Eibsee und Koflerjoch
Feb 14–15 in Austria ⋅ 🌨 0 °C
Endlich sollte es so weit sein: Ich durfte einen Teil meines Teams für den Sommer auf der Dawin-Alm kennenlernen! Damit sich die Fahrt auch lohnt, plante ich gleich ein Wochenende in einer Ecke, in der ich eigentlich noch nie war. Das Wetter war mies bis mäßig gemeldet - keine Sicht, Regen, Schnee. Also mal sehen, was geht. Nachdem ich am Anfahrtstag ja nicht so viel Zeit hatte und intelligenterweise auch noch den Faschingsferien-Anfang erwischt hatte, nahm ich mir nur was Kleines vor; in Stress sollte der Tag nicht ausarten. Die Idee - mal zum Eibsee zu wandern. Da würde sicher nicht so viel los sein, 265 Höhenmeter sollten es auch sein und ich könnte auch mal die ungefähre Schneelage für tagsdrauf checken. Um dreiviertel neun marschierte ich in Grainau - passenderweise bei der Bergwacht - los. Alles Grau in Grau, aber noch trocken. Später sollte es regnen und sogar einige Flocken tanzten gegen Mittag durch die Luft. Vorbei am Badersee mit seinem Inselchen - den ich sogar mit Grödeln umrundete, weil der Pfad eine reine Eislaufbahn war - wanderte ich durch superschönen Zauberwald mit alten Bäumen und Steinbrocken hoch zum Eibsee. Menschen netterweise auf dem Weg Mangelware. Nach 4,3 Kilometern und 60 Minuten statt 1,5 Stunden änderte sich das - ich war am Eibsee angekommen. Und irgendwie hat er mich gar nicht so geflasht... Vielleicht weil die Farbe wegen der Eisschicht nicht so durch kam, vielleicht weil die Bergwände außen rum fehlten wegen der tiefhängenden Wolken... Nachdem ich noch Zeit hatte und die Luft so schön klar war, bin ich noch eine halbe Stunde am See entlang spaziert, den dieser tolle Wald einfasst. Immer wieder gab es schöne Durchblicke. Dann ging's ans Umdrehen, damit ich mittags wieder in Grainau bin, um rechtzeitig nach Strengen in der Arlberg-Region losfahren zu können. Nächstes Highlight: die Fernpaß-Route. Landschaftlich selbst bei schlechtem Wetter beeindrucken - steile, enge Hänge, tief untenliegende See. Und ebenso fast wie eine Schlucht wirkt das Tal von Strengen. Das Dorf zieht sich am Hang hoch - leider versteckt in den Wolken. Nervös war ich eigentlich nicht, nur ob ich Christine und Edi erkennen würde oder sie mich. Aber im Dorfgasthaus kein Problem. Es war gleich so herzlich! Eine Umarmung zur Begrüßung, als würden wir und schon lange kennen. Über zwei Stunden saßen wir zusammen; ich hab etwas über die Arbeit, die Leute, das Dorf erfahren und die beiden kennengelernt. Ich glaube, das wird richtig gut im Sommer!
Aber erstmal gab es Schnee. Wie viel es oben geschneit hat über Nacht, konnte ich aufgrund der geringen Sicht kaum einschätzen. Die Idee: das Koflerjoch bei Reutte, denn bis zur Dürrenbergalm gibt es einen Forstweg. Und der war bereits beim Start am idyllischen Urisee, der später bei Sonne und aufgerissenem Himmel ein herrliches Fotomotiv mit Bergen abgab, gut verschneit. Eine Spur war schon zu sehen - perfekt zum Hinterherstapfen, und zwar über Steig statt Forstweg. Den könnte ich ja runtergehen im Notfall (war aber nicht nötig), denn es schneite noch leicht. Im dichteren Wald hatte die weiße Pracht kaum den Boden erreicht. Irgendwann überholte mich eine Frau mit Hund. Ich hatte das Gefühl, ich war heute null in Form, langsam irgendwie. Luft und Herz waren aber kein Problem. Im Endeffekt war ich nach 500hm und einer Stunde (mit zig Verschnauf- und Über-mich-Kopfschüttel-Pausen) an der Alm. Die punktet normalerweise mit bestem Panorama - diesmal ins von hell bis dunkler changierende Grau. Netterweise ging eine Spur (die Frau mit Hund kehrte da offenbar wieder um) weiter über die Almwiese Richtung Koflerjoch. Dachte ich. Doch sie endete ein Stück weiter oben im Wald an einer kleinen Privathütte. Ich marschierte zurück zum Abzweig mit Schild. Versuchte mich an der Wegfindung, ging mal hier, mal da ein Stück, aber hatte halt null Plan, wo ich ungefähr hinmusste. Da riss unten die Wolkendecke auf und gab einen kurzen Blick ins Tal frei. Und ein Mann kam fast schon hochgesprintet. Der Plan war klar: dem Einheimischen in ein paar Minuten folgen ;-) Und ohne diese Spuren wäre meine Tour an dieser Stelle schon beendet gewesen. Also watschelte ich hinterher. Es wurde steiler, teilweise rutschiger und tiefer. Und das Wetter besser - plötzlich blauer Himmel und Sonne über den verschneiten Bäumen. Was hätte ich mich geärgert, das verpasst zu haben. Beim Start ins letzte Drittel der Tour - nach rund 800hm - beschloss ich aber, umzukehren. Mir war es echt zu rutschig und steil und ich kannte ja den Untergrund, der da noch kommen sollte, nicht. Und so muss ich unbedingt wiederkommen, weil im Sommer alles null Problem, sogar mit etwas Felskraxelei am Ende ;-) Vielleicht auch besser so, weil kurz darauf kam der Sprinter von vorhin wieder zurück. Wir kamen ins Gespräch und setzten den Weg inklusive Schnapserln in der Alm bis zum Parkplatz zusammen zurück. Tobi meinte auch, es sei wahnsinnig rutschig gewesen und auch keine Sicht. Schnell hatte es nämlich wieder zugezogen. Aber auch so war es echt schön, weil die Gesellschaft einfach mega nett war! Eigentlich schade, dass wir keine Nummern getauscht haben, der wär schon interessant gewesen... Am Heimweg nahm ich dann noch den Plansee mit - ebenfalls im Sonnenschein. Eine super Abrundung für ein Wochenende, an dem viel mehr ging als gedacht und das wieder schöne Momente parat hatte - auch ohne Gipfel (was mich dennoch ganz minimal ärgert, weil andere sich da nicht solche Gedanken machen und ich es locker geschafft hätte ...)Read more
















