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Südamerika

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    🇦🇷 Puerto Iguazú, Argentinien

    (25) AR: Mendoza, Hauptstadt des Weines

    3 timer siden, Argentina ⋅ ☁️ 33 °C

    Die Lanfschaft auf dem Weg nach Mendoza wird zunehmend flacher und karger, fast wüstenähnlich. Mendoza selbst ist aber eine grüne Oase, dank eines ausgeklügeltes Bewässerungssystems mit offenen Kanälen, das ursprünglich bereits durch die Indigenen angelegt wurde. Man muss allerdings aufpassen, wo man entlangläuft, will man nicht in so einem Kanal hineinfallen.
    Die Stadt liegt am Fuße der Anden und in der Provinz liegt auch der höchste Berg Amerikas, der Acancagua, rund 7.000 Meter hoch.
    Es gibt einen großen Park, sowas wie der englische Garten und diverse Plätze mit Brunnenanlagen mit rotgefärbtem Wasser, wir sind ja in _der_ Rotweinregion Argentiniens schlechthin.
    Wir kommen gerade richtig, denn hier ist jetzt Weinlesefest, sie sind zwar nicht Papst, haben aber dafür die argentinische Weinkönigin und die Jugend düst jeden Abend in einem Autocorso mit lautem Gehupe über die mirical mile. Das ist die Avenida Aristides, ein Lokal neben dem anderen, und wir wohnen quasi um die Ecke und gleichzeitig ein paar Minuten zum Park.
    Da versteht es sich von selbst, dass wir eine ganztägige Tour zum Valle de Uco unternehmen und zwei ziemlich exklusive Weingüter besuchen. Das eine hat sich ein reicher Kanadier zugelegt, der gleichzeitig Kunst sammelt und im Weingut ausstellt und hier Wein nach seinen Vorstellungen produzieren lässt. Man muss schließlich wissen, was abends auf der Yacht auf den Tisch kommt. Im anderen Weingut, Toskana Flair, gibt es ein 4-Gänge Menü mit Weinbegleitung, das darf man sich doch auch mal gönnen. Und ja, die Weine sind die absolute Wucht und nicht bei Aldi erhältlich.
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  • (24) AR: Auf dem Weg nach Mendoza

    11. marts, Argentina ⋅ ⛅ 22 °C

    Wir fahren am nächsten Tag weiter nach Tucumán, eine größere Stadt, die auf den ersten Blick nicht zum länger verweilen einlädt, aber, was soll ich sagen, ausgerechnet hier begegnen uns Tapire. Etwas außerhalb der Stadt liegen die Universität und allerhand Einrichtungen, Bikepark, botanischer Garten und ein ‚Reserve‘, das eine Menge Tiere versammelt, die hier heimisch waren oder sind.
    Mit dem Linienbus kann man über eine lange Serpentinienstraße bis zu dem Aussichtspunkt St. Javier fahren, um die Christusstatue zu besichtigen. Man muss sich übrigens hier nicht lange mit Tarifsystemen auseinandersetzen, Handy an ein Lesegeröt halten und fertig. Es sei denn, das Lesegerät ist kaputt, dann darf man umsonst mit :-)
    Die Strecke bis Mendoza zieht sich, von Uyuni in Bolivien bis Mendoza werden wir 2.000 km mit dem Bus zurückgelegt haben, und meistens muss sich der Bus mühsam über endlose Passstraßen quälen und braucht entsprechend lange Ansonsten sind die Busse aber bequem, wenngleich es immer ziemlich frisch ist, das kennen wir ja von deutschen ICEs.
    Wir legen eine weiteren Zwischenübernachtung in La Rioja ein, da ist nun wirklich der Hund begraben, und wir irren ewig durch die Stadt, um überhaupt irgendwo etwas zu essen zu bekommen, und das liegt wahrscheinlich am Frauentag. Die Frauen, die oft die Gastronomie schmeißen, sind alle auf einer Demo vor dem Rathaus, (Wenn es nicht der Frauentag ist, dann Karneval, da haben selbst die Tante Emma Läden zu).
    Außerdem ist mieses Wetter und wir wollen es jetzt hinter uns bringen, nochmal 10 Stunden Fahrt bis Mendoza, the Place to be, wenn einem der Name Malbec etwas sagt.
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  • (23) AR: Quebrada de las Conchas

    8. marts, Argentina ⋅ ☁️ 22 °C

    Die Routa 68 ist vielleicht nicht ganz so bekannt wie die Route 66 in den USA, führt aber ebenfalls durch spektakuläre Landschaften. Der Garganta del Diablo ist einer der Punkte, die man gesehen haben muss, verlangt aber einige Kletterkünste, will man den gesamten Höllenschlund durchqueren. Ich gebe nach der 1. Plattform auf, auch wenn unser Tourguide mühelos von Felsen zu Felsen turnt. Nicht weniger spektakulär sind andere Felsformationen, etwa El Anfiteatro, El Obelisco und einige andere. Wir unternehmen noch eine Spätnachmittagswanderung durch die Felsenlandschaft, die trotz der aufgekommenen Bewölkung noch viele Farben darbietet.Læs mere

  • (22) AR: Salta la Linda

    7. marts, Argentina ⋅ ☁️ 21 °C

    Salta, die Schöne. Diesmal 3 Tage in einem gediegenen Hotel, direkt gegenüber des Plaza de 9 Julio, also praktisch am Marienplatz; d.h. 5 Minuten entfernt zu allem was hier interessant ist.
    Die Kathedrale, gefühlt alle 2 Stunden eine Messe, ist immer gut von Gläubigen, auch von vielen jungen Leuten, besucht, die hier beten oder das Gewand der heiligen Jungfrau berühren. Das sieht man bei uns so nicht und alleine in Salta gibt es 30 Kirchen. Vom Fenster unseres Zimmers blicken wir z.B. auf eine typische italienische Kirche mit separatem Campanile - es gab hier sehr viele italienische Flüchtlinge. Wir schließen uns einer spanischsprachigen Führung an, um die terrakottafarbene Basilika (San Francisco) und den Campanile zu besichtigen. Insgesamt ein größerer Gebäudekomplex mit Treppen, engen Göngen und sogar Geheimtüren.
    Bleiben wir bei der Kultur: Es gibt hier das bemerkenswerte ‚Museum of High Altitude Archaeology‘, das u.a. die Geschichte von 3 Kindern erzählt, die als Menschenopfer bei hohen Inca Zeremonien den Tod fanden. Abwechselnd werden die Mumien der 3 Kinder gezeigt, die man auf fast 7000 Metern Höhe ausgegraben hat. Es wird sehr gut erklärt, wie genau diese Zeremonie ablief und welche Bedeutung dieses Ritual in der Spiritualität der Inca und auch für deren Staatsräson hatte.
    Was wäre Argentinien ohne ordentliches Steak. Das beste Restaurant in town ist das El Charrûa. Wir teilen uns zu Dritt 2 Steaks und bekommen 2x500 Gramm allerbestes und zart rosa gegrilltes Filetsteak serviert, ohne Übertreibung das beste ever und mehr Fleisch als sonst im Monat. Mit Wein und Salattellern lassen wir am Ende 70 Euro am Tisch liegen, wir sind platt. Sonst tun es auch Empanadas, das Pendant der Maultasche könnte man sagen, mit diversen Füllungen erhältlich und speziell in Salta enthalten sie immer auch Kartoffelstückchen.
    Vom Essen zum Wein. In der Region Salta gibt es die höchstgelegenen Weinanbaugebiete der Welt, bis zu 3000 Meter Höhe wachsen hier die Reben. Das verlangt den Rebstöcken einiges ab: intensive Sonnenstrahlung, große Temperaturunterschiede, trockenem Klima und arme Böden. Das ist die Mischung für aromatische, konzentrierte und frische Weine. Wir sind inzwischen in Cafayate, knapp 5 Busstunden südlich von Salta und eine Hochburg des Weinanbaus. Wir tingeln durch verschiedene Bodegas und sind schon am Mittag bester Laune. Schließlich ist ja Urlaub und Pura Vida. Das Thema sollten wir zu Hause unbedingt vertiefen, aber keines der von uns besuchten Weingüter exportiert Wein nach Deutschland.
    Gerade ist hier die Zeit der Weinlese, nicht ganz so entspannt für die Hilfskräfte, die wie es scheint, die Trauben im Akkord einbringen müssen.
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  • (21) AR: Grenzverkehr

