• Trail Gourmet
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Uli‘s Camino - Camino Frances

Von Saint-Jean-Pied-de-Port über Santiago de Compostela bis nach Finesterre, dem Ende der Welt, zu Fuß Baca selengkapnya
  • Buenas tardes Astorga

    14 September 2025, Spanyol ⋅ ☀️ 28 °C

    Nach einer 50 minütigen Busfahrt von León bin ich in Astorga angekommen. Astorga ist Bischofssitz des Bistums Astorga und eine der größten Diözesen Spaniens. Daher nicht weiter verwunderlich, dass die Kirche keine Ausgaben gespart hat, um sich von Gaudi 1889-1913 einen sehr prunkvollen neogotischen Bischofspalast bauen zu lassen (erinnert mich etwas an die Ereignisse in Limburg).
    Die Kathedrale wurde im 15. Jahrhundert erbaut und steht den großen Kathedralen wie z.B. in Burgos oder León nicht viel nach.
    Ich bin heute im Hotel Imprenta Musical untergebracht.
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  • Auf in die Berge von León

    15 September 2025, Spanyol ⋅ ☀️ 15 °C

    Inzwischen geht die Sonne hier erst nach 8 Uhr auf.
    Von Astorga geht es heute auf 20 km ca. 300 Höhenmeter nach oben. Der Camino führt über Santa Catalina de Somoza und El Ganso nach Rabanal del Camino, das auf 1.121 m liegt.

    Kurz nach Astorga trifft man auf die hübsche „Ermita Ecce Homo“, die von den ersten Sonnenstrahlen des Morgens erfasst wird.

    Die Landschaft hat sich inzwischen komplett verändert. Landwirtschaftliche Flächen gibt es kaum noch. Die hügelige Landschaft weist eine fast heideartige Vegetation auf. Es riecht intensiv nach verschiedenen Kräutern. Der Ginster duftet. Der Boden ist unfruchtbar und die Landschaft wird „Maragatería“ genannt. Auch die Glockentürme der Kirchen sehen plötzlich anders aus.

    Inzwischen sind die „Montes de León“ in greifbarer Nähe und der morgige bevorstehende Aufstieg auf den höchsten Punkt des Caminos (1.517 m), das Cruz de Ferro, zollt Respekt.

    Heute habe ich auch kurz vor El Ganso den Wegmarker, „250,7 km“ bis Santiago de Compostela passiert.
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  • Rabanal del Camino

    15 September 2025, Spanyol ⋅ ☀️ 23 °C

    Mit zuletzt 73 Einwohnern (ohne Peregrinos) ist Rabanal del Camino ein kleines Dorf. Dennoch verfügt es über zwei Kirchen!

    Ich übernachte hier im „La Candela“ Bar/Hostal

  • Zum höchsten Punkt des Camino: 1.517 m

    16 September 2025, Spanyol ⋅ ☀️ 14 °C

    Wieder ein spektakulärer Sonnenaufgang. Bereits im Ort Rabanal del Camino steigt der Weg ordentlich an. Außerdem entdecke ich eine dritte Kirche in dem 79-Seelendorf.
    Die Heide- und Berglandschaft wird von den ersten Sonnenstrahlen durchflutet und in ein wunderschönes Licht getaucht. Die Luft ist klar und die Ruhe tut gut. Es sind schon einige Peregrinos unterwegs, aber wenigstens genießen alle momentan noch die Ruhe.
    Über 6 km steige ich bis zum Ort Foncebadón um 300 Höhenmeter mal auf breiten feinen Kieswegen, mal auf steinigen von Ginster und Farn eingehüllten schmalen Pfaden auf. In Foncebadón gibt es erst einmal eine Quiche und einen Café con leche. Dann geht es auf 2 km weitere 100 m nach oben, bis ich schließlich das Cruz de Ferro, mit 1.517 m den höchsten Punkt des Camino erreiche.
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  • Cruz de Ferro: Bewegender Moment

    16 September 2025, Spanyol ⋅ ☀️ 15 °C

    Nach 2,5 h inkl. Pause in Foncebadón bin ich am Cruz de Ferro angekommen.
    Ein bewegender Moment steht bevor: Für Inge, die gute Freundin, die leider letztes Jahr viel zu früh verstarb, habe ich ein beschrifteten Stein aus Deutschland mitgebracht, den ich nun hier am Cruz de Ferro tränenreich ablege.

    Aber es ist auch zugleich ein feierlicher Moment, da ich nun den höchsten Punkt des Caminos erreicht habe. Ich bin stolz auf die bis hier 533 absolvierten Kilometer (auch wenn ich ein paar davon mit Bus/Bahn überwunden habe).

