• Tag 1 - erstes Drittel

    April 10, 2025 in Spain ⋅ ☁️ 16 °C

    Wenig geschlafen. Um kurz nach sechs stehen wir auf und packen alles zusammen. Mein Blick fällt nochmal auf den Schriftzug über meinem Bett: "Infinite trust". Ja, das werde ich heute brauchen: "unendliches Vertrauen" in mich und den Weg. Um sieben ist Frühstück, dann hält die Chefin noch eine kurze Andacht mit uns, anschließend gibt's einen Stempel in den Pass und ich stehe draußen und gehe die Straße hinunter durch das Tor de Espana und mache meine ersten Schritte auf dem Camino. Ich achte drauf schön langsam zu gehen, mir meine Kräfte einzuteilen für die 24 km und 1.300 m Höhe, die gleichzeitig überwunden werden muß. Demzufolge überholen mich ganze Heerscharen. Macht nichts, ab km fünf überhole ich die ersten wieder, weil die sinnlos auf den ersten Metern ausgepowert haben. Ab km fünf fängt meine rechte Hüfte an zu schmerzen. Ab km sechs hab ich das Gefühl, meine Füße sind leichter geworden und der Schmerz ist auch weg. Das kenn ich schon von anderen Langstrecken, entweder der Körper merkt nach den ersten Kilometern was er zu tun hat, oder er will an diesem Tag gar nicht mehr. Er will. Es geht über brutal lange steile Abschnitte mit Steigungen von 25 %. Ich bleib nur ab und zu mal kurz stehen, um einen schönen Blick über die Berge einzufangen. Die Auberge Orrisson ist für mich wie eine Wegmarkierung aus der ich Kraft schöpfe, die Strecke zu schaffen. Rund ein Drittel liegt jetzt hinter mir.Read more