    5. marts, Argentina ⋅ ⛅ 23 °C

    Es geht früh los in Uyuni, um 6:00 fährt ein Bus nach Villazon an der argentinischen Grenze. Ich wundere mich, dass alle anderen Passagiere in Polarausrüstung in den Bus steigen, dicke Jacken, Mützen, Decken. Es ist kühlschrankkalt und ich habe gerade mal T-Shirt und Pullover im
    dabei, an den Rucksack komme ich nicht mehr dran. Nach knapp 2 Stunden Frieren wärmt endlich die Sonne den Innenraum und noch 3 Stunden später sind wir in Villazon und wollen nun locker flockig über die Grenze nach Argentinien marschieren. Es gibt aber eine gefühlt 500 m lange Schlange vor dem kleinen Häuschen zur Ausreise aus Bolivien und es dauert geschlagene 3 Stunden bis wir einen Zettel mit einem Stempel darauf in Händen halten und zur argentinischen Grenzstation wechseln können. Dort werden wir mehr oder weniger einfach durchgewunken und stehen 10 Minuten später auf argentinischen Boden. Mit dem Taxi weiter zur Busstation und dann noch mal 2 Stunden Busfahrt bis nach Humahuaca (ich kann das bis heute noch nicht fehlerfrei aussprechen).
    Scheinbar ist Wocheneinkauf in Bolivien, und viele Menschen tragen oder karren unglaubliche Mengen von unglaublichen Dingen zum Bus, Kartoffelsäcke, Toilettenpapier, riesige Taschen und eine Kloschüssel. Dazwischen befinden sich dann unsere Rucksäcke, und in Humahuaca muss der Busbegleiter hat arbeiten, um sie wieder ins Freie zu befördern. Die Kloschüssel ist wohl schuld, dass ein Trageriemen an Astrid Rucksack reißt. Aber zum Glück hat sie Nähzeug dabei, sodass es anderntags zumindest provisorisch geflickt werden kann. Wir beziehen für 2 Tage ein einfaches Hostal, das nur ein paar Minuten von der Busstation und der wohltuend ruhigen und schön angelegten Dorfmitte entfernt ist. Nach den doch eher anstrengenden Tagen in Bolivien, übertreiben wir es nicht mit Aktivitäten. Wir buchen eine Tour zum Hornical, dem ‚Berg der 16 Farben‘, 45 Minuten Fahrt im Jeep. Und tatsächlich glänzt der Berg in verschiedenen Farbschattierungen, obwohl inzwischen Wolken aufgezogen sind.
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  • (20) BO: Lagunen und Flamingos

    2. marts, Argentina ⋅ ⛅ 29 °C

    Auf dem Weg nach Süden tauchen jetzt immer wieder Berge mit Schneegipfeln auf und wir gewinnen auch an Höhe. Auf dem Altiplano sieht man rechts und links Lamas und Vikunjas. Die Lamas sind übrigens wegen des Karnevals geschmückt.
    In den nächsten 2 Tagen werden wir jede Menge Lagunen sehen und ‚Hat man eine gesehen, hat man alle gesehen‘ stimmt hier nicht. Es gibt u.a. die grüne, rote, weiße und die schwarze Lagune, ein Zusammenspiel von Mineralien, Algen und Lichtverhältnissen. Und an jeder Lagune leben bestimmte Flamingos, die es ebenfalls mit den Farben haben. Der Andenflamingo zum Beispiel ist hellrosa bis fast weiß, hat gelbe Beine und einen schwarzen Schwanz, die Haut Couture der Flamingos. Ich werde hier noch zum Zoologen, obwohl mich früher Biologie nie so begeistert hat.
    Wir verbringen zwei Nächte im Hotel Tayka del Desierto auf 4.600 Metern direkt an der chilenischen Grenze. Witzig, dass wir vor gut 10 Jahren schon mal genau auf der anderen Seite in Chile gestanden sind. Und auch gut, dass wir uns inzwischen an die Höhe gewöhnt haben. In Sucre haben wir zum Beispiel eine junge Hamburgerin getroffen, der der Sprung von Null auf über 4.000 Meter (so hoch lehnt der Flughafen von La Paz) übel zugesetzt hat. Am nächsten Tag werden wir noch höher, nämlich auf 5000 m steigen, der höchste Punkt unserer Reise.
    Im rein solar versorgten Hotel gehen um 22:30 Uhr alle Lichter und eine Stunde früher die Heizung, die man hier tatsächlich braucht, denn nächtens wird es satt unter Null. Aber zum Glück gibt es Biberbettwäsche wie zu Omas Zeitenu und vor 10 auch noch warmes Wasser.
    Wir steuern weitere Lagunen an, sowie die Siloli Wüste mit dem berühmten Felsen Árbol de Piedra. Auch Salvador Dalí hat diese surreale Landschaft inspiriert, und er hat hier einige Kunstwerke hinterlassen, einen Anklang an seine Werke.
    Auf dem Rückweg nach Uyuni halten wir noch an der Condorschlucht, sowas wie der Grand Canyon Boliviens. Man muss schon etwas schwindelfrei sein, um von dem Aussichtsfelsen und ohne Geländer oder Absperrung 80 Meter nach unten zu schauen.
    Ich habe übrigens größten Respekt vor unserem Fahrer, der das Fahrzeug sicher durch dieses unwegsame Gelände steuert und auch die Orientierung behält, Sandpiste nach links oder rechts, es gibt keine Schilder wie auf deutschen Autobahnen…
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  • (19) BO: Salar de Uyuni