    Ein richtiger Pilger muss am Cruz de Ferro folgendes Gebet sprechen: „Herr, möge dieser Stein, Symbol für mein Bemühen auf meiner Pilgerschaft, den ich zu Füßen des Kreuzes des Erlösers niederlege, dereinst, wenn über die Taten meines Lebens gerichtet wird, die Waagschale zugunsten meiner guten Taten senken. Möge es so sein."
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  • Abstieg nach El Acebo

    16 September 2025, Spanyol ⋅ ⛅ 24 °C

    Alte Bergwandererweisheit: „ Wo es rauf geht, kommt auch irgendwann wieder der Abstieg“. Und genauso ist es.

    Zunächst geht es vom Cruz de Ferro nur ein paar Höhenmeter nach unten bzw. auf gleicher Höhe 2 km zum nächsten „Ort“, Manjarín. Dieser besteht aus einem sehr netten Kiosk und einer skurrilen Einsidelei mit „Tomás“, der in der Tradition der Tempelritter für Pilger Sorge trägt, sie mit Kaffee versorgt und - wenn gewünscht - mit einem speziellen Schutzsegen ausstattet.

    Nach Manjarín steigt der Weg noch ein letztes Mal an, bevor es dann auf den letzten 3 km bis El Acebo um 360 m steil auf felsigen/steinigen Pfaden nach unten geht. Die Sonne brennt von oben und hunderte von Fliegen machen den Abstieg zur Qual. Auf dem gegenüberliegenden Berg kann man noch unschwer die Verwüstung durch die schweren Waldbrände, die hier vor einigen Wochen wüteten, erkennen.

    In El Acebo habe ich in der Pension „La Trucha del Arco Iris“ ein schönes Zimmer mit traumhaftem Ausblick. Die verlorenen Mineralstoffe wurden zugleich wieder ersetzt.
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  • 700 m begab nach Ponferrada

    17 September 2025, Spanyol ⋅ ☀️ 18 °C

    Da der heutige Caminoabschnitt nur 15 km sind, bin ich erst kurz nach 8 Uhr gestartet. Die Sonne hat es zu dieser Zeit noch nicht übe den Bergkamm geschafft. Noch liegt daher die Temperatur bei sehr angenehmen 13 Grad.
    Zunächst führt der Camino auf einem Feldweg über Wiesen leicht begab. Dann wird der Weg schnell steiler und steiniger bis ich nach ca. 3 km den ersten urigen Ort „Riego de Ambrós“ erreiche, in dem z.T. die Zeit stehengeblieben scheint.
    Von da aus geht es richtig steil und auf felsigem und geröllsteinigem Untergrund halsbrecherich durch das Nachtigallental. Auch danach wird es wegtechnisch nicht viel besser. Man muss bei jedem Schritt äußerst vorsichtig sein.

    8 km nach El Acebo flacht der Weg ab und man kommt nach Molinaseca, wo die verheerenden Waldbrände vor einigen Wochen bis an den Ortsrand heran kamen. die restlichen 7 km bis Ponferrada sind dann eher langweilig und führen häufig direkt an der Straße entlang.
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  • Ponferrada

    17 September 2025, Spanyol ⋅ ☀️ 25 °C

    In Ponferrada fließen der Rio Boeza und der Rio Sil zusammen. Und natürlich hat man für die Pilger bereits im 11. Jahrhundert eine Brücke gebaut (pons ferrata = Brücke z.T. aus Eisen = Stadtname). Die Stadt weist eines der bedeutendsten Zeugnisse mittelalterlicher Militärarchitektur in Spanien auf. Im 12./13. Jahrhundert erbauten die Templer diese Burg am Jakobsweg. Die Templer waren Ritter und Mönche zugleich und hatten sich u.a. zur Aufgabe gemacht, heilige Stätten und Pilger (insbesondere Wohlhabende gegen einen kleinen Obolus) unter Schutz zu stellen. Hier übernachte ich heute im Hotel Los Templarios.Baca selengkapnya

  • Castillo de Ponferrada

    18 September 2025, Spanyol ⋅ ⛅ 24 °C

    Heute morgen noch die Templerfestung in Ponferrada besichtigt. Der Grundriss der Burg hat die Form eines unregelmäßigen Mehrecks. Unterscheidbar sind der nördliche Teil, der aus dem 12. Jahrhundert stammt und der Rest, der im 15. Jahrhundert erbaut wurde.

