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  • Day9

    Flusskreuzfahrt

    December 25, 2016 in Cambodia ⋅ ⛅ 30 °C

    Der heutige Tag sollte komplett im Zeichen Kambodschas stehen. Am Vormittag unternahmen wir zusammen mit Hak eine Stadtrundfahrt. Wir besuchten zuerst den Königspalast. Dieser glich an vielen Stellen dem in Bangkok. Die Besonderheit am Königshaus in Kambodscha ist, dass man nicht als Erbe König wird, sondern dass der König hier gewählt wird. Es gibt drei Familien, die für den Thron in Frage kommen und einen neunköpfigen Rat, bestehend aus Politikern und Mönchen, der den Thronfolger wählen darf. Auf dem Gelände des Königspalasts war auch die Silberpagode zu finden, nicht wie man zunächst annehmen würde wegen ihrer Außenfarbe Silber, sondern aufgrund des Bodens, der komplett aus Silber bestand. Hier waren alle wertvollen Schätze Kambodschas zu finden. Auch hier wieder ein Jade Buddha.

    Nächster Halt der Stadtrundfahrt war das Nationalmuseum Kambodschas. Hier waren viele Figuren zu sehen, auch etliche Originale aus Angkor, die zur Sicherheit hier untergebracht wurden. Hak lehrte uns einiges über den Hinduismus, da dieser auch eine große Rolle in der Vergangenheit Kambodschas spielte. Für mich stand nach dieser Lehrstunde eines fest: Der Hinduismus ist verdammt kompliziert! Auf dem Weg nach draußen kamen wir an einem wunderschön blühenden Baum vorbei. Dies war, laut Hak, ein auf Deutsch “Kanonenkugelbaum“, der im Buddhismus heilig sei. Wirklich wunderschöne Blüten!

    Nachdem wir für das Mittagessen zurück aufs Schiff fuhren, ging es nach der Stärkung weiter. Die dunkle Geschichte Kambodschas wartete auf uns im S21. Eine ehemalige Schule, die zu Zeiten der Roten Khmer als Gefängnis für Regime-Gegner genutzt wurde. Hier konnte man die schrecklichen Foltermethoden und Gegebenheiten zur damaligen Zeit nur erahnen, wirklich schrecklich. Da Hak Anfang der 70er geboren wurde, erlebte er die damalige Zeit als kleines Kind und konnte so natürlich ein entsprechendes Bild an uns vermitteln. Unvorstellbar!

    Danach ging es wieder zurück zum Schiff und wir konnten uns an Bord einen Vortrag von einem französischen Linguistik-Professor der Universität Pnom Penh über die Geschichte Kambodschas anhören. Er gab uns einen eher sarkastischen Blick auf die Vergangenheit des Landes und vor allem auf die Rolle des ehemaligen Königs Sihanouk. Es war ein ganz anderer als der von Hak am Tag zuvor.

    Nach einem, wieder einmal leckeren Abendessen, die Küche an Bord ist wirklich unbeschreiblich gut, konnte man dann noch an einer abendlichen/nächtlichen Tuk Tuk-Tour teilnehmen. Hierbei zeigte sich die Hauptstadt Kambodschas nochmal in einem ganz neuen Bild. Beleuchtete Tempelanlagen und Hotels, auch die Weihnachtsdekoration durfte hier natürlich nicht fehlen. Da es ein Sonntagabend war, war sehr viel los auf den Straßen. Die Kreisel wurden einfach in beiden Richtungen befahren und die zweispurigen Fahrbahnen wurden einfach zu gefühlt zehnspurigen Fahrbahnen umgewandelt, ist eben praktischer. Tuk Tuks waren zum Teil mit 10 Kambodschanern besetzt und alle hatten sich herausgeputzt für eine wohl stattfindende Party.
    Unser Tuk Tuk gab leider mitten in dem Kreisel um das Freiheitsdenkmal den Geist auf. Ein etwas mulmiges Gefühl hatten wir schon, aber es war irgendwie lustig. So standen wir nun also inmitten dieses fünfspurigen bis zehnspurigen Kreisels und es gab kein vor oder zurück. Der Fahrer trat und trat sein Motorrad, aber es wollte nicht mehr anspringen. Auch eine schnelle Reparatur mit der Taschenlampe wollte nicht funktionieren. Also blieb uns nichts anderes übrig, als in ein anderes, gerade vorbeifahrendes Tuk Tuk umzusteigen. Dieser Fahrer brachte uns dann entlang der geschäftigen Uferpromenade, hier picknickten Familien und zahlreiche Essensstände unterbreiteten Kambodschanische Spezialitäten, wieder sicher zum Schiff. Ein lustiger Abschluss in Pnom Penh.

    Morgen sind wir den ganzen Tag auf dem Schiff, da wir Kambodscha verlassen und die Kambodschanisch-Vietnamesische Grenze überqueren. Ich melde mich erst wieder übermorgen, bis dann.
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