    28. februar, Argentina ⋅ 🌙 9 °C

    Deswegen kommen Touristen nach Bolivien: um ganz viel Salz auf einer Fläche von 10.500 km² zu sehen. Es ist der größte Salzsee der Erde und er enthält nebenbei eines der weltweit größten Lithiumvorkommen. Wir sind für 2 Tage in Uyuni, der nächstgelegenen Stadt und schon die Fahrt dahin ist spektakulär, vorbei an Sandwüsten und einem Schrottplatz für ausrangierte Eisenbahnen, die in Bolivien heute höchstens noch Erze transportieren. Eigentlich sollte der See jetzt in der Regenzeit mit Wasser bedeckt sein, was spektakuläre Spiegelungen erzeugt, aber momentan ist es weitgehend trocken, sodass die tollen Fotos ausfallen, der See ist aber dafür befahrbar. Nach unserer Tour zu Isla Incahuasi und dem Sonnenuntergangsevent sieht unser Fahrzeug aus wie in Salz gebadet. Die vielen Autowaschanlagen auf dem Weg sind daher ein echter Wirtschaftsfaktor. Unser Fahrer lässt uns gut 2 km vor der Insel aussteigen und wir erleben das große, umfassende Weiß. Der Boden verschmilzt mit dem Horizont, während wir zu Fuß auf einen Felsen zuhalten, der nicht näher zu kommen scheint. Unser Fahrzeug ist dagegen bald nicht mehr zu sehen, lange Wanderungen sollte man eher nicht unternehmen, zumal die Wetterbedingungen hier sehr extrem sind, Tags über 20 und extreme Sonnenstrahlung und nachts -15 Grad
    Die Insel selbst ist voller Kakteen, die ich eigentlich nicht so mag, als Zimmerpflanze bisschen spießig und wenn jemand die Klimakatastrophe überlebt, dann die Kakteen. Sie haben aber auch tolle Blüten, die Früchte kann man teilweise essen und so ein bisschen Salzwüste drumherum macht ihnen nichts aus. Auf der Insel gibt es 50 Arten, sagt unser Guide, ich verzichte aber aufs Nachzählen.
    Das beste zum Schluss, wir fahren dahin, wo jetzt alle hinfahren, nämlich an eine Stelle, wo etwas Wasser steht und sehen der Sonne bei einem Schluck Wein beim Untergehen zu.
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  • (18) BO: Naturwunder um Tupiza

    25. februar, Bolivia ⋅ 🌙 2 °C

    Die Gegend um Tupiza sieht so aus, wie ich mir den wilden Westen in den USA vorstelle, nur und nicht so bekannt. Karl May hat auch nichts drüber geschrieben, deshalb gibt es hier kaum Touristen, dafür rote Canyons, bizarre Felsen, grüne Flusstäler. Unser Fahrer und Guide Milton stammt aus einem Dorf in der Nähe und ist dabei, in Eigenleistung eine Eco Lodge aufzubauen. Wir essen dort zu Mittag, von seiner Frau und seiner Tochter vorbereitet. Vegetarier haben es hier schwer, es gibt eine riesige Menge saftig gegrilltes Fleisch, Maiskolben, Salate und allerlei Gemüse, natürlich die leckeren bolivianischen Papas. Bei Milton wohnt seit einigen Monaten ein Schweizer, der sich in Bolivien verliebt hat, wie er sagt, und sich als Reiseanbieter selbständig machen will, er tüftelt aber noch an seinem Konzept.
    Wir unternehmen mit Milton an 2 Tagen diverse Offroad Touren in die grandiose Bergwelt um Tupiza. Da müssen auch mal Steine per Hand aufgeschichtet werden, wenn selbst für den Land Cruizer kein Weiterkommen mehr ist. Lohnt sich aber, Erdkundelehrer müssten hier ihre helle Freude haben wegen der vielen bizarren Felsformationen. Die Schüler der Erdkundelehrer eigentlich auch, denn die Szenarie ist durchaus Instatauglich. Fototechnisch kommen wir allerdings an Grenzen mit unseren simplen Handies, und, seien wir ehrlich, auch unserer mangelnden Kompetenz (wurde im Erdkundeunterricht auch nicht besprochen).
    Da gibt es z.B, das Teufelstor, Puerta del Diablo oder der Cañón del Inca und Felder von Nadelfelsen. Wir unternehmen eine Rundwanderung durch 2 Schluchten, es wird zunehmend enger und geht aufwärts, vorbei an buntem Gestein. Der steile Abstieg durch ein riesiges Kakakteenfeld ist allerdings etwas haarig, denn mal eben irgendwo festhalten gilt nicht, auch nicht an dem Dornengestrüpp, das ansonsten hier wuchert. Die Natur bringt eben nicht nur Gänseblümchen hervor. Wir unternehmen außerdem eine Fahrt in höhere Gefilde, d.h. hier über 4000 Meter, um die Felsenlandschaften von oben zu sehen. Aber ein Gewitter und graue Wolken ziehen auf, das einzige Mal bisher, obwohl laut Kalender eigentlich Regenzeit herrscht.
    Nur mal nebenbei, weil wir schon bei Wilder Westen waren: Butch Cassidy und Sundance Kid hatten hier ihre letzte Schießerei, und wohl zu spät gezogen, man sollte die Bolivianer nicht unterschätzen. Übrigens sieht man hier - anders als in Kolumbien - kaum Militär.
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  • (17) BO: Altiplano, Silberminen, Wein

