• 5. Tag: Auf, in die Walachei

    11.–12. sep. 2025, Rumænien ⋅ ☁️ 20 °C

    Walachei. Ja, so heißt die Region hier wirklich. Und sie ist keineswegs so entlegen, wie man es bei einer Region mit der Bezeichnung Walachei vermutet. Tatsächlich waren wir schon vorgestern in Curtea de Arges in der Walachei, als Ausgangspunkt für die Süd-Nordrichtung unserer Karpatenüberquerung auf der Transfargaraschen Straße. Da wir die weiter westlich gelegene Transalpina ebenfalls von Süden nach Norden befahren wollen, bleibt uns von Sibiu/Hermannstadt nur die erneute Fahrt in die südlich gelegene Walachei. Diesmal aber im Tal der Olt.

    Diese Strecke schlängelt sich mehr oder weniger auf einer Höhe quer durch die Karpaten. Sie ist in beiden Richtungen insbesondere auch für den Transportverkehr heiß begehrt. Überholen kaum möglich und überwiegend verboten. So gleitet man bei ca. 80 km/h dahin und verfolgt die dicht bewaldeten Hügel oder Berge sowie den sich von Zeit zu Zeit weitenden Fluß. In einem Teil des Tales zwängt sich neben Straße und Fluß noch eine eingleisige Bahnlinie. Ihr Erhaltungszustand sieht beunruhigend aus und dann: Von einem erhöhten Bahndamm krabbeln Fahrgäste mit Gepäck die Böschung zur Straße herunter. Offensichtlich aus dem dort auf freier Strecke stehenden Zug. Ohne Panik, ohne Hilfskräfte, einfach nur so. Später arbeitet ein Bautrupp an den Gleisen. War das vorher ein planmäßiger Halt?

    Das Tal öffnet sich erst wieder nach fast 100 km bei Ramnicu Valcea, eine Stadt mit gut 93.000 Einwohnern. Beim Durchqueren bleibt ein Eindruck von gediegener Ordnung. In einem an der boulevardmäßigen Straße gelegenen Café mit moderner stilsicheren Einrichtung gibt es nicht nur Cappuccino, sondern auch zwei Konditorei-Kuchenstücke à la Törtchen-Törtchen.

    Von dort geht es für etwa 80 km weiter in Richtung Westen zum südlichen Ausgangspunkt der Transalpina in Novaci. Dafür hatten wir Navigationspunkte für kleine Nebenstraßen eingegeben. Obwohl wir meinten, Schotterstraßen ausgeschlossen zu haben, durften wir unsere Fahrfähigkeiten unter Beweis stellen und sahen eine ungekannte Idylle im Hinterland abseits der Verkehrswege. In Novaci Tankstopp, Mittagessen und Hotelsuche im Internet. Fündig wurden wir 19 km weiter schon auf der Transalpina in einem Wintersportgebiet auf etwa 1640 Metern. Die Serpentinen bis dahin lassen erahnen, was uns morgen erwartet.
    Læs mere