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Zwischen Loreley und Kaub

Rheinsteig: Die Königsetappe von St. Goarshausen nach Kaub Læs mere
  • Königsetappe: Goarshausen nach Kaub

    15. maj, Tyskland ⋅ ⛅ 13 °C

    Das Schöne an Bonn ist, dass man von dort relativ schnell ins Mittelrheintal gelangt. Meine Wahl fällt auf St. Goar, wo ich zunächst die alte Stiftskirche besichtige – ein gotischer Bau, der mich mit seinen Wandmalereien und den Grabmälern der Landgrafen von Hessen beeindruckt, die einst auf der Rheinfels residierten.

    Dann setze ich über und gelange nach Sankt Goarshausen, von wo aus ich die Königsetappe nach Kaub in Angriff nehme – 21 Kilometer, die vielen Rheinsteig-Wanderern ein Begriff sein dürften. Mein erstes Ziel ist die Loreley. Was die dortige Sanierung betrifft, bin ich nach wie vor zwiegespalten, doch Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Nahe des Felsens begegnen mir immer wieder Wandergruppen – Holländer, Franzosen, Letztere verstehe ich sogar stellenweise, mein Französisch wird langsam besser.

    Danach wird es ruhig. Felsenwege, Frühlingsblumen und Vogelgezwitscher begleiten mich. Überall blühen Lupinen, die hier botanisch eigentlich nichts zu suchen haben. An den schmalen Pfaden denke ich unweigerlich an den YouTuber Sacki, der diese Strecke seinerzeit mit einem Wanderwagen bewältigt hat. Meine Hochachtung hat er – auch wenn es purer Wahnsinn war. Und so wandere ich weiter, gedankenversunken, während meine Gedanken vor allem um meinen Sohn kreisen, der bald zur Welt kommen wird. Zusammen mit seinen vier Geschwistern wird es für mich jedenfalls nie langweilig.

    Diese Etappe gehört ohne Zweifel zu meinen Lieblingsetappen am Rheinsteig. Allein der Blick von oben auf das Stadtpanorama von Oberwesel lohnt sich: Man erkennt wunderbar den geschwungenen Verlauf der Stadtmauer, die Kirchtürme und die Schönburg. Auch das Ziel in Kaub enttäuscht nicht – ein zauberhaftes Städtchen, dem ich noch etwas Zeit widme, anstatt sofort weiterzuziehen. Man muss sich auch für solche Dinge Zeit nehmen. Ich besuche die Doppelkirche und schlendere an den alten Fachwerkhäusern entlang. Als krönender Abschluss: Jahrelang nicht mehr hier gewesen, setze ich zur Pfalzgrafenstein über und besichtige die kleine Zollburg, die man sonst meist nur vom Zugfenster oder von den umliegenden Anhöhen aus betrachtet. Wer in Kaub ist, sollte sich diesen Abstecher nicht entgehen lassen.
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    Slut på rejsen
    15. maj 2026