    22. februar, Bolivia ⋅ ☁️ 11 °C

    Von Sucre geht es vorbei am Rio de la Plata hoch auf die Ebene des Altiplano zwischen den Hochgebirgsketten der Westanden und der Ost-Anden. Wir fahren bis zur Provinzhauptstadt Potosí, die auf 4.067 Meter liegt. Den Rest unseres Aufenthaltes in Bolivien werden wir uns auf Höhen zwischen 3.200 und 5.000 Metern bewegen. Grundsätzlich muss man in diesen Höhen auf die starke Sonnenstrahlung aufpassen und nachts zieht man sich schon mal die Decke über den Kopf, dafür gibt es aber weniger Moskitos.
    Potosi hat eine ganz nette Altstadt mit vielen Kolonialbauten, ist aber vor allem bekannt wegen des Cerro Rico, dem reichen Berg, wo schon die Spanier raue Mengen Silber gefördert haben. Unser heutiger Guide, Juan Carlos hat einige Jahre selbst in den Minen gearbeitet und erzählt wie hart diese Arbeit war und immer noch ist. Die Minenarbeiter hier arbeiten meist für sogenannte Kooperativen (wir würden sagen sie sind scheinselbständig) und haben keinerlei Sozialversicherung und sind hohen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt, denn es gibt keinerlei Sicherheitsstandards. Praktisch täglich kommt es zu Unfällen, viele davon tödlich. Wir besuchen das Minengelände, das auf mich sehr bizarr wirkt. Ein paar alte Baracken, überall Steinhaufen, Drähte über wackelige Holzpfosten gespannt und ein paar Gleise, insgesamt wenig Menschen zu sehen. Es interessiert sich auch niemand ernsthaft dafür, dass wir hier so rumlaufen. Auf den Straßen zu den Minen kann man alles kaufen, was ein Minenarbeiter benötigt, z.B. ganze Kisten Dynamit.
    Etwas verstört geht unsere Fahrt noch 4 Stunden weiter in das Departement Chuquisaca, wo wir eine wirklich bezaubernde Unterkunft haben. Wir sind die einzigen Gäste und die Hausherrin kocht üppig für uns auf. Anderntags erleben wir ein wahres Kontrastprogramm zu der Minenstadt. Viele kleine Dörfer, man lebt hier vor allem von der Landwirtschaft und, wer hätte das gedacht, vom Weinanbau. So kehren wir denn mittags auch ein zur Weinprobe in einer der vielen kleinen, familienbetriebenen Weingütern. Der Besitzer gibt uns 3 Weine zum probieren, die wirklich sehr lecker sind, während die Mama Mittagessen vorbereitet. Auch in den Folgetagen werden wir mittags immer wieder so gut beköstigt, dass das Abendessen problemlos ausfallen kann. Am Nachmittag heißt es nochmal Strecke machen, ein großer Teil offroad und mit einigen Zwischenstops, um die grandiose Landschaft zu bewundern. Am Abend kommen wir in Tupiza an.
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  • (16) BO: Inkatrail und Dinosaurierspuren

    20. februar, Bolivia ⋅ 🌙 14 °C

    Heute ist Hiking angesagt. Um 8 werden wir von Liz und Ignacio im Geländewagen abgeholt. Wir starten auf 3600 Metern an der Kapelle Chataquila am Rande der Cordillera de los Frailes und gehen gut 2 Stunden einen ehemaligen Inkapfad, 800 Höhenmeter nach unten. Bald öffnet sich eine Aussicht auf den Maragua Krater, 8 km im Durchmesser aber kein Vulkan, sondern durch Erosion entstanden. Am Ende des Pfades wartet Ignacio mit dem Jeep und bringt uns in die Ortschaft Maragua. Dort geht es zunächst zu einem spektakulären Aussichtspunkt über einer Schlacht gelegen mit 14 Merer hohem Wasserfall (lässt sich aber nicht gut fotografieren). Im Dorf gibt es mitgebrachten Lunch in der Hütte eines Locals und eine alte indigene Frau zeigt uns die Kunst des Webens, ich frage mich, wie man mit so einfachen Mitteln so beeindruckende Muster hinkriegt. Man wird aber nicht genötigt, etwas zu kaufen, wir nehmen trotzdem eine Kleinigkeit mit. Dann nochmal eine holprige Fahrt im Jeep und Wanderung zu einer Steinplatte mit echten Dinosaurierspuren. Wirklich gut zu erkennen und einfach so in der Wallachei gelegen, ohne Eintritt und Zaun drumherum. Jeder kann einfach so herumturnen. Indigene aus einem nahegelegenen Dorf sehen ab und zu nach dem rechten und erhalten von den Guides ein Trinkgeld.
    Wir sind beeindruckt, wie Ignacio den Jeep wieder zur Straße nach Sucre zurücksteuert, manchmal Zentimeterarbeit nahe am Abgrund. Wir bleiben noch einen Tag in Sucre und kennen jetzt jede Kirche (von außen), das Postamt, den besten Schokoladenladen und sogar den Friedhof.
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  • (15) BO: Nachts am Flughafen Viru Viru

    18. februar, Bolivia ⋅ ⛅ 22 °C

    Gegen 3 in der Nacht landen wir am Flughafen von Santa Cruz de la Sierra im bolivianischen Tiefland und sind jetzt deutlich südlich des Äquators mit tropisch schwülem Klima. Santa Cruz ist übrigens die größte Stadt in Bolivien und wir wohnen in einem recht vornehmen Viertel mit vielen Restaurants und anderen Ausgehmöglichkeiten, die wir aber allesamt nicht nutzen.
    Den restlichen Tag nutzen wir für praktische Dinge, z.B. muss ich endlich mal wieder zum Friseur und der Waschsalon ist gefragt. Inzwischen kenn ich mich übrigens aus in meinem Rucksack, und muss nicht immer alles durchwühlen. Essen bestreiten wir aus einem der großen Supermärkte hier.
    Am nächsten Tag eine Tour nach El Fuerte zu den dort befindlichen Inka-Ruinen. Es geht hoch auf fast 2000 Meter und man fährt durch grandiose Landschaften. Solche archäologischen Sehenswürdigkeiten sind im allgemeinen nicht so mein Ding, ein paar alte Mauerreste, die man irgendwelchen alten Kulturen zuordnen kann und schon hat man ein Unesco Weltkulturerbe und muss Eintritt bezahlen. Hier gibt es aber doch etwas Besonderes zu sehen außer den erwähnten Mauerresten, nämlich den größten geschnitzten Stein der Welt. Der ca. 200 Meter lange und 40 Meter breite Felsen ist mit Linien, Kanälen, Stufen und Tierdarstellungen (wie einem Puma) verziert und hatte rituelle Bedeutung. Auch die etwa 2 stündige Wanderung durch die Ruinenanlage ist wegen der schönen Landschaftsblicke lohnenswert. Man muss erwähnen, dass es in unserer Reisegruppe durchaus Interessenten gibt für die Inka Kultur und das hier ist garantiert nicht so überlaufen wie Machu Pichu.
    Der Bummel durch das nahegelegene Dorf Samaiparta reduziert sich auf ein Mittagessen, weil dort ausgiebig Karneval gefeiert wird, und es wohl Brauch bei den Kids ist, alle mit Wasserbomben zu bewerfen, manchmal auch mit Schaum oder Tinte versetzt. Dann doch lieber zum Karneval in Rio, aber das liegt nicht auf dem Weg.
    Am nächsten Morgen stehen wir schon wieder in aller Frühe am Flughafen Viru Viru und es geht zunächst nach La Paz. Der Flughafen dort liegt auf 4.062 Meter Höhe und ich bekomme prompt leichte Schnappatmung. Wir wollen La Paz aber nicht besuchen und fliegen gleich weiter nach Cochabamba und von dort nach Sucre.
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  • (14) CO: Comuna 13, Guatapé

