Auf den Spuren der Siebenbürger Sachsen
July 13 in Romania ⋅ ☁️ 19 °C
Rundfahrt nach Sighisoara
Nach den grossartigen Erlebnissen auf der Transalpina führte mich die heutige Tagestour in eine ganz andere Welt. Statt spektakulärer Passstrassen standen die Kulturlandschaften Siebenbürgens und ihre einzigartigen Kirchenburgen im Mittelpunkt.
Am Morgen verlasse ich Sibiu und fahre in nordöstlicher Richtung nach Agnita. Die Strasse führt durch sanfte Hügel, weite Felder und kleine Dörfer, in denen die Zeit vielerorts stehen geblieben zu sein scheint. Immer wieder ragt der Turm einer Wehrkirche über die Dächer empor – stille Zeugen einer jahrhundertealten Geschichte.
Schon bald erreiche ich Dealu Frumos, eines der zahlreichen sächsischen Dörfer der Region. Die mächtige Kirchenburg prägt das Ortsbild eindrucksvoll. Für einen Fotostopp halte ich gerne an. Auch auf den folgenden Kilometern begleiten mich immer wieder kleinere Kirchenburgen. Manche sind hervorragend erhalten, andere erzählen mit ihren verwitterten Mauern von vergangenen Jahrhunderten. Obwohl ich keine dieser Anlagen mehr von innen besichtige, genügt bereits der Anblick von aussen, um ihre einstige Bedeutung als Schutz- und Lebensraum der Siebenbürger Sachsen zu erahnen.
Schliesslich erscheint am Horizont die mittelalterliche Silhouette von Sighisoara. Hoch über der Stadt erhebt sich die vollständig erhaltene Burganlage, die seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Beim Spaziergang durch die engen, gepflasterten Gassen fühlt es sich an, als würde man mehrere Jahrhunderte zurückreisen. Farbenfrohe Bürgerhäuser, wehrhafte Türme und verwinkelte Plätze verleihen der Altstadt einen ganz besonderen Charme.
Über die gedeckte Schülertreppe gelange ich hinauf auf den sogenannten «Berg», wo die eindrucksvolle Bergkirche steht. Sie ist die einzige Kirchenburg des Tages, die ich von innen besichtige. Die ruhige Atmosphäre und die geschichtsträchtigen Mauern bilden einen angenehmen Kontrast zum lebhaften Treiben unten in der Altstadt.
Nach dem Rundgang gönne ich mir in einem der gemütlichen Restaurants ein feines Mittagessen und geniesse das besondere Ambiente dieser aussergewöhnlich gut erhaltenen mittelalterlichen Stadt.
Am Nachmittag führt mich die Route weiter nach Biertan. Die monumentale Kirchenburg gehört zu den bedeutendsten Wehrkirchen Siebenbürgens und zählt ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hoch über dem Dorf thront sie eindrucksvoll auf einem Hügel und bietet eines der bekanntesten Fotomotive der Region.
Die nächste Station ist Wurmloch, rumänisch Valea Viilor. Auch hier dominiert eine eindrucksvolle Kirchenburg das Dorfbild. Weniger bekannt als Biertan oder Sighisoara, besitzt sie dennoch ihren ganz eigenen Reiz und zeigt eindrucksvoll, wie dicht das Netz dieser einzigartigen Verteidigungsanlagen einst war.
Auf der Rückfahrt nach Sibiu begleiten mich nochmals die sanften Hügel, Felder und traditionellen Dörfer Siebenbürgens. Die Landschaft wirkt ruhig und ursprünglich, beinahe zeitlos. Nach einem Tag voller Geschichte, beeindruckender Architektur und kultureller Entdeckungen erreiche ich am Abend wieder mein Hotel.
Diese Rundfahrt hat eindrucksvoll gezeigt, weshalb Siebenbürgen als Heimat der Kirchenburgen gilt. Kaum eine andere Region Europas vereint auf so engem Raum eine derart grosse Zahl historischer Wehrkirchen mit einer Landschaft, die bis heute ihren ursprünglichen Charakter bewahrt hat.Read more






















