• Tag 19: Passage vierter Tag, 222 NM

    12. august 2025, Atlantischer Ozean ⋅ 🌬 11 °C

    Um 0 Uhr geht's los mit der unangenehmsten Schicht. Wir haben ca. 30 Knoten Wind, Tendenz nach oben. Wir fahren mit dem erste Reff im Gross und vorn das Sturmsegel. Der Kurs ist 140 Grad scheinbarer Wind. Das ist so das Maximum, bevor die Segel unruhig werden, vor allem bei den Wellen. Alles in allem ist das Schiff damit "gut motorisiert" und macht im Schnitt so 10 Knoten. Wenn wir eine Welle gut erwischen, können es kurzfristig auch mal über 20 Knoten sein. Der Autopilot ist extrem beindruckend, wie er die Wellen ausregelt und das Boot auf Kurs hält. Wir verabreden für die Nacht, dass wir ab 38 Knoten Wind die Segel reffen. Es kommt aber erst morgens um halb sechs so weit. Bis dahin bleibt der Wind immer knapp drunter und wir fahren praktisch mit Vollgas.
    Als ich am Morgen wieder aufstehe, hat Sadik das Boot bereits im Butterfly-Modus vor dem Wind. Das geht noch eine Stunde ganz gut, dann klettert der Wind konsistent über die 40 Knoten Marke (8 Bf, Gale) und die Wellen so auf 5 Meter (sea state 5, "rough"). Die Butterfly-Segelstellung wird uns zu heikel. Wir wechseln wieder auf 140 Grad Raumschots. Der Kurs ist nicht ganz ideal für die Zielerreichung, aber bei 10 Knoten im Schnitt bleibt immer noch genügend Projektion in Richtung Färöer übrig.
    Mein kleines Zwischentief von gestern hat sich trotz Nachtschicht und Sea State 5 auch wieder ganz gut erholt was sich in einem gesunde Appetit und aktiver Beteiligung an den Segelmanövern niederschlägt. Dennoch gehen weiter einer grosser Teil mentaler und physischer Ressourcen für's Basisüberleben drauf, aber irgendwie gewöhnt man sich daran.
    Gegen Abend wird der Wind dann schwächer und wir tauschen bei der Halse die Jib durch die Genua aus. Trotz nachlassendem Wind erreichen wir am Ende ein Etmal von 222 NM. Wow - was für ein grandioser Segeltag!
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