    16. februar, Bolivia ⋅ ☁️ 17 °C

    Comuna 13: Keine gemütliche Hippie Veranstaltung, Der 13. Stadtbezirk war
    Anfang der 2000er ein Hotspot der Gewalt und umkämpft zwischen Drogenbanden, FARC Guerillas, Paramilitärs. Am Ende wurde das Viertel von Regierungstruppen mit US Unterstützung ‚gesäubert‘ ohne Rücksicht auf Verluste in der Zivilbevölkerung.
    Heute ist Comuna 13 ein Vorzeigeprojekt für gelungene soziale Transformation, so sagt unser Guide Alejandro, der hier aufgewachsen ist und einer Initiative angehört, die hier regelmäßig Führungen anbietet. Das sollte man auch unbedingt tun, denn sonst sieht man hier nur buntes Touristentreiben wie an vielen Stellen in der Stadt. Es gibt jetzt etliche Bildungseinrichtungen und Projekte und die ehedem unzugänglichen Steilhänge sind über ein System von Rolltreppen und einer Seilbahn erschlossen. Wie besuchen ein Künstleratelier und erleben eine Breakdance Initiative.
    Alejandro sagt, er habe die Gewalt als Kind noch hautnah erlebt, 2 seiner Cousins (ebenfalls Kinder) seien erschossen worden, andere Angehörige verschwunden. Trotzdem, so kann man nachlesen, ist die Comuna auch heute noch zu Nachtzeiten ein NoGo Gebiet, immer noch operieren hier lokale Gangs.
    Raus aus der Stadt, nach Guatapé: ein buntes Dorf, ein berühmter Felsen und ein System von Stauseen und Inseln. Das Ziel ist etwa 80 km von Medellín entfernt, was hier ca. 2,5 Stunden Fahrt mit dem Bus bedeutet. Das lohnt sich aber, die Touristenmassen halten sich an diesem Tag in Grenzen, auch das Wetter zeigt sich von seiner Schokoladenseite. Wir besteigen den Felsen El Peñón über fast 1000 Stufen (von ganz unten gerechnet) und schlendern anschließend durch das Dorf. Fast jedes Haus ist farbenfroh bemalt und die unteren Wandteile haben oft Relief-Dekorationen. Entspannt, frische Luft und einfach ‚nice‘.
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  • (13) CO: Medellin, Voldemort, Kunst

    14. februar, Bolivia ⋅ ☁️ 24 °C

    Dies ist der Inbegriff einer lateinamerikanischen Großstadt, sagt Herman von Real Tours über Medellin: voll, laut, heiß, stickig, schmutzig, unsicher. Aber dennoch: Die Menschen hier, die Paisa, sind stolz auf ihre Stadt, es wurde auch viel erreicht in einer mehr als schwierigen Zeit von Terror, Kriminalität, Drogen und sozialen Gegensätzen. Das einzige U-Bahn System des Landes zum Beispiel mit Minutentakt und vor allem blitzsauber (da kann sich sogar München ,noch eine Scheibe abschneiden). Dazu massive Anstrengungen in Bildung und viele soziale Projekte, um den vielen jungen Menschen Möglichkeiten abseits der Kriminalität aufzuzeigen (davon später mehr).
    Wenn man von Medellin spricht, spielt vor allem ein Name eine Rolle, der immer noch wie eine dunkle Wolke über der Stadt hängt, und über den man immer nicht gerne spricht. Herman nennt ihn deswegen ‚Voldemort’, ein kolumbianischer Drogenboss und einer der mächtigsten Kriminellen des 20. Jahrhunderts. Voldemort aka Pablo Escobar führte einen brutalen Krieg gegen den kolumbianischen Staat, Richter, Polizisten und politische Gegner. Gleichzeitig versuchte er, sich als Wohltäter darzustellen, indem er in Armenvierteln Wohnungen und Fußballplätze finanzierte und sogar ins kolumbianische Parlament gewählt wurde.
    Was wir wahrnehmen von der Stadt ist ein unglaublicher Verkehr, wo sich alles seinen Weg Stunden entfernt. 5,1sucht, laut und die Luft beißend vor Abgasen. Selbst die unfassbar vielen Karren der Obstverkäufer haben Lautsprecher montiert, die wie Maschinengewehre ihre Angebote herausposaunen. Es ist ein Wunder, dass bei dem ganzen Gewusel überhaupt . nochetwas vorangeht.
    Wir nehmen öfter das Taxi, das ist billig hier, und lassen uns z.B. zum Mirador del Cielo fahren, um den Sonnenuntergang über der Stadt zu beobachten. Es gibt aber keinen spektakulären Sonnenuntergang, das Taxi ist fort und so stehen wir bei Einbruch der Dunkelheit alleine in einer Gegend, die so aussieht, wie wir uns eine Favela vorstellen und sehen runter auf eine graue Stadt, die nächste U_Bahn Station Unser Guide hat die Plätze, die wir besucht haben, jeweils mit einer Zahl zwischen 0 (sehr sicher) und 5 (Wagenburg bilden und entschlossenen Blick aufsetzen) charakterisiert. Andererseits sind die wirklich gefährlichen Orte die, die gar nicht gefährlich aussehen, und wir schaffen es unversehrt zurück ins Hotel, das tatsächlich in einer Gegend liegt, wo man nachts nicht alleine rumlaufen will. Denn man sieht hier viel Armut und Leute, die auf der Straße liegen oder betteln. Sogar vor der ältesten Kirche in der Stadt gibt es ‚Sexarbeiterinnen‘, oft Flüchtlinge aus Venezuela, wie unser Guide berichtet.
    Das ist jetzt bisschen viel Dramatik, man sollte aber auf sein Handy aufpassen und möglichst nicht auf den ersten Blick wie ein Gringo aussehen.
    Zum Stadtbild gehören aber auch viele interessante Plätze und Gebäude sowie öffentliche Kunstprojekte. Allem voran der Plaza Botero mit seinen ‚dicken‘ Statuen oder der ehemalige Justizpalast, der heute vielen Künstlern günstigen Raum bietet.
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  • (12) CO: Hochlandkaffee

    11. februar, Colombia ⋅ ☁️ 18 °C

    Es ist zunächst bezüglich Wachspalmen nachzutragen, dass sie nicht so heißen, weil sie besonders gut wachsen, sondern weil ihr Stamm von einer natürlichen Wachsschicht überzogen ist. Die Wachspalme ist der Nationalbaum Kolumbiens und kommt in den Zentralanden Kolumbiens auf 1.800–3.000 m Höhe vor, also dort wo auch der kolumbianische Hochlandkaffee wächst. Wir nehmen nach Costa Rica nochmal an einer Kaffeetour auf der Plantage von Don Eduardo teil, diesmal mit einem Praktikumsanteil. Bei Don Eduardo wachsen die Kaffeebäume in extremer Steillage. Wir sind schon froh, dass wir auf dem rutschigen Weg zur Plantage nicht hinfallen und pflücken nur ein paar Bohren im Vorbeigehen. Die Moskitos sind heute in Hochform, trotz der ganzen chemischen Kriegsführung. Also lieber Spargelstecher als Kaffeepflücker. Auch das Sortieren der Bohnen ist was anderes wie Aktensortieren und beim Rösten kommt es auf‘s Feingefühl an.
    24 Stufen insgesamt bis sich der Kaffee in die (vorgewärmte) Tasse ergießt.
    Wir übernachten wieder inmitten einer weitläufigen Kaffeeplantage, zahlreiche Murals zieren die Wände der Gebäude. Ab dann sind wir nur noch zu Dritt, Ruth fliegt (geplant) zum 1. Geburtstag des Enkelkinds zurück in die Heimat.
    Relaxen in Thermalquellen auf dem Weg nach Manizales. Eine Stadt eher wie Bochum, keine Schönheit aber meines Wissens nicht von einem Volkspoeten besungen. Zwischenübernachtung in eben jener Stadt im Pop Art Hotel auf dem Weg nach Medellin.
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  • (11) CO: Wachspalmen und Gewitter in den

