Durch das Olt-Tal zur Transalpina
July 14 in Romania ⋅ ⛅ 16 °C
Zwischen Verkehrsader und Naturparadies
Bereits um 07:00 Uhr verlasse ich Sibiu. Die Morgenluft ist angenehm kühl, und die Strassen sind zunächst noch ruhig. Schon kurz nach Selimbar, dem ehemaligen Schellenberg, erreiche ich den Eingang ins Tal der Alt. Von hier führt die Route südwärts in Richtung des Roten-Turm-Passes.
Schon nach wenigen Kilometern wird klar: Diese Strecke ist weit mehr als eine landschaftlich reizvolle Passstrasse. Sie bildet eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Rumäniens. Der Verkehr ist enorm. Unzählige Sattelschlepper, Lastwagen und Personenwagen drängen sich durch das enge Tal und machen das Vorankommen mühsam.
Dabei ist das Olt-Tal eigentlich von beeindruckender Schönheit. Steile, dicht bewaldete Berghänge steigen links und rechts empor, während sich tief unten der Fluss Alt seinen Weg bahnt. Bahnlinie, Nationalstrasse und Fluss teilen sich den knappen Platz zwischen den Bergen. Nun kommt noch eine neue Autobahn hinzu, die ebenfalls ihren Raum beansprucht. Es ist faszinierend zu beobachten, mit welchem technischen Aufwand hier gebaut wird.
Touristisch wirkt das Tal dagegen fast unberührt. Nur vereinzelt liegen kleine Dörfer entlang der Strecke. Haltemöglichkeiten gibt es kaum, und selbst wenn sich eine ergibt, rauschen meist gerade mehrere Fahrzeuge durchs Bild. Es fällt schwer, die stille Schönheit dieser Landschaft wirklich auf sich wirken zu lassen.
Nach rund siebzig Kilometern erreiche ich Brezoi und biege nach Westen in das Tal des Lotru ab. Schlagartig verändert sich die Stimmung. Der dichte Verkehr verschwindet beinahe vollständig. Endlich bleibt Raum, die Landschaft bewusst wahrzunehmen.
Die Strasse steigt gleichmässig an und folgt dem Fluss durch ein wunderschönes Tal. Mehrere grosse Stauseen spiegeln die umliegenden Wälder und Berge und verleihen der Fahrt eine ruhige, beinahe meditative Atmosphäre. Mit jeder Kurve wird die Landschaft eindrucksvoller.
Schliesslich erreiche ich das Skigebiet Domeniul Schiabil Transalpina bei Obarsia Lotrului und damit gleichzeitig wieder die bekannte Transalpina. Zwischen Streetfood- und Souvenirständen lege ich eine kurze Pause ein, vertrete mir die Beine und geniesse das lebhafte Treiben.
Dann sorgt der Zufall für einen besonderen Moment: Keine fünf Minuten nach meiner Ankunft rollen zwei Motorräder auf den Parkplatz. Einer der Fahrer winkt mir bereits von Weitem zu. Es ist tatsächlich wieder Dariusz aus Polen, den ich bereits unterwegs kennengelernt habe. Gemeinsam mit einem Kollegen möchte er die Transalpina bei bestem Wetter noch einmal vollständig befahren. Dass wir uns ausgerechnet hier und praktisch zur gleichen Minute wieder begegnen, hätte niemand planen können. Nach einem kurzen Gespräch trennen sich unsere Wege wieder – sie folgen der Transalpina, während mich meine Route in eine ganz andere Richtung führt.Read more
















Traveler
Xeht schwär noch Europa us 🤔