    Im Jahr 1178 erlaubte Ferdinand II. von León den Tempelrittern die Gründung einer Festung in Ponferrada. Sie war unter anderem zum Schutz der Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela gedacht.
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  • … und weiter mit dem Bus nach Sarria

    18 September 2025, Spanyol ⋅ ⛅ 24 °C

    In Ermangelung geeigneter Unterkünften mache ich heute wieder einen Sprung mit dem Bus von Ponferrada nach Sarria mit einem Umsteigestopp in Pedrafita do Cebreiro.

  • Sarria: 6 Tage bis Santiago

    18 September 2025, Spanyol ⋅ ☁️ 31 °C

    Der Bus von Pedrafita do Cebreiro nach Sarria fuhr zum großen Teil am Camino entlang, und so bekam ich ein ganz gutes Gefühl für diesen Streckenabschnitt. Es wurde wieder sehr bergig und viel grüner als zuvor. Inzwischen bin ich nun auch in der letzten der 4 durchquerten autonomen Gemeinschaften (Navarra, La Rioja, Castilla und nun Galicia) angelangt, die ich von nun an westwärts bis zum Atlantik durchqueren werde.
    Heute Nacht - ich bin in der Pension Don Alvaro - muss ich unbedingt für die nächsten zwei Etappentage Kraft schöpfen: Morgen werden es 23 km und übermorgen 26 km!
    Auch das Wetter wird sich ändern: Morgen komme ich vielleicht noch trockenen Fusses nach Portomarin, aber Samstag und Sonntag soll es dann regnen.
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  • Seit heute: Völkerwanderung

    19 September 2025, Spanyol ⋅ ☁️ 18 °C

    Ich habe ja schon immer gehört, dass auf dem Camino zwischen Sarria und Santiago de Compostela deutlich mehr los ist. Allerdings hatte ich nicht mit einer derartigen Völkerwanderung gerechnet. Dauernd nur noch Stimmen um einen herum. Die Natur - obwohl wunderschön - lässt sich da kaum noch genießen. Selbst auf Pferden sind manche Pilger unterwegs.

    Da helfen nur Nebenrouten vom Camino (die meist steiler und länger sind), dann ist man wieder fast allein unterwegs.

    Der Tag hat bewölkt und mit leichtem Regen begonnen, hat sich dann aber ab 10 Uhr zu einem heißen und schwülen Tag entwickelt. Die 23 km waren anspruchsvoll: 400 m bergauf und 500 m bergab. Heute auch den „100 km bis Santiago Marker“ passiert. Ausserdem einen Camino-Stempel von der „Guardia Civil“ erhalten.

    Die Landschaft ist grün, hügelig und sehr landwirtschaftlich geprägt. Die Wege zum Teil durch wunderschöne Waldalleen oder als Hohlwege romantisch schön.
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  • Portomarin

    19 September 2025, Spanyol ⋅ ⛅ 31 °C

    Portomarin ist keine schöne Stadt. Sie liegt am Rio Miño. Der fehlende Charme mag damit zu tun zu haben, dass man in den 1950er Jahren mit dem Bau der vierzig Kilometer entfernten Staumauer des Belesar-Stausees begann und es klar war, dass dessen Wasser den Ort überfluten würde. Portomarín wurde deshalb auf den Terrassen des Monte do Cristo auf dem rechten Ufer des Miño neu errichtet. Das alte Portomarín verschwand unter dem ansteigenden Wasser des Belesar-Stausees und wird nur bei sehr tiefen Pegelständen wieder sichtbar.

    Abgetragen und im neuen Ort wieder aufgebaut wurden die Kirchen San Nicolás und San Pedro (Portalfront), ein Brückenbogen der mittelalterlichen Brücken (Christinabogen) sowie der Palast des Grafen Maza
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  • Leider heute kein besonderer Abschnitt

    20 September 2025, Spanyol ⋅ ☁️ 18 °C

    Heute ging es von Portomarin (Start 7:45 Uhr) nach Palas de Rei ( Ankunft: 14:30 Uhr). 26 Kilometer mit 550 m Höhenanstieg und 350 m bergab, mit meiner typischen Durchschnittsgeschwindigkeit von 4,4 km/h in 5:39 Stunden reiner Gehzeit. Soviel zu den Zahlen und der Statistik. Leider war es die, mit großem Abstand, langweiligste Strecke. Das lag aber nicht an der Streckenlänge (wenn auch längste Strecke meines Caminos), meiner Fitness (die sehr gut war) oder am Wetter (mein erster Regentag: 80% der Strecke im Nieselregen oder Regen gelaufen). Nein, es lag an der Strecke (90% entlang von z.T. stark befahrenen Straßen) und den vielen Peregrinos, die sich lauthals in allen Sprachen dieser Welt unterhielten, mit falschen Tönen sangen und auch nicht mehr die zuvor allgegenwärtige Freundlichkeit (d.h. meist kein Gruß beim Passieren) zeigten. Die durchquerten Ortschaften lassen meist den zuvor gewohnten Charme vermissen.

