• Von Brașov nach Sibiu

    10 lipca, Rumunia ⋅ ☁️ 17 °C

    Königsschloss, Dracula und Rallye-Atmosphäre

    Nach mehreren erlebnisreichen Tagen in Brașov hiess es heute Abschied nehmen. Das nächste Ziel meiner Rumänienreise war Sibiu (Hermannstadt). Anstatt den direkten Weg zu wählen, führte mich die Route noch einmal durch einige der schönsten Landschaften der Südkarpaten.
    Zunächst ging es hinauf nach Poiana Brașov. Von hier bot sich noch einmal ein wunderbarer Blick über Brașov und die umliegenden Berge. Es war ein schöner Moment, um auf die vergangenen Tage zurückzublicken, bevor die Reise weiterging.

    Über Râșnov führte die Strasse anschliessend in Richtung Süden. Während der Fahrt begleitete mich das eindrucksvolle Panorama des Bucegi-Gebirges, dessen markante Felsformationen immer wieder den Blick auf sich zogen. Die kurvenreiche Strecke machte einmal mehr deutlich, weshalb Rumänien für Motorradfahrer ein so reizvolles Reiseziel ist.

    Der nächste Halt galt dem berühmten Schloss Peleș in Sinaia. Schon von aussen beeindruckt das ehemalige Sommerschloss der rumänischen Königsfamilie mit seiner aussergewöhnlichen Architektur. Die verspielten Türme, reich verzierten Fassaden und die idyllische Lage am Waldrand verleihen dem Schloss beinahe etwas Märchenhaftes. Bevor ich die Reise fortsetzte, gönnte ich mir in einem nahegelegenen Restaurant eine gemütliche Kaffeepause und genoss die entspannte Atmosphäre.
    Von Voinesti aus führte die Route wieder nordwärts. Über den Posada-Pass, der seit Jahrhunderten eine wichtige Verbindung zwischen der Walachei und Siebenbürgen bildet, erreichte ich schliesslich Bran.

    Natürlich durfte ein kurzer Halt beim weltberühmten Schloss Bran nicht fehlen. Das Gebäude wird weltweit als «Dracula-Schloss» vermarktet und zieht jedes Jahr unzählige Besucher an. Ein Erinnerungsfoto musste sein – mehr aber auch nicht. Für meinen Geschmack erinnert die ganze Inszenierung heute eher an ein kleines Disneyland als an eine authentische historische Sehenswürdigkeit. Die eigentliche Faszination liegt für mich ohnehin in den Landschaften Rumäniens und nicht in touristischen Legenden.

    Anschliessend machte ich mich auf den direkten Weg nach Sibiu. Kurz vor dem Ziel zeigte sich erneut einer der grossen Vorteile des Motorradfahrens. Auf der Strecke staute sich der Verkehr auf einer Länge von schätzungsweise 40 Kilometern. Unzählige Autos und Lastwagen standen praktisch still. Ich konnte den Monsterstau gemütlich «rechts liegen lassen» und ohne nennenswerte Verzögerung weiterfahren – einer jener Momente, in denen man sich besonders über die Wahl des Verkehrsmittels freut.

    In Sibiu angekommen bezog ich mein Hotel, gönnte mir eine wohlverdiente Dusche und machte mich sofort wieder auf den Weg. Gerade noch rechtzeitig erreichte ich den grossen Kreisel unmittelbar vor meinem Hotel. Dort herrschte bereits eine begeisterte Stimmung, denn der feierliche Start der Rally Sibiu stand kurz bevor. Die aufheulenden Motoren, die zahlreichen Zuschauer und die gespannte Vorfreude auf das Rennen sorgten für einen stimmungsvollen Abschluss eines abwechslungsreichen Reisetages.
    So endete ein Tag voller Gegensätze: herrliche Berglandschaften, königliche Architektur, touristische Legenden, freie Fahrt auf kurvenreichen Strassen und zum Schluss die mitreissende Atmosphäre einer internationalen Rallye. Genau diese Vielfalt macht das Reisen durch Rumänien so besonders.
    Czytaj więcej