• Königsetappe

    14. juli 2022, Østrig ⋅ ☀️ 21 °C

    Heute gehen wir alle getrennte Wege. Familie Smyk trifft sich mit Freunden nochmal auf dem Hauser Kaibling, Sarah und Torsten fahren mit den Kindern zu den Riesachfällen. Für Mama, Papa, Felix und mich wird es ein früher Start - um 6 Uhr klingelt der Wecker, um 6:45 Uhr stehen wir bereits auf dem Wanderparkplatz am Hotel Feisterer. Von dort geht es bei zunächst wolkigem Himmel den Südhang hinauf zu einem alten Bekannten aus vergangenen Wandertagen - dem Guttenberghaus. Rund tausend Höhenmeter geht es stetig hinauf, vorbei an der malerischen Lärchbodenalm schraubt sich der Pfad immer weiter durch bergblumenbewachsene Hänge und Geröllfelder empor. Dank des frühen Startes ist es noch kühl und die Sonne bleibt hinter dem östlichen Bergkamm. Der Blick nach Süden reicht fast so weit wie gestern vom Dachstein, obwohl heute teilweise erhebliche Wolken über den Bergen hängen.
    Um 09:05 Uhr stehen wir am Guttenberghaus, machen unser Erinnerungs-Revival-Foto und kehren fürs Frühstück ein. Mama und Papa erkennen den Wirt aus dem damaligen Panoramahotel von 1991, der heute das Guttenberghaus betreibt. Man kommt ins Gespräch, zum Schluss bekommen wir noch einen selbstgebrannten Zirbenschnaps verabreicht.
    Da es bis hierher so gut lief, es noch früh am Tage ist und auf der Hütte die Stempelpässe für die Königsetappe rumliegen, geraten wir in so eine Wenn-nicht-jetzt-wann-dann-Stimmung und nehmen die Königsetappe in Angriff, anstatt direkt abzusteigen! Der Weg führt über die Feistererscharte und dann in einem Bogen um den Sinabell herum in Richtung Silberkarsee. Die Sonne bretzelt jetzt unbarmherzig vom inzwischen blauen Himmel auf uns hernieder und es zieht sich ganz schön hin, aber die Alpenblumen blühen so schön und schließlich erblicken wir auch tief unter uns den unglaublich schönen türkis-blauen See. Kurze Trinkpause, dann geht es an den Abstieg Richtung Silberkarklamm, als erstes passieren wir die unbewirtschaftete Stanglalm, wo man nur ein Loch in sein Heft stanzen muss.
    Dann geht es äußert unschöne 800 Höhenmeter am Südhang bergab, der Weg ist steil abfallend, geröllig und hat teilweise enorme Stufen, kurzum erfordert höchste Konzentration, starke Knie und Oberschenkel. Und es will einfach kein Ende nehmen! Schließlich erreichen wir schon ziemlich erledigt, hochrot, verschwitzt und mit vor Anstrengung zitternden Beinen die Silberkarhütte am Oberrand der Klamm. Hier steppt natürlich der Bär, alle Tische sind voll, wir quetschen uns irgendwo mit dazu, leeren eine Runde Getränke und stempeln unsere Hefte ab.
    Eigentlich wollten wir über den Ramsauer Höhenweg etwas abkürzen, aber die Wirtin rät eindringlich davon ab aufgrund erheblicher Unwetterwegschäden. Mama, Papa und Felix wollen es trotzdem versuchen aber ich lege mein Veto ein und wir steigen also durch die Klamm ab. Es ist längst nicht so voll wie befürchtet, dafür schön kühl; es geht auf hölzernen Stegen auf und ab, außerdem können wir die Wasserflaschen in den Wasserfällen nochmal mit eiskaltem Wasser befüllen. Das letzte Stück zurück zum Feistererhof - obwohl im schattigen Wald und halbwegs eben - zieht sich dann noch ganz schön, so dass wir ziemlich erschöpft gegen 14:30 Uhr humpelnd den Hof erreichen. Wir tauschen ein letztes Getränk beim Feisterer gegen den letzten fehlenden Stempel, dann können wir im Intersport unsere "Gelben Trikots" für die erfolgreich absolvierte Königsetappe abholen.
    Völlig fertig trudeln wir nach Hause, werfen Mama und Papa ab und fahren ins Freibad von Haus. Hier treffen wir auf Sarah, Torsten und 4 überbordend gut gelaunte Kinder. Das kühle Wasser tut jetzt unglaublich gut!!!
    Abends wird wieder gegrillt, Sarah und Torsten fahren anschließend noch zum Stadtfest nach Schladming, der Rest kann sich nicht mehr aufraffen und verbringt den lauen Abend auf unserem Hof.
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