    9. februar, Colombia ⋅ ⛅ 15 °C

    Wir ändern spontan unsere Reiseplanung, um die doch eher unlustigen Fahrzeiten zu verringern. Wir landen bei Urlaub auf dem Bauernhof, abseits von Ameria. Für 3 Zimmer und (leider) nur eine Nacht bezahlen wir 304.000 COP, also etwa 70 €. Man wird hier zum Rechenkünstler, am Geldautomat haben wir zuletzt 2 Millionen Pesos pro Person abgeholt.
    Das füllt den Geldbeutel und auch den Magen, denn Essen ist im Allgemeinen auch recht preiswert und die Portionen so, dass man sich was für den nächsten Tag einpacken lassen kann.
    Ganz in der Nähe unserer Unterkunft ist der Jardín Botánico del Quindío, wo wir per Führung alles erfahren über Palmen, Farne, Bambus und mehr. Die größten Palmen sind die Wachspalmen, bis zu 60 Meter hoch, und die gibt es im Valle de Cocora. Es gibt dort eine fünfstündige Rundeanderung, die uns auf knapp 3000 Meter hochfährt. Wir sehen oben angekommen allerdings zunehmend nur Nebel und der Abstieg wird echt ungemütlich, es ist steil, der Weg besteht aus rutschigem Geröll, man muss über wackelige Hängebrücken und ein Gewitter mit heftigem Regen zieht auf. Na ja, irgendwie kommen wir komplett durchnässt und die letzte Stunde durch Matsch wartend unten an - nur um dort von einem fröhlichen Ranger zur Kasse gebeten zu werden (statt Eintritt zahlt man hier am Ende des Vergnügens). Kein Trinkgeld dafür!
    Wir wohnen derweil für 3 Tage in der nahegelegenen ‚bunten‘ Stadt Salento. Viel lost dart, denn offenbar ein Muss für jeden Kolumbien Touri.
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  • (10) CO: Dunkle Gräber und weiße Stadt

    7. februar, Colombia ⋅ ☁️ 16 °C

    So richtig schnell kommt man hier nicht von A nach B. Zum Beispiel von der Wüste (off-road) zu den Gräbern von Tierradentro (steil und steinig)
    Dafür gibt es hier Weltkulturerbe, für das man ziemlich viel laufen muss. In einer mehrstündigen Wanderung kann man einen archäologischen Park mit zahlreichen unterirdischen Grabanlagen und Steinfiguren erkunden. In einige Gräber kann man über steile Treppen hinabsteigen, was doch so ein leicht mulmiges Gefühl erzeugt, denn man sieht von oben nicht, wie tief es runter geht. Muss aber sein, allein schon wegen der ewig langen Anfahrt. Unten sieht man zum Teil bemalte Grabkammern und Urnengefäße (wenn man eine Taschenlampe dabei hat). Die Goldbeilagen sind aber nicht mehr da, das haben sich wahrscheinlich die Archäologen geteilt.
    Das Ganze ist eingebettet in saftig grüne Berglandschaft und Kaffeeplantagen. Wir wohnen stilecht im Majestic Coffee Hotel inmitten einer riesigen Gartenanlage und trinken hausgemachten Kaffee zum Frühstück. (Auch in Kolumbien gehören 2 Eier pro Person zum Frühstück-Pflichtprogramm). In der Finca wohnt auch ein freundlicher Hund, der lebhaften Kontakt mit uns aufnimmt und uns den ganzen Tag bei unserer Wanderung begleitet. Das erweist sich als günstig, denn hier laufen zuhauf auch Hunde herum, die manchmal nicht so freundlich mit dem Schwanz wedeln. Manchas, so heißt unser großer Freund, knurrt dann zurück und schon ist Ruhe im Karton.
    Unser nächstes Ziel ist Popayan, die Hauptstadt des Departamento del Cauca. Im Zentrum sind die meisten Häuser weiß angestrichen, das ist doch mal ein optisches Alleinstellungsmerkmal. Nur schade, dass sich so viel Verkehr durch die schachbrettartig angeordneten und engen Calles und Carteras wälzt. Ich schätze, sie brauchen hier ziemlich viel weiße Farbe, um den Teint zu halten.
    Sehenswert ist hier die koloniale Architektur, die Kathedrale und einige andere Gebäude rund um den Hauptplatz und die unzähligen kleinen Stände auf der Straße, die Früchte, Süẞigkeiten und tausend andere Dinge anbieten. Aber wenn man ehrlich ist, für Städtetouren muss man nicht nach Kolumbien reisen
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  • (9) CO: Rote Wüste, graue Wüste

    5. februar, Colombia ⋅ ☁️ 15 °C

    Von Bogotá geht es nach Nieva und von dort in die Wüste, die Desierto de la Tatacoa. Es wird langsam dunkel, als wir ohne Netz und (wieder was gelernt) ohne Offlinekarte über die mehr als raue Piste hoppeln. Aber nach über einer Stunde Fahrt taucht doch noch ein blasses Schild mit dem Namen unserer ‚Eco Lodge‘ auf, betrieben von einem jungen Paar, das hier auch lebt und mit Solarstrom und Wassertanks Komfort in die Wüste bringt. Wir beziehen die etwas abseits liegenden Hütten mit Freiluftdusche und Schlafplätzen mit Mosquitonetz. Die Hütte bietet auch eine Open-Air Terrasse zum Sternegucken.
    Die Gegend ist eigentlich keine echte Wüste, sondern eine tropische Trockenzone, bestehend aus einer roten und einer grauen Zone, die wir am nächsten Tag erkunden.
    Und wer dachte, dass es in der Wüste sprechende Papageien gibt?
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  • (8) CO: Bienvenida Columbia