    Aber es sind ja nun auch nur noch 67 km bis Santiago und nur noch 4 Tage (um dem Ganzen noch etwas Positives abzugewinnen).

    Kurz vor Palas de Rei kam dann noch die Sonne raus, und ich konnte die Regenjacke wieder einpacken.

    Der Ort selbst ist nicht schön und ich verzichte daher auf einen eigenen Footprint
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  • Heute volle Entschädigung …

    21 September 2025, Spanyol ⋅ ☁️ 9 °C

    Heute steht zwar nur eine kurze Strecke (15 km) auf dem Plan, aber im Gegensatz zu gestern waren bereits die ersten 4 km überwältigend und boten zahlreiche, sehr schöne Fotomotive.

    Es könnte sich heute Morgen auch um eine englische Moorlandschaft handeln. Nebel durchzieht das Gelände. Alles ist sehr grün und moosbewachsen. Herrlich!

    Pilger sind natürlich dennoch in großer Zahl unterwegs.
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  • Hórreo gallego und seine Bedeutung

    21 September 2025, Spanyol ⋅ ⛅ 10 °C

    In den letzten Tagen fielen mir immer wieder besondere Gebäude neben Wohnhäusern bzw. in deren Gärten auf, die leicht erhöht stehen (mal aus Stein, mal aus Holz) mit einem Ziegeldach.

    Hierbei handelt es sich um Getreidespeicher (oder Speicher für andere Feldfrüchte), die meist auf einem 80 bis 120 cm hohen Unterbau stehen. Auf zumeist steinernen Pfeilern liegen große Steinscheiben, auf denen dann der eigentliche – meist in Holzbauweise errichtete – Speicher ruht. Die „Steinscheiben bzw. Balkone“ sollen ungebetenen Nagern den Zugang zum Speicher verwehren.

    Die Wände und Türen des Speicherbaus sind mit Luftschlitzen versehen, um durch die verbesserte Belüftung der Schimmelbildung (große Regenmengen/hohe Luftfeuchtigkeit in Galizien) entgegenzuwirken.
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  • Sonne & Regen in schöner Landschaft

    21 September 2025, Spanyol ⋅ ☁️ 12 °C

    Gegen 10 Uhr hat sich der Nebel aufgelöst und die Sonne kam raus, allerdings immer wieder unterbrochen von einigen Regenschauern. Ein herrlicher Tag zum Wandern bei angenehmen Temperaturen.

    Die Landschaft immer wieder sehr abwechslungsreich: Wunderschöne grüne Hohlwege mit alten Eichenbestand, freie Weideflächen mit Kühen und Pferden, romantische Ortschaften mit schönen Steinhäusern, Eukalyptus-Alleen, Birkenhaine und Farnwiesen.
    Kurz vor Melide, in Furelos, gab es noch einen schönen Jahrmarkt.
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  • Peregrinos und ihre Treckingstöcke

    21 September 2025, Spanyol ⋅ ☁️ 13 °C

    Heute ist mir ganz besonders der Gebrauch - oder Fehlbrauch - von Treckingstöcken unter den Sarria-Santiago-Peregrinos (sehr leicht erkennbar) aufgefallen. Ich selbst setze meine Stöcke entweder zur Propulsion ein (insbesondere auf ebenem Untergrund oder bei Steigungsstrecken) oder ich dämpfe bergab mein Eigengewicht auf den Knien ab. Dazu sind selbstverständlich unterschiedliche Stockhaltungen und je nach Untergrund kommen die Gummipuffer (z.B. auf Asphalt) zum Einsatz. Soviel zu mir und meinem Gebrauch.

    Zahlreiche Pilger scheinen aber keine Ahnung davon zu haben. Viele ziehen ihre Treckingstöcke mehr oder weniger hinter sich her. Dann gibt es diejenigen, die trotz sandigem/steinigem Untergrund mit Gummipuffern im Einsatz keinen Halt mit den Stöcken finden. Manche scheinen sich mit ihren Stöcken vor einem Umfallen nach der Seite abzustützen. Besonders schlimm sind aber Peregrinos, die mit ihren Stöcken rechts und links umher fuchteln. So passiert heute Morgen: Ich setzte gerade zum Überholen eines asiatischen Paares an, als die Frau ihren Stock nach links auswarf. Mit einem schnellen Konterschlag konnte ich den Stock noch vor meinem Gesicht abwehren.

