ein Name eine Rolle, der immer noch wie eine dunkle Wolke über der Stadt hängt, und über den man immer nicht gerne spricht. Herman nennt ihn deswegen ‚Voldemort’, ein kolumbianischer Drogenboss und einer der mächtigsten Kriminellen des 20. Jahrhunderts. Voldemort aka Pablo Escobar führte einen brutalen Krieg gegen den kolumbianischen Staat, Richter, Polizisten und politische Gegner. Gleichzeitig versuchte er, sich als Wohltäter darzustellen, indem er in Armenvierteln Wohnungen und Fußballplätze finanzierte und sogar ins kolumbianische Parlament gewählt wurde.
    Was wir wahrnehmen von der Stadt ist ein unglaublicher Verkehr, wo sich alles seinen Weg Stunden entfernt. 5,1sucht, laut und die Luft beißend vor Abgasen. Selbst die unfassbar vielen Karren der Obstverkäufer haben Lautsprecher montiert, die wie Maschinengewehre ihre Angebote herausposaunen. Es ist ein Wunder, dass bei dem ganzen Gewusel überhaupt . nochetwas vorangeht.
    Wir nehmen öfter das Taxi, das ist billig hier, und lassen uns z.B. zum Mirador del Cielo fahren, um den Sonnenuntergang über der Stadt zu beobachten. Es gibt aber keinen spektakulären Sonnenuntergang, das Taxi ist fort und so stehen wir bei Einbruch der Dunkelheit alleine in einer Gegend, die so aussieht, wie wir uns eine Favela vorstellen und sehen runter auf eine graue Stadt, die nächste U_Bahn Station Unser Guide hat die Plätze, die wir besucht haben, jeweils mit einer Zahl zwischen 0 (sehr sicher) und 5 (Wagenburg bilden und entschlossenen Blick aufsetzen) charakterisiert. Andererseits sind die wirklich gefährlichen Orte die, die gar nicht gefährlich aussehen, und wir schaffen es unversehrt zurück ins Hotel, das tatsächlich in einer Gegend liegt, wo man nachts nicht alleine rumlaufen will. Denn man sieht hier viel Armut und Leute, die auf der Straße liegen oder betteln. Sogar vor der ältesten Kirche in der Stadt gibt es ‚Sexarbeiterinnen‘, oft Flüchtlinge aus Venezuela, wie unser Guide berichtet.
    Das ist jetzt bisschen viel Dramatik, man sollte aber auf sein Handy aufpassen und möglichst nicht auf den ersten Blick wie ein Gringo aussehen.
    Zum Stadtbild gehören aber auch viele interessante Plätze und Gebäude sowie öffentliche Kunstprojekte. Allem voran der Plaza Botero mit seinen ‚dicken‘ Statuen oder der ehemalige Justizpalast, der heute vielen Künstlern günstigen Raum bietet.
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