    1. februar, Colombia ⋅ 🌧 18 °C

    Wir wohnen in Bogotá, diesmal sehr komfortabel und zentral im Hotel de la Opera. Auf der Straße patrouillieren schwer bewaffnete Soldaten, weil hier auch das Außenministerium und andere offizielle Gebäude sind. Die beste Art, eine Stadt zu erkunden, ist eine dreistündige ‚Freewalk’ Stadtführung, diesmal mit Yvonne und einer Handvoll anderer Touristen. Wir treffen uns an einem Hotspot der Graffity Kunst, bekommen Cokablätter Tee und probieren in einen Obstmarkt 5 von gut 400 Obstsorten, die hier heimisch sind, z.B. die Lulo Frucht, die mir in heimischen Supermärkten noch nicht untergekommen ist. Und natürlich erzählt Yvonne viel über die Stadt, ihre Menschen und die zahlreichen, teilweise blutigen Konflikte, die hier irgendwie ständig in der Luft hängen. Interessant ist, dass diese Metropole noch keine Metro hat, aber das besorgen jetzt die Chinesen. Auch die erwähnte Street Art Kunst ist oft sehr politisch, und greift z.B. die Zahl 6402 auf - so viele Zivilisten wurden zwischen 2002 und 2008 vom Militär ermordet, um sie gegenüber der USA als als im Kampf gefallene Guerilla-Kämpfer auszugeben.
    Um sich endlich mal nicht zu dick zu fühlen, sollte man das Museo Botero besuchen. Fernando Botero hat das gängige Schönheitsideal umgekehrt, könnte man sagen, alle seine Figuren und Formen sind vor allem eines: dick ;-) Mona Lisa als Pflasterkreuzer.
    Wetter nicht so gut, ein paar Sachen fallen aus und nach 2 Tagen geht‘s weiter nach Süden.
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  • (7) CR: Adios, Costa Rica

    1. februar, Colombia ⋅ ☁️ 18 °C

    Leider schon zu Ende. Wer Natur liebt, dem wird es hier nicht langweilig, mehr als 500.000 Spezies tummeln sich hier, sagt die allwissende Intelligenz.
    Wem tropische Regenschauer, Affengebrüll, allerlei Krabbeltiere und Insektenstiche nicht so liegen, sollte vielleicht lieber in den Schwarzwald fahren (Nichts gegen den Schwarzwald).
    Am letzten Tag geht’s nochmal richtig nach oben auf der Panamericana. Extra, um jetzt den Quetzal sehen, und wir erinnern uns, den Tapir. Um es gleich zu sagen, letzterer mag sich auch hier nicht zeigen. doch ein kleiner Abstrich…
    Kontrastprogramm: Wir machen einen Sprung, 1.400 km, und landen in Bogotá, einer Stadt auf 2.600 Höhe und über 8 Mio. Einwohnern. Das Highlight hier ist das Museo del Oro, das Goldmuseum. Nicht nur eine riesige Schatzkammer, sondern auch Einblick in die spirituelle Welt der indigenen Völker (bevor die Europäer alles mehr oder weniger platt gemacht haben)
    … more to come
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  • (6) CR: Noch mehr Natur

    27. januar, Colombia ⋅ ☁️ 12 °C

    Wir haben noch 3 Nationalparks auf der Liste. Am Manuel Antiono Nationalpark schließen wir uns einer kleinen Gruppe an, die von der jungen Carina geführt wird. Man spürt, dass sie die Natur ihres Landes liebt, auch ihre Brüder arbeiten als Guide, erzählt sie. Unter den Touristen trifft man hier auf Schweizer, Holländer, Amerikaner. Gregory aus den USA entschuldigt sich wortreich für Donald Trump.
    Szenenwechsel: Es geht zum Whalewatching an den Parque National Marino Balena. Nach rasanter Fahrt über das offene Meer taucht tatsächlich immer mal wieder ein Buckelwal Weibchen mit ihrem Baby auf. Es reicht aber nur für Beweisfotos, da sich die Wale immer nur für Momente zeigen und das kleine Boot wie eine Nussschale hin- und her schaukelt. Immerhin sind wir nicht seekrank geworden.
    Und nochmal eine längere Bootstour mit dem Speedboot über den mächtigen Rio Sierpe zum Gebiet des Corcovado Nationalparks. Der Kapitän dreht rasante Kurven und lässt das Boot krass über die Wellen hüpfen und das alles ohne Aufpreis ;-) Wir wohnen in einer spektakulär gelegenen Lodge über dem Meer am Rande des Nationalparks. Primärer Regenwald und dichter, glitschiger Dschungel, zumal nach sintflutartigen Regen in der Nacht vor unserer Tour. ‚Mega rutschig’ warnt unser Führer immer wieder und das nicht zu unrecht. Und besser nicht an irgendwelchen Ästen oder Büschen festhalten. Diese haben zuweilen giftige Dornen oder man könnte Schlangen aufschrecken. Wir lernen viel über das ‚Internet des Waldes‘, denn die Pflanzen kommunizieren untereinander z.B. über miteinander verbundene Wurzeln.
    Wir gehen den Puma Trail und tatsächlich sei ein Puma hier vor 2 Tagen aufgetaucht. Eine Gruppe von Menschen würde er nicht angreifen, Einzelpersonen schon eher. Uns greift tatsächlich kein Puma an, aber dafür sehen wir den Abdruck einer Tapir Pfote…
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  • (5) CR: Hängebrücken und Tiere der Nacht

    23. januar, Costa Rica ⋅ ☁️ 24 °C

    Es geht von der Pazifikküste hoch nach Monteverde, auf gut 1300 Meter gelegen. Dort gibt es Nebelwald, den man quasi von oben erkunden kann, über einen Wanderweg mit zahlreichen Hängebrücken. Klar, dass es auch im Nebelwald regnet, das verleiht dem Ausflug eine gewisse Mystik. Wer es weniger mystisch mag, kann auch über einige Ziplines wie Tarzan von oben nach unten sausen und dabei gehörig Zeit sparen. Wir haben ja Zeit, aber ich glaube, die anderen Mitreisenden getreuen sich das mit der Zipline auch nicht.
    So fällt der Spaß aus und wir unternehmen noch einen geführten ‚Nightwalk’. Im Licht unserer Taschenlampen entdecken wir diverse Tiere, die nicht _jeder_ unbedingt treffen möchte. Genau genommen entdeckt diese unser Führer, der im finsteren Wald plötzlich stehen bleibt, und auf ‚etwas’ in 8 m Entfernung deutet, das sich dann als eine Giftschlange entpuppt. Aber obacht, manchmal sind die Teile auch ganz nah und wir Touris trampeln trotzdem dran vorbei. Ok, Urwaldguide werden für die Aktivrente scheidet schon mal aus.
    Anderntags geht’s zum Rio Grande de Tarcoles zu einer Krokodiltour. Die Crocs haben es nicht nötig, sich großartig zu verstecken und chillen tagsüber an ihren angestammten Plätzen in der Sonne. Die Guides, die hier die Bootstouren begleiten, haben ihnen schon Namen gegebenen und so machen wir u.a. die Bekanntschaft von Shakira ;-) Krokodile können hier bis zu 6 Meter lang werden, und wir verschieben das Badengehen aufunsere nächstes Etappenziel.
    An den Mangroven bewachsenen Ufern gibt es aber auch unglaublich viele Vögel. Ich kann mir spontan Storch, Mangrovenschwalbe und Hoffmannspecht merken und natürlich die allgegenwärtigen Aras. Das Faltblatt mit den Vogelarten enthält gut 50 Einträge, aber die meisten englischen Namen sagen mir nichts. Ornithologie werden ist also auch problematisch, da kommt erschwerend hinzu, dass man auch noch Männlein und Weiblein auseinanderhalten muss ,-)
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  • (4) CR: Heiße Quellen und Pazifikstrand

