• 1. Tag: Arad nach Alba Iulia (Karlsburg)

    7.–8. sep. 2025, Rumænien ⋅ ⛅ 28 °C

    Heute wollen wir erstmals abseits von der Autobahn ein Gefühl für das Land gewinnen. Der Fahrstil der Rumänen ist gewöhnungsbedürftig. Sie fahren fast immer schneller als die Angaben auf den Verkehrsschildern vorschreiben. Die Verkehrsschilder geben allerdings gerade außerhalb der Ortschaften häufig eine sehr geringe Geschwindigkeit an. Ohne Geschwindigkeitsbeschränkung lautet die Regel: Autobahnen, 130 km/h, Landstraßen 90 km/h, Schnellstraßen, 100 km/h, geschlossene Ortschaften 50 km/h. Durch eine Unzahl von Verkehrsschildern wird in Kurven auf Landstraßen die Geschwindigkeit auf 60, 40 oder 30 km/h heruntergedrosselt. Außerdem werden permanent Überholverbote ausgesprochen und gleich wieder aufgehoben. Zusätzlich zu den Überholverboten gibt es noch eine durchgezogene Linie. Die Überholverbote werden von den Rumänen beachtet, da sie die Polizei auch kontrolliert. Die Geschwindigkeitsangaben sind dagegen offensichtlich nur Empfehlungen und werden von den Rumänen regelmäßig überschritten. Es ist keine Seltenheit, dass man bei vorgeschriebenen 60 km/h munter überholt wird. In Ortschaften, die sich lange als Straßendörfer über Kilometer hinziehen, liegt die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit, eher zwischen 60 und 70.

    Die Landschaft ist je nach Region unterschiedlich: Teilweise wie Bergisches Land, jedoch ohne Baumbewuchs auf den Höhen. Teilweise flach. In den Ortschaften sind die Häuser giebelseitigkeit zur Straße gebaut. Davor läuft zur Fahrbahn ein offener Wassergraben, der jeweils zum Hauszuweg hin mit einem Betonsteg überdeckt ist. Später haben wir in anderen Regionen auch Häuser, die längst der Straße gebaut sind, gesehen. Die Häuser sind in sehr unterschiedlichem Pflegezustand. In manchen Orten haben wir verfallene Mehrfamilienhäuser gesehen. Verfallen heißt eingestürztes Dach, keine Fenster, unbewohnbar. Das gleiche begegnet einem auch bei Betriebsgebäuden. Dann gibt es wiederum Neubauten in gepflegtem Zustand oder Einfamilienhäuser, die als Ziegelbauten errichtet sind, sich jedoch noch im Bau befinden. Teilweise in diesem Zustand aber auch schon bewohnt sind, ohne Hausverputz. Schließlich gibt es Ortschaften, die im sozialistischen Baustil errichtet wurden, sich jedoch in einem bedauernswerten Pflegezustand befinden.

    Unser Tagesziel war nach 252 km Alba Iulia (Karlsburg), eine Stadt mit etwa 65.000 Einwohnern, die durch ein großes Fort im Vauban-Stil geprägt ist. Hier liegt auch die Wiege für Großrumänien im Jahr 1918, was sich in zahlreichen Prunkbauten widerspiegelt. Uns begegnete dort auf dem Festungsberg ein ausgeprägter Tourismus von Rumänen. Die Stadt selbst ist gepflegt, hat für uns aber keinen besonderen Charme versprüht. Wir haben unser Quartier in einem Hotel in den Festungsbauten gewählt. Die Fenster waren mit Fliegengittern versehen, die ihre Spuren auf ein paar Fotos hinterlassen haben.
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