• Tag 6: Transalpina nach Klausenburg

    12.–13. sep. 2025, Rumænien ⋅ ⛅ 23 °C

    Nachdem wir gestern schon die ersten 19 km auf der Transalpina bis auf die Höhe von 1640 m sepentinenreich gefahren waren, ging es nach der Übernachtung weiter. Am Morgen stiegen Wolken auf, so dass wir denen zunächst Zeit ließen, die Sicht auf die weitere Strecke frei zu geben. Als Transalpina wird die Strecke zwischen Novoci und Sebes (Mühlbach) bezeichnet. Sie ist 148 km lang und teilt sich in zwei Teile auf: Von Süden kommend in eine etwa 50 km lange alpine Hochgebirgsstrecke mit einer anschließenden kurvenreichen fast 100 km langen mittelgebirgigen Waldstrecke, die schließlich einige Kilometer vor Sebes flach ausläuft. Der höchste Punkt ist im ersten Teil mit 2145m der Urdele-Pass, im zweiten Teil mit 1678m der Tartarau-Pass.

    Schnell waren wir oberhalb der Waldgrenze im kargen Teil des Gebirges. Mehrfach ging es Auf und Ab bei seltenem Gegenverkehr mit weitem Blick, den Fotos nur eingeschränkt wiedergeben. Am Übergang zum zweiten Teil der Strecke in einer flachen Ebene ein Sammelsurium von kreuz und quer aufgestellten Verkaufsständen, die allerdings überwiegend ihre hochklappbaren Läden geschlossen hatten. Für uns kein Anreiz hier anzuhalten, da wir neugierig waren, wie es weiterging.

    Im zweiten Teil ging es zunächst wieder bergauf. Dann plötzlich vier große zottelige Hunde am Straßenrand, die uns zum Abbremsen veranlassten. Dann sahen wir, dass sie von einer Person begleitet waren und auf der anderen Straßenseite bergauf eine Schafherde. Wie mögen die hier heraufgekommenen sein. Kurz darauf eine zweite und eine dritte Herde, stets begleitet von mehreren Hunden und einem Hirten. Ein ganzes Stück abwärts auch noch Kühe am Straßenrand allerdings ohne sichtbare Begleitung. Und dann ein großer leerer Viehtransporter. Für die Schafe? Für die Kühe?

    Es wurde waldreich, flacher und die Kurven länger gezogen als auf der linken Seite durch die Bäume ein See auftauchte: der Vidra-Stausee. Jetzt standen ab und zu in Einbuchtungen am Straßenrand PKW. Wanderer, Angler? Eher wohl Pilzsammler wie uns zwei mit Eimern ausgestatteten Fußgänger vermuten ließen. An der Transalpina gibt es offensichtlich keine Bären, denn es gibt auch keine Warnschilder wie an der Transfaragasan. So kann der Mensch sein Fahrzeug auch gefahrlos verlassen und ab und zu auch einmal ein Haus in die Landschaft setzen.

    Am Ende des Sees eine mächtige Staumauer mit einer Ansammlung von Verkaufsständen, die uns allerdings nur zu einem Kaffee und ein paar Fotos animierten. Ab da führte der Weg reichlich geschwungen über viele Kilometer mit gelegentlichen Ortschaften nach Sebes oder Mühlbach wie uns eines der Navigationssysteme beharrlich auf deutsch belehrt. Sebes wie der Fluß, dem wir schon weit vorher folgten, oder eben Mühlbach.

    Ja, die Navigation, das ist neben anderem auch so eine Herausforderung und mehr noch eine stetige Überraschung. Schön, dass es sie gibt. Aber warum weichen Angaben bei zwei identisch eingesetzten Systemen mit gleichen Einstellungen voneinander ab. Wahrscheinlich weil eben viele Wege nach Rom führen. Noch bunter wird es mit den Abweichungen zwischen zwei unterschiedlichen Systemen. Aber wir sind froh, dass wir zwei haben. Denn seit sich BMW von Garmin verabschiedet hat und ein eigenes System, das über Handy-App und Cradle- bzw. Tft-Display seine Ergebnisse ausspuckt, entwickelt hat, gibt es ein paar Gründe mehr, einfach mal garnichts anzuzeigen. So ist unsere häufigste Frage über unsere Interkom: Was zeigt Dein Gerät an?

    Aber wir haben Sebes oder wie Tomtom über BMW hartnäckig vermeldet: Mühlbach gefunden. 26.000 Einwohner, kleiner aber lebhafter Ortskern. Wie bei kleinen Orten üblich, Außengastronomie gegen null. Dennoch hat eine insbesondere bei zahlreichen Schülern beliebt rumänische Systemgastronomie mit Fritten, panierten Hühnerbruststreifen, Tomaten und Gurken die entspannte Mittagspause gesichert.

    Der restliche Weg nach Cluj Napoca oder auch Klausenburg war unspektakulär. Schöne weite Landschaft, gegen Ende der Etappe schmale Straßen mit weitem Blick in die Landschaft und auf die Ausläufer von Klausenburg. Und dann eine richtige Großstadt mit etwas unter 300.000 Einwohnern, die zweitgrößte in Rumänien. Aber dazu mehr im nächsten Post.
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