    21. januar, Costa Rica ⋅ ☀️ 27 °C

    Wir haben in dem kleinen‚Amazilia Guesthouse‘ an einer einsamen Landstraße unser nächstes Quartier aufgeschlagen. Zum Essen muss man in das nächste Dorf fahren, dort gibt es wenigstens ein Soda - so nennen sich kleine Restaurants, die i.W. das landestypische ‚Casado’ servieren: Reis, schwarze Bohnen, gebratene Banane, Salat und wahlweise eine Fleisch- oder Fischbeilage. Reis und Bohnen gibt es übrigens auch zum Frühstück, dazu immer Eier. Das ist wahrscheinlich nicht gut für die Gesundheit, genauso wie das abendliche lokale Cerveza (Imperial), aber ich mache ja keine Heilkur.
    Jedenfalls wird besagtes Soda unsere Stammkneipe, denn auf den löchrigen, stockfinsteren Straßen möchte man abends nicht weiter fahren als unbedingt nötig. Und im Übrigen schmeckt Casada gar nich so übel, wenngleich der Gedanke aufkommt, man könne mal wieder eine Pizza vertragen.
    Unsere Unterkunft liegt direkt am Nationalpark Rincón de la Vieja um den gleichnamigen Vulkan. Tropischer Regenwald im Norden und Trockenwald im Süden. An allen möglichen Stellen brutzelt und brodelt es. Und es gibt eine ausgedehnte Anlage mit 11 verschiedenen heißen bis sehr heißen Thermalbecken sowie ein Mudhole rund um den Rio Negro. Der Dauerhusten von Ruth ist danach wie weggeblasen ;-)
    Am nächsten Tag fahren wir weiter an die Pazifikküste nach Samara: drei Tage mal kein Nationalpark ;-)
    Übrigens, falls das jemand interessiert, sind Tapire eher nachtaktiv und nicht etwa mit Elefanten verwandt trotz des Rüssels.
    Pura Vida!
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  • (3) CR: Von der Bohne bis zur Tasse

    17. januar, Costa Rica ⋅ ☀️ 30 °C

    Ist das eine Bildungsreise? Wir haben eine dreistündige Tour auf der Kaffee- und Kakaoplantage gebucht und sind jetzt Kaffeeversteher. Erst mal die richtige Sorte pflanzen, dann ernten, waschen, trocknen, rösten, mahlen, brühen. Man sollte schon wissen, wofür es sich lohnt, morgens aufzustehen.

    Nochmal komplizierter verhält es sich mit der Herstellung von Schokolade. Wer wusste schon, dass dabei eine gewisse ‚Lindmaschine’ eine entscheidende Rolle spielt? Es ist ein bisschen verrückt, aber wir laden Kaffeebohnen und hochprozentige Schokolade ein. Letztere hat sich allerdings schon wieder verbraucht.

    Kurzum, es lohnt sich nach Costa Rica zu fahren, denn hier gibt es den Kaffee mit der richtigen Mischung aus Intensität, Bitterkeit und Säure und Schokolade, die diesen Namen verdient :-)

    Bekanntlich haben wir immer noch keinen Tapir gesehen, und so drängt es sich auf, am nächsten Tag in den Nationalpark Volcan Tenorio fahren, wo es angeblich die meisten Tapire gibt. Es ist ziemlich langwierig, dahin zu kommen, es regnet heftig und man muss sich umständlich registrieren (mit Passnummern und gefühlt 200 weiteren Daten) um hereingelassen zu werden. Und was soll ich sagen, wir treffen nur auf eine Giftschlange, von Tapiren ist weit und breit nichts zu sehen. Aber ehrlicherweise hat der Park dann doch noch einige andere Highlights…
    Pura vida!
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  • (2) Costa Rica: Regenwald

    14. januar, Costa Rica ⋅ 🌙 26 °C

    Zu unserer Lodge im Tortuguero Nationalpark kommt man nur per Boot, unzählige Kanäle, Sümpfe und Regenwald direkt an der Karibikküste. Eigentlich berühmt ist die Gegend wegen der Schildkröten, die hier zu abertausenden ihre Eier ablegen. Aber: falsche Zeit, wir müssen uns hier mit Affen, Kaimanen und unzähligen Vögeln begnügen. Um es vorweg zu sagen, Tapire laufen nicht gerade im Rudel herum (das liegt vielleicht an dem häufigen Regen) und die Verhaltensregeln für das Zusammentreffen mit Jaguaren können wir auch nicht in die Praxis umsetzen (auf den Baum zu klettern wäre z.B. nicht so schlau).
    Nach 2 Tagen ziehen wir weiter ins Landesinnere. Wir haben eine Tour mit Franklin im Gebiet des Arenal Vulkans. Franklin verliert bei all dem üppigen Grünzeug nie den Überblick, selbst dann wenn Tarnen und Töuschen angesagt ist z.B. bei Scheinblüten.
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  • (1) Costa Rica: Anreise und Puerto Viejo

    5. januar, Tyskland ⋅ ☁️ -11 °C

    Los geht‘s. Um 4:30 brechen wir zum Flughafen auf., erste Etappe nach Paris. Wegen der Schlange für die notwendige Enteisung kommen wir aber erst eine Stunde später los und müssen in Paris zum Gate spurten und schaffen es mit knapper Not zum Flug AF-0524 mit der Destination San José. Uff! Knapp 12 Stunden später steht fest: Der Winter ist vorbei für uns.
    Das Nachtleben in San José lassen wir aus und am nächsten Tag erkunden wir zunächst die Stadt bevor wir mit dem Mietwagen an die Karibikküste fahren: Traumwetter, Traumstrände und überall üppiges Grün. An meinem Geburtstag werde ich morgens um 4 von einer Horde Brüllaffen geweckt, die direkt im Garten unserer Anlage herumtoben ;-) Es gibt auch anderes Getier in der Nähe. Ich behaupte, einen Tapir gesehen zu haben, aber meine Mitreisenden bestreiten das. Bei den Faultieren sind wir uns aber einig.
    Wir gehen die nächsten 3 Tage gemütlich an, und wer es noch nicht wusste: Baden im Meer ist viel toller als Schneeschippen 😊
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    Start på rejsen
    5. januar 2026