• Überraschend in Neu-Delhi

    March 14 in India ⋅ ☁️ 23 °C

    Ihr Lieben,

    meine letzte Fernreise ist eine Weile her und nach einigen Alleinreisen bin ich dieses Mal nicht alleine unterwegs, sondern gemeinsam mit meinem Freund Kai, worüber ich mich riesig freue. Die Idee für diese Reise ist bei unserem ersten Date entstanden, als Kai mich fragte, wohin ich am liebsten reisen wolle, wenn ich mich für einen Ort entscheiden müsste. Meine spontane Antwort war „Nepal“, bei Kai war es genauso. Wir wandern beide gerne, mögen Natur und das Erkunden fremder Kulturen, finden den Buddhismus spannend, interessieren uns für Yoga (ich mehr als Kai) und Meditation (Kai mehr als ich). Als Kai die Zusage für seinen neuen Job ab Mai bekommt und beschließt die Zeit zwischen seiner letzten Arbeitsstelle und seiner neuen Aufgabe für eine längere Reise zu nutzen, gehe ich zunächst davon aus, dass ich ihn höchstens drei Wochen begleiten können werde. Letztlich kommt es ein wenig anders, sodass wir die Möglichkeit erhalten, sechs Wochen gemeinsam zu reisen.

    Ende Januar ist der Iran-Krieg für uns beide noch in weiter Ferne, sodass wir kurzerhand einen Flug von Düsseldorf nach Kathmandu über Doha buchen. Wenige Tage später stellt sich jedoch heraus, dass eine sichere Reise über Doha nicht mehr möglich ist. Wir stornieren unseren Flug und entscheiden uns für eine Alternativverbindung über Neu-Delhi. Da der Flugverkehr in diesen Teil der Welt infolge der Iran-Krise deutlich eingeschränkt ist und wir keine sinnvolle unmittelbare Verbindung von Deutschland nach Kathmandu finden, entscheiden wir uns, insgesamt vier Nächte in Neu-Delhi zu bleiben, einen kleinen Abstecher nach Agra zu machen, um den Taj Mahal zu besichtigen und erst anschließend weiter nach Kathmandu zu fliegen. Unseren Plan schmieden wir jedoch ohne die Gewerkschaft Cockpit einzubeziehen, denn vier Tage vor Abflug verkündet die Lufthansa einen zweitägigen Streik der Piloten. Ein wenig fühle ich mich erinnert, an die Zeit in Kolumbien, als ich während des ersten Corona-Lockdowns auf einigen Umwegen zurückgekehrt bin nach Deutschland. Obwohl die Unsicherheiten im Zusammenhang mit eine kurzfristigen Umplanung wegen des ausgefallenen Fluges ein privilegiertes Problem sind, fühlen wir uns doch etwas herausgefordert von der Situation. Wir sind beide sehr neugierig auf Indien, haben aber beide etwas Respekt vor einem völlig spontanen Aufenthalt. Für mehr Planung als die absoluten Basics bleibt uns jedoch keine Zeit, denn zwischen letztem Arbeitstag und Abflug bleiben nur wenige Tage. Glücklicherweise ist Kai etwas „Planungs-affiner“ als ich und nimmt die Reiseplanung der ersten Tage in die Hand. Als wir unsere Rucksäcke packen, ist immernoch nicht sicher, ob wir am Freitag fliegen können und so fühlt sich die Reisevorbereitung etwas unwirklich an. Letztlich wird unser Flug über München nach Delhi aber zum Check-in freigeschaltet und ehe wir uns versehen, sitzen wir am frühen Freitagmorgen im Flugzeug nach München. Dort angekommen, realisieren wir so langsam, dass es nun wirklich losgeht und motivieren uns für die weitere Reise erstmal mit einem waschechten Weißwürschtl-Frühstück, dass wir mit einem großen Hellen herunterspülen, bevor wir die Brezn in den nächsten Wochen in Naan, Roti, Papadam und Chapati eintauschen. Unser Kellner am Münchener Flughafen erweist sich als versteckter Fotograf, sodass unser Ausflug in die bayrische Kulinarik umfangreich dokumentiert wird 😅🤗. Etwas müde, angenehm satt und jedenfalls sehr erleichtert steigen wir anschließend in den Flieger in Richtung Neu-Delhi. Wie wir dort empfangen wurden und wie wir uns in der wuseligen Metropole gefühlt haben, erzählen wir Euch in den nächsten Tagen.

    Reiselustige Grüße von Astrid und Kai 🤗 🌍 🗺️ 🥾

    P. S. Die Beiträge haben wir übrigens abwechselnd verfasst - ratet mal, wer welchen geschrieben hat 🤗😃.
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