Santa Marta und Medellín (1/3)
Jun 1–6, 2024 in Colombia ⋅ ☁️ 30 °C
Vom The Journey Hostel ging es dann nach Santa Marta mit den öffentlichen Bussen. Santa Marta hat mir leider gar nicht gefallen. Zudem gilt die Stadt auch als sehr unsicher, wodurch ich froh war am nächsten Morgen direkt nach Medellín zu fliegen. Für 45€ habe ich mir den Luxus mal gegönnt anstelle einer 17h Fahrt für den gleichen Preis.
Medellín hat mich doch sehr in den Bann gezogen. Im Hostel habe ich auch direkt Lina, eine Kölnerin in der Vorbereitung zum 2. Staatsexamen in Medizin, kennen gelernt und angefreundet. Zudem war ich viel mit 2 deutschen Jungs unterwegs aus München, die einfach gute Laune verbreitet haben.
Einmal zur Geschichte von Medellín, weil diese doch sehr komplex und auch düster ist:
Medellin liegt im Zentrum des Valle de Aburrá des nördöstlichen Departemento Antioquia. Gleich nach Bogota die zweitgrößte Stadt spielt sie nicht nur ökonomisch und politisch, sondern seit jeher auch sozial, politisch und gesellschaftlich eine Rolle als Konkurrentin um den Spitzenplatz im Land. Seit etwa 10 000 Jahren dauerhaft besiedelt, fanden die Spanier bei ihrer nach 1540 beginnenden Eroberung des umliegenden Tals teils heftigen Widerstand seitens der indigenen Eingeborenen vor, schnell wurde diese jedoch besiegt. Nach der offiziellen Stadtgründung im Jahr 1616 wurde die bis dahin aus maximal 700 Einwohnern bestehende Siedlung 1646 näher an den gleichnamigen Río Medellín verlegt, im Jahr 1826 lebten nur 6000 Einwohner in der neuen Hauptstadt von Antioquia. Zwischen 1830 und 1850 sorgten die guten Geschäfte mit Handel von Kaffee nach Übersee dann für den ersten Aufschwung, von 1870 bis 1938 stieg die Einwohnerzahl von 20 000 auf 140 000.
Goldgeschäfte, Tabakan- und Maschinenbau, Textilindustrie und nicht zuletzt Im- und Export sorgten für größeren Wohlstand. Medellin wurde zunehmend zum Motor und Anziehungspunkt für Arbeitssuchende, nach 1950 entstand das Industriegebiet Guayabal. Kurze Zeit lebten bereits fast 360 000 Menschen vor Ort, 1973 erreichte Medellin die erste Million. In dieser Epoche begann jedoch auch das wohl fatalste urbane Kapitel, der durch hohe Arbeitslosigkeit ausgelöste und explodierende Kokainhandel zog eine nie gekannte Kriminalität mit sich, das 1976 gegründete „Medellin-Kartel“ konnte nahezu ungehindert bis zum Tod ihres Bosses Pablo Escobar 1993 die Stadt als Basis im internationalen Drogenbusiness benutzen.
Trotz eines Waffenstillstands Mitte der 2000er Jahre operieren noch heute einige Guerillas und Paramilitärs im Umland. Nicht zuletzt deshalb setzt Medellin ganz gezielt mit Umweltschutz, Nahverkehr, dem Bau von Bibliotheken und Parkanlagen sowie Förderung der Universität auf die Stärkung der Zivilgesellschaft. Diese durchaus erfolgreichen Bemühungen werden mittlerweile auch mit Lob und Auszeichnungen als innovativste Stadt Südamerikas international honoriert.Read more











Traveler
Tolle Bilder, die du da aufgenommen hast, Viola.👌
TravelerDanke Papa! 🫶🏻