    Auffällig waren auch die zahlreichen Ganzkörperkondome (Ponchos), die bei den Kurzschauern hastig übergeworfen wurden. 😂
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  • Melide und seine Pulperías

    21 September 2025, Spanyol ⋅ ☁️ 13 °C

    Melide selbst ist keine besondere Stadt, aber bekannt für seine ausgezeichneten Pulperías.
    Die Stadt liegt an der wichtigen Kreuzung zweier Jakobswege, dem Camino Francés und dem Camino Primitivo. Schon im Mittelalter brachten Mönche und Händler den getrockneten Oktopus (pulpo seco) über Handelswege ins Landesinnere, um ihn hier den Pilgern zur Stärkung anzubieten.

    Besonders im 19. Jahrhundert etablierten sich Pulpeiras auf den Märkten von Melide, wo der Pulpo in Kupferkesseln gekocht und mit Öl, Paprika und Salz gewürzt wurde. Und das ist bis heute so.

    Ich habe die Pulpería A Garnacha in Melide ausprobiert und es war köstlich.
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  • Wie im deutschen Mittelgebirge …

    22 September 2025, Spanyol ⋅ ⛅ 10 °C

    Der heutige Camino-Abschnitt von Melide nach Arzua ähnelte einer Wanderung im deutschen Mittelgebirge. Glücklicherweise führte auch heute der Weg nur selten an Straßen entlang. Zum großen Teil ging es durch Wälder (hauptsächlich Eichen; ab und zu Eukalyptus) und Wiesen. Allerdings hatten es die 15 km durch das ständige Auf und Ab (270m ➚; 340m ➘ ) schlussendlich doch in sich und meine Knie brauchen heute Nachmittag Pflege & Schonung.
    Jetzt sind es nur noch etwas weniger als 40 km bis Santiago de Compostela 😄
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  • Arzúa

    22 September 2025, Spanyol ⋅ ⛅ 14 °C

    Auch Arzúa ist eine moderne Stadt, deren Charme ich bisher noch nicht entdeckt habe. Aber nun bin ich auf dem Wochenmarkt endlich an eine weitere spanische Spezialität gekommen: Churros (mit & ohne Schokolade). Meine Pension (A casa do lajueiro) und insbesondere mein Zimmer sind sehr urig.Baca selengkapnya

  • Camino Gedanken

    22 September 2025, Spanyol ⋅ ⛅ 16 °C

    Bisher kam mir meine Reise wie selbstverständlich vor: Ich habe sie mir vorgenommen, also mache ich sie auch, egal was kommt. Erst jetzt habe ich verstanden, was für ein Privileg es ist, so etwas einmal in seinem Leben machen zu dürfen.
    Was für eine Dimension das Ganze ja eigentlich hat!
    Und doch nur aus kleinen Fragmenten besteht.
    Rund 900 km! Unvorstellbar!
    Und doch packt mich jetzt schon auf der einen Seite die Wehmut, diese heile Welt Ende dieser Woche wieder verlassen zu müssen, und andererseits die Riesenfreude, meine Liebe - Karina - wieder in die Arme schließen zu können.
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  • Sonne, viel Wald und weitere 20 km

    23 September 2025, Spanyol ⋅ ☀️ 11 °C

    Nach einem leckeren Bar-Frühstück bin ich 8 Uhr auf meinen heutigen Camino gestartet. Es ging weitere 20 km bis O Pedrouzo, das nur noch 19 km vom morgigen Ziel, der Kathedrale von Santiago de Compostela entfernt ist. Wie in den letzten Tagen ging es überwiegend bergauf/bergab durch die galizischen Eichen- und Eucalyptuswälder. Einmal zwischendurch sogar etwas tropisch: Bananen, Palmen und andere tropische Gewächse.
    Mein Pilgerpass füllt sich weiterhin mit vielen schönen Stempelmotiven. Neben vielen Café-/Barstempeln, wieder von der Guardia Zivil kam auch heute ein Stempel eines „Esel-Künstlers“ hinzu 😊. Heute schien die gesamte Zeit die Sonne und die Temperaturen stiegen rasch von frischen 8 Grad am Morgen auf jetzt 20 Grad, d.h. ich bin auch wieder in kurzen Hosen unterwegs.
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