Tag 153: Zyklon
2 novembre 2024, Giappone ⋅ ☁️ 20 °C
Wir erleben etwas einzigartiges: der für seine Pünktlichkeit weltberühmte japanische Zugverkehr ist unpünktlich.
Das japanische äquivalent zum ICE nennt sich "Shinkansen". Der Schinkansen in Japan hat eine durchschnittliche Verspätung von ca. 15 Sekunden aufs Jahr gesehen. Zugführer müss sich beim Betreiber rechtfertigen, wenn ihr Shinkansen länger als 1 Minute für die eingeplante Zeit am Bahnhof benötigt. Alles läuft geschmeidig. Zugfahren in Japan macht Spaß und man kommt problemlos durch das gesamte Land. Die Deutsche Bahn kann von solchen Werten nur träumen. Die Deutsche Bahn ist chronisch zu spät. 2023 lag die Pünktlichkeit im Fernverkehr bei 64%. Die DB definiert den Begriff "Pünktlichkeit" wie folgt: Ein Abzug gilt als "pünktlich" wenn er seine planmäßige Ankunftszeit um weniger als sechs Minuten überschreitet. Zurück zum effektiven und effizienten Zugverkehr in Japan.
Über Japan zieht ein Zyklon vorüber und es regnet und stürmt seit gestern. Wir wollen heute von Hiroshima nach Osaka fahren. Die Fahrt dauert eigentlich nur 1,5 Stunden. Am Ende sind wir 3 Stunden unterwegs und haben auch nicht unseren eigentlich Zug genommen. Gemessen an dem Unwetter und unseren Erfahrungen mit der Deutschen Bahn sind wir vollends zufrieden und freuen uns auf Osaka. Die Japaner bzw. das gut laufende System kommt ins Wanken. Freie Plätze im Zug bleiben unbesetzt und die Leute drängeln sich im Gang. Niemand will unhöflich sein und anderen einen Platz wegnehmen. Am Bahnhof kommt es zu Menschenansammlungen. Die einen warten geduldig in der extrem langen Schlange, die anderen drängeln sich (unangenehm berührt) vor. Uns wird bewusst, wie viele Menschen hier täglich transportiert werden. Wir schieben uns mit unseren riesigen Rucksäcken durch die Massen und haben zeitnah den Bahnhof verlassen.
Wir lassen die Rucksäcke im Hotel und entkommen dem Regen in einem Café. Im Anschluss pilgern wir noch durch ein paar Geschäfte und essen am Ende mal wieder sehr leckere Ramen.
Der Regen lässt am Abend nach. Was uns in Osaka auffällt: Osaka ist für uns die erste richtige japanische Bilderbuch-Großstadt. Unzählige Hochhäuser, endlose Straßenschluchten, riesige (riesige) Einkaufszentren, die verwoben sind mit kilometerlangen Zwischengeschossen die zwischen U-Bahn und Straße liegen. Unendliche Möglichkeiten Geld auszugeben.
Dafür eignen sich auch besonders die Spielsalons bzw. -Automaten. Sie werden viel genutzt. In den Spielsalons sehen wir auch viele Senioren.Leggi altro
















