Tag 9: Von Trento nach Feltre
June 30, 2024 in Italy ⋅ ⛅ 27 °C
Buonasera!
Wenn ich den heutigen Tag schon am Vormittag beschrieben hätte, hätte die Überschrift „Ach wär ich doch nur an den Gardasee geradelt“ gelautet. Jetzt sitze ich zufrieden in Feltre und lasse den Tag ausklingen.
Doch der Reihe nach!
Nach einer kurzen Nacht (die Deutschen haben es gestern Abend besser gemacht als die Italiener bei der EM) und einem relativ kleinem Frühstück (ich konnte einfach nicht mehr essen), ging es relativ früh um 8:15 los. Das Ziel war Feltre auf der Via Claudia, ich war mir aber nicht sicher, ob ich das schaffen würde, weil es heftig bergauf und bergab ging nach der Tourenbeschreibung. Also bin ich zum ersten Mal ohne eine Zimmerreservierung los.
Nach den ersten flachen Kilometern durch nicht so schöne Bereiche von Trient, begann der erste Anstieg. Und was für ein Anstieg das war! Ohne E wäre das für mich nicht zu schaffen gewesen. Nach insgesamt 10 km hatte ich schon 20% des Akkus verbraucht und ich habe schon begonnen an eine Pause zum Laden zu denken.
Und es kam noch schlimmer. Die Via Claudia wurde zu einer richtigen Mountain Bike Strecke mit schlechtem Untergrund, durch Wälder bergauf und bergab. Kein Wunder, dass das Römische Reich untergegangen ist, wenn man die Straße so plant, obwohl es einfachere Wege gegeben hätte. Mir kam auch der Verdacht, dass die Planer der Radroute das mit Absicht gemacht haben, damit die Leute den Shuttle buchen!
An dieser Stelle entstand dann auch der alternative Titel der heutigen Etappe.
Laut Karte sollte es so weitergehen und eher noch einsamer werden. Da ich aber Elke versprochen habe, mich nicht an Trentiner Bären als Futter auszuliefern, musste was passieren.
Und wo konnte das besser entschieden werden, als in einer italienischen Bar am Sonntag Vormittag! Die erste Bar im nächsten Ort war dann der logische Stopp.
Bei einem Espresso und anderen Getränken unter lauter Einheimischen, lässt es sich gut spekulieren. Was will ich sehen heute, wie weit will ich kommen und wie wichtig ist es mir die Via Claudia sklavisch nachzufahren? Also, ich wollte den Lago di Caldonazzo sehen, nach Feltre kommen und die dumme Straßenplanung der Römer war mir inzwischen herzlich egal. Außerdem wollte ich was sehen, was im Wald auch eher unwahrscheinlich gewesen wäre (außer Bären vielleicht 🤔). Und ich musste nicht lange studieren, da gab es einen Radweg an der Brenta entlang, zwar nicht nach Feltre, aber Google Maps meinte, das der Radweg und die anschließende Fahrt über die Berge nach Feltre nicht nur kürzer sondern auch schneller war.
Also wurde umdisponiert. Ich fuhr zum Lago di Caldonazzo, wunderbare Radwege weiter die Brenta entlang und mit guter Infastruktur! Alles war hervorragend ausgeschildert, sogar der serpentinenreiche Weg über die Berge nach Feltre. So kam ich nach wenig über 100 km in Feltre an und gleich an einer gut besuchten Gelateria vorbei. Sofort wurde angehalten und drei Kugeln Eis wurden geordert. Fast noch besser als gestern!
Nachtrag: Im schönen Borgo Valsugana gab es gegen Mittag eine weitere Pause in einer Bar und die wurde nicht nur genutzt, den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen, sondern auch eine Unterkunft in Feltre zu buchen. Denn mit der Alternativstrecke war ich mir sicher es zu schaffen.
So ging es nach dem Eis gleich weiter zur super schönen Albergo Corte Garibaldi. Nach einer dringend notwendigen Dusche (ich glaube, ich habe noch nicht erwähnt, dass es heute wieder so heiß war), war ich wieder hergestellt und ich machte mich auf den Weg ins nahe gelegene Centro Storico von Feltre.
Dort die nächste Überraschung! Es kostet 5 Euro Eintritt! Ja bin ich denn schon im Venedig?
Aber die Erklärung war einfach! Die gesamte Altstadt war ein riesiger Handwerkermarkt! Nur heute. Also Eintritt bezahlt, die schöne überschaubare Altstadt besichtigt und die nächste Bar aufgesucht. Hier sitze ich nun, schau dem Treiben bei einem (na ja, nicht nur einem) Aperol Spritz zu und schreibe diesen Beitrag.
Ich werde mir noch eine Pizzeria suchen und vielleicht noch unserem zukünftigen Gegner im Viertelfinale zuschauen. Das muss ich wohl im Zimmer machen, weil die Italiener schon alle Fernseher in den Kneipen abgebaut haben. Schade!
Morgen geht es dann weiter mit ein paar Zwischenstopps zum
Ziel Treviso. Den genauen Streckenverlauf weiß ich noch nicht, aber ich denke, ich werde ihn wieder optimieren.
Damit soll es genug sein für heute! Was etwas frustrierend begonnen hatte heute, hat doch noch ein gutes Ende genommen und ich habe den Trentiner Bären keine Mahlzeit geliefert! 😃
Ciao! Ci vediamo domani!Read more












TravelerSchöner Bericht. Fahr weiter „Forrest Gump“. Volker hab ich auch auf Deine Fährte gesetzt😁
Beeindruckend - macht richtig Lust mit zu radeln ;) [LG aus Buxtehude]
Sauber Werner. Klaus und ich sitzen gerade auf der Kötztinger Hütte [Stefan K]