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  • Day4

    Cliffs of Moher

    July 20, 2019 in Ireland ⋅ ⛅ 15 °C

    "von Doolin aus brauchen wir eine Stunde bis zu den Cliffs", so war die Aussage von Lina oder dem Internet. Wie man den Weg in einer Stunde schaffen soll, ist mir ein Rätsel. Vielleicht wenn man fliegt? Für 7 Kilometer, inkl. 230 Höhenmetern und ein paar kleinen Fotopausen haben wir 2.5 Stunden gebraucht. Ehrlich gesagt, war uns der Anstieg garnicht so bewusst, als wir gestartet sind.
    Zum Glück war es trocken, jedoch wolkig und windig. Wir starteten daher in Regenkleidung und mit Mütze. Kurze Zeit später war klar, dass wir die Sonne unterschätzt hatten und so trugen wir unsere Kleidung zu den Cliffs hinauf. Für mich war es bisher der schönste Teil Irlands. Besonders der Weg zu den Cliffs war toll. Die meisten Touristen lassen sich mit Bussen zu den Cliffs fahren, daher war es auf dem Weg super ruhig. Der Weg selbst ist total naturbelassen und manchmal kaum als Weg zu erkennen. Umringt von Kühen hatten wir immer wieder einen grandiosen Blick auf den Atlantik, die Steilküste, die Weiden und über die Insel. Als wir bei den ersten Steilklippen ankamen, haben wir die erste Fotopausen eingelegt und den Anblick schon total genossen.

    Desto weiter wir liefen, desto höher und steiler wurden die Klippen. Der Blick entschädigte für jeden gelaufenen Kilometer. Und das, obwohl diese für mich quasi doppelt so anstrengend waren, da ich mir die Schuhe scheinbar nicht vernünftig geschnürt und mir daher Blasen gelaufen hatte... Blasenpflaster Ahoi, ein Indianerherz kennt keinen Schmerz - ich bin Tapfer weiter gelaufen. Wir waren ja auch mitten in der Pampa, eine andere Möglichkeit gab es eh nicht.

    Irgendwann erblickten wir die wirklichen Cliffs of Moher und den dazugehörenden erneuten steilen Anstieg und konnten diesen auch schnell hinter uns bringen.

    Die Cliffs sind atemberaubend. Und die Menschen Lebensmüde. In Deutschland wären die Cliffs sicherlich mit 29 Zäunen von der Zivilisation abgeschottet. Viel zu gefährlich. In Irland gehen die Touristen lustig bis an den Abgrund, klettern zwischen Abgrund und Zaun entlang und lassen die Beine baumeln. Wir haben uns nur krabbelnd bis an die Kante getraut.
    Um dort Fotos zu machen und ich fand es eigentlich ganz nett, einen sicheren Abstand zu halten.

    Die Ruhe des Wanderwegs hatte oben schnell ein Ende. Die Touristen werden Busseweise angekarrt, tragen weiße Hosen, Pums, sogar eine Braut (im Brautkleid!) haben wir getroffen.

    Als wir all die Touris in ihren Freitzeitoutfits sahen, beschlossen wir den Heimweg mit dem Bus anzutreten und auf einen weiteren 7km Marsch zu verzichten, da wir ja in den nächsten Tagen auch noch einige Kilometer zurücklegen wollen. Die Suche nach dem richtigen Bus erwies sich als relativ schwierig. Die Haltestellen der Linienbusse sind nicht ausgeschildert. Das Shuttle muss online gebucht werden, am Ende saßen wir aber im Bus und fuhren Richtung Doolin. Nach einem Abstecher in einem Pub für ApplePie und Suppe machten wir uns auf dem Heimweg. Für 90km benötigt man auf der Strecke 1h 45min. Das ist sehr spritsparend.
    Kaum im Auto angekommen, regnete es. Perfektes timing!
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