• Tag 20: Passage fünfter Tag, 115 NM

    13. august 2025, Atlantischer Ozean ⋅ ☁️ 12 °C

    Als mich Sadik um 3 Uhr zur Frühschicht weckt, sind wir segeltechnisch bereits in einer völlig anderen Welt als gestern. Der Wind fällt teilweise unter 10 Knoten und auch die Windrichtung wird zunehmend inkonsistent. Erstaunlicherweise hat sich auch der "sea state" bereits beruhigt - sehr wohltuend.
    Bereits um halb viert dämmert es und die letzten Wolken verziehen sich rasch. Ab dann blauer Himmel, Sonnenschein - ein paar Schweinswale/Delphine kommen uns auch besuchen.
    Kurs und Wind sind heute genau richtig für das Code Zero Segel. Und tatsächlich machen wir damit auch mit wenig Wind immer noch 5-6 Knoten Fahrt. Allerdings wird unsere Freude schon nach kurzer Zeit durch ein eindeutiges Knacken getrübt. Ein Blick in den Mast verrät, beim Schäkel, an dem der Code Zero noch oben gezogen wird, hat sich eine Schraube gelöst und der Schäkel hat sich unter der Last bereits aufgebogen.
    Bevor wir das Problem angehen, wird erst noch gefrühstigt. Dann ziehe ich Sadik mit dem Klettergurt in den Mast. Wir lassen die Besegelung oben und fahren weiter auf Kurs. Das stabilisiert das Boot am besten, dennoch macht der Mast oben ein paar Meter Bewegung mit den Wellen.
    Nachdem die Mastarbeiten erledigt sind passiert Hans noch ein Missgeschick mit dem Teppichmesser und wir müssen lernen, wie man Schnittwunden wieder zusammentackert. Alles gut gegangen. Der Rest des Tags war praktisch ein Urlaubstag, gegen 19 Uhr sehen wir aus ca. 100 km auf Island und als ich abends um 21 Uhr meine Nachtschicht antrete, ist der Wind auf unter 8 Knoten gefallen. Die Segel schlagen und die Wetteraussichten sind nur verhalten optimistisch was den Wind angeht. Also starten wir den Motor